{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-07-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-63-13--_1998-07-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004169.pdf?ID=150004169", "Checksum": "85b68a861e8cb91695f10c0a42971e50"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.13 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:58", "Checksum": "58260b4bb43f6e534a2af215874bdb64", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.13 \r\n\n 5\nnach Ernennung des Vormunds bzw. Vertretungsbeistands und der Beigebung\neines amtlichen Rechtsvertreters durchzuführen (vgl. Schertenleib, a.a.O.,\nS. 16; Biedermann Kaess, a.a.O., S. 15 f. und 52 f.).\ncc. Die Praxis der Vormundschaftsbehörden einiger Kantone, für unbegleitete\nminderjährige Asylbewerber keine vormundschaftlichen Massnahmen\nanzuordnen (vgl. dazu Biedermann Kaess, a.a.O., S. 29 ff. am Beispiel der\nKantone Basel-Stadt, Bern, St. Gallen, Waadt und Zürich), ist zweifellos\ngesetzwidrig und ist auch unter dem Aspekt des in Art. 2 KRK enthaltenen\nDiskriminierungsverbotes bedenklich. Das Asylgesetz selbst kennt bislang\nkeine speziellen Vorschriften, die auf die besonderen Schwierigkeiten und\nSchutzbedürfnisse unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber Rücksicht\nnehmen. Es sieht dementsprechend auch nicht vor, dass ein unbegleiteter\nurteilsfähiger Minderjähriger erst zu den Asylgründen angehört werden\nkann, wenn ihm die zuständige Vormundschaftsbehörde einen gesetzlichen\nVertreter ernannt hat. Ebensowenig ist vorgesehen, einen unbegleiteten\nMinderjährigen amtlich zu verbeiständen. Es ist fraglich, ob die geltende\ngesetzliche Regelung den Anforderungen des Art. 22 Abs. 1 KRK entspricht,\ngemäss welchem die Vertragsstaaten geeignete Massnahmen zu treffen haben,\num sicherzustellen, «dass ein Kind, das die Rechtsstellung eines Flüchtlings\nbegehrt oder nach Massgabe der anzuwendenden Regeln und Verfahren\ndes Völkerrechts oder des innerstaatlichen Rechts als Flüchtling angesehen\nwird, angemessenen Schutz und humanitäre Hilfe bei der Wahrnehmung der\nRechte erhält, die in diesem Übereinkommen oder in anderen internationalen\nÜbereinkünften über Menschenrechte oder über humanitäre Fragen,\ndenen die genannten Staaten als Vertragsparteien angehören, festgelegt\nsind, und zwar unabhängig davon, ob es sich in Begleitung seiner Eltern\noder einer anderen Person befindet oder nicht». Die Schweiz hat mit der\nRatifikation der Kinderrechtskonvention bekräftigt, dass sie das Kind als\nIndividuum betrachtet, das besonders zu schützen ist (vgl. Stephan Wolf,\nDie UNO-Konvention über die Rechte des Kindes und ihre Umsetzung in\ndas schweizerische Kindesrecht, Zeitschrift des Bernischen Juristenvereins\n[ZBJV] 1998, S. 125 f.). Diesem Umstand ist bei der Auslegung des geltenden\ninnerstaatlichen Rechts Rechnung zu tragen. Es erscheint deshalb angezeigt,\ndie gegenwärtige Praxis zu überprüfen.\ndd. Die ARK hat in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen\nAsylrekurskommission (EMARK) 1997 Nr. 23, S. 186 f. E. 5 unter Hinweis auf\ndas Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vom 25. Juni\n1996 i.S. Amuur gegen Frankreich (17/1995/523/609, Ziff. 45; publiziert in\nEuropäische Grundrechte Zeitschrift [EuGRZ] 1996, S. 577 ff.) festgehalten, dass\ndas BFF bei Asylgesuchen am Flughafen gemäss Art. 13d AsylG verpflichtet\nist, abzuklären und zu prüfen, ob ein Minderjähriger einen Rechtsbeistand\nbenötigt, um die Formalien eines Asylgesuches erfüllen zu können. Es fragt\nsich angesichts dessen, ob ein Minderjähriger nicht auch im erstinstanzlichen\nordentlichen Asylverfahren Anspruch auf Verbeiständung hat. Da weder\ndas Asylgesetz noch das auf das Asylverfahren ergänzend zur Anwendung\ngelangende Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG,\nSR 172.021) bzw. das Bundesrechtspflegegesetz vom 16. Dezember 1943 (OG,\nSR 173.110; vgl. Art. 12 AsylG) entsprechende Vorschriften kennt, käme die\n\n"}