{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-07-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-63-13--_1998-07-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004169.pdf?ID=150004169", "Checksum": "85b68a861e8cb91695f10c0a42971e50"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.13 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:58", "Checksum": "58260b4bb43f6e534a2af215874bdb64", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.13 \r\n\n 4\nund die Verpflichtung der schweizerischen Behörden zur Anordnung\nvormundschaftlicher Massnahmen wird auch durch die am 26. März 1997 in\nKraft getretene Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder\nvom 20. November 1989 (Kinderrechtskonvention [KRK], SR 0.107) bekräftigt.\nDiese bestimmt in Art. 20 Abs. 1 KRK, dass ein Kind, das vorübergehend oder\ndauernd aus seiner familiären Umgebung herausgelöst wird oder dem der\nVerbleib in dieser Umgebung im eigenen Interesse nicht gestattet werden\nkann, Anspruch auf den besonderen Schutz des Staates hat, und hält in Art. 20\nAbs. 2 KRK fest, dass die Vertragsstaaten diesen Schutz nach Massgabe ihres\ninnerstaatlichen Rechts sicherzustellen haben (vgl. Botschaft, BBl 1994 V 46).\nDas BFF hat im vorliegenden Fall den Kanton entsprechend seinem\nKreisschreiben vom 15. Februar 1995 auf den Umstand hingewiesen, dass\nder Beschwerdeführer minderjährig ist. Es wäre mithin Sache der kantonalen\nBehörden gewesen, für die Anordnung der notwendigen vormundschaftlichen\nMassnahmen besorgt zu sein. Die ARK kann daher lediglich feststellen, dass\ndem Beschwerdeführer (bisher) kein Vormund oder Vertretungsbeistand\nernannt worden ist. Mangels Zuständigkeit kann sie aber - ebensowenig wie\ndas BFF - selbst keine vormundschaftlichen Massnahmen anordnen und sie\nist auch nicht befugt, den kantonalen Vormundschaftsbehörden diesbezüglich\nAnweisungen zu erteilten. Immerhin ist aber der Vormundschaftsbehörde im\nSinne von Art. 368 Abs. 2 ZGB Anzeige zu machen.\nbb. Das BFF geht in der Praxis davon aus, dass das Asylverfahren auch\ndann durchgeführt bzw. mit der Anhörung gemäss Art. 15 AsylG fortgesetzt\nwerden kann, wenn dem urteilsfähigen minderjährigen Asylbewerber\n(noch) kein gesetzlicher Vertreter ernannt worden ist (vgl. Kreisschreiben\nvom 15. Februar 1995[24] S. 3, wo ausdrücklich festgehalten wird, dass\ndie Behörden für die Weiterführung des Verfahrens nicht gehalten sind,\neinen diesbezüglichen Entscheid der Vormundschaftsbehörde abzuwarten).\nAuch die ARK ging bisher davon aus, dass ein Asylverfahren durchgeführt\nwerden kann, auch wenn dem unbegleiteten Minderjährigen (noch) kein\nVormund oder Vertretungsbeistand bestellt worden ist (vgl. zuletzt die\nunveröffentlichten Urteile vom 16. Oktober 1997 i.S. S.B., Sri Lanka [N 290\n274] und vom 31. Oktober 1997 i.S. J.K., Äthiopien [N 289 705]).\nDiese Praxis wird kritisiert, wobei im wesentlichen geltend gemacht\nwird, sie stehe einseitig im Dienste der Verfahrensbeschleunigung und\nvernachlässige den Aspekt der Schutzbedürftigkeit des Minderjährigen\nbzw. sie vereitle den gesetzlich vorgesehenen Schutz Minderjähriger\n(vgl. Jürg Schertenleib, Der Vollzug der Wegweisung von unbegleiteten\nminderjährigen Asylsuchenden, in ASYL 1996/1 S. 16; Andreas Bucher,\nSchweizerische Zeitschrift für internationales und europäisches Recht\n[SZIER], 2/96, S. 199 f.; Anita Biedermann Kaess u.a., Doppelt schutzlos\n[Unbegleitete minderjährige Asylsuchende in der Schweiz], Hrsg.: HEKS\n1996, S. 16 f.; vgl. auch Interpellation Bäumlin, 2. Kreisschreiben des BFF\nzur Behandlung von Asylgesuchen unbegleiteter Minderjähriger, AB 1995 N\n1672 f.; Motion Bäumlin, Schutz für unbegleitete minderjährige Asylsuchende,\nAB 1996 N 339 ff.) und es wird - jedenfalls de lege ferenda - vorgeschlagen, das\nAsylverfahren mit den vormundschaftlichen Massnahmen zu koordinieren,\ndem unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden einen Vormund oder\nVertretungsbeistand zu ernennen, ihm zudem von Amtes wegen eine\nRechtsvertretung beizugeben und eine Befragung zu den Asylgründen erst\n\n"}