{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-07-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-63-11--_1998-07-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004163.pdf?ID=150004163", "Checksum": "be07963a177f9b5d4bf7f33108d6fc58"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.11 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.11 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 31.07.1998 JAAC 63.11 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 31.07.1998 JAAC 63.11 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:58", "Checksum": "435e94333f7847535305b76398cd8fc6", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.11 \r\n\n 5\nGrisel, Traité de droit administratif, Bd. I, Neuenburg 1984; Blaise Knapp,\nPrécis de droit administratif, 4. Aufl., Basel/Frankfurt a.M. 1991; Pierre Moor,\nDroit administratif, Bd. I, 2. Aufl., Bern 1994; Henri Deschenaux, Traité de\ndroit civil suisse - Le titre préliminaire du code civil, Freiburg i.Ue. 1969,\nS. 89 ff.; zur neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung vgl. BGE 121 III\n224 E. 1d, 120 III 134 f. E. 3, 112 Ib 309 ff. E. 2). Im Zusammenhang mit Art. 66\nVwVG hat die ARK im weiteren zwar in ihrem Grundsatzurteil vom 29. April\n1993 i.S. D.D., Rumänien (VPB 58.35), festgehalten, die Revisionsgründe\nseien im VwVG abschliessend genannt (VPB 58.35 E. 2a); sie lehnte es daher\nab, die geltend gemachte Verletzung der allgemeinen Rechtsgrundsätze\ndes Verhältnismässigkeitsprinzips beziehungsweise des Willkürverbots\nals Revisionsgründe anzuerkennen (VPB 58.35 E. 3a). Die Feststellung der\ngrundsätzlich abschliessenden Aufzählung der Revisionsgründe steht\nindessen einer Prüfung der Frage, ob Art. 66 Abs. 1 Bst. b VwVG durch\nrichterliche Lückenfüllung zu ergänzen ist, nicht im Wege, gelten doch\nhinsichtlich einer allfälligen Erweiterung der anerkannten Revisionsgründe\ndie allgemeinen Regeln über die Lückenfüllung im öffentlichen Recht\n(vgl. Ursina Beerli-Bonorand, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der\nVerwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 90,\nmit weiteren Hinweisen). Es ist somit im folgenden anhand der immer\nnoch vorherrschenden Unterscheidung von «echten» und «unechten»\nGesetzeslücken zu prüfen, ob Art. 66 Abs. 1 Bst. b VwVG hinsichtlich des\nBeschwerdeverfahrens vor dem CAT ergänzungsbedürftig ist.\nc.aa. Ausgangspunkt der Prüfung des Vorliegens einer «echten» Lücke ist eine\nAuslegung der fraglichen Gesetzesbestimmung nach den gängigen Kriterien.\nVon Bedeutung sind dabei neben dem Wortlaut der Norm insbesondere deren\nSinn und Zweck, das heisst deren ratio legis, welche sich unter anderem\naus den Materialien des Gesetzgebers ergibt (vgl. VPB 61.4, E. 5c; Gygi,\nVerwaltungsrecht, S. 134 f.; Fleiner-Gerster, a.a.O., S. 91 ff.). Ergibt diese\nAuslegung, dass das Fehlen einer ausdrücklichen Anordnung eine bewusst\nnegative Antwort des Gesetzes bedeutet, liegt ein sogenanntes «qualifiziertes\nSchweigen» des Gesetzgebers vor. In diesem Fall hat er eine Rechtsfrage nicht\nübersehen, sondern stillschweigend - im negativen Sinne - mitentschieden;\nfür Analogie und richterliche Lückenfüllung besteht diesfalls kein Platz (vgl.\nHäfelin/Müller, a.a.O., S. 41, Rz. 192; Gygi, Verwaltungsrecht, S. 83 f., mit\nHinweis auf BGE 108 V 17 f. E. 3b und 101 Ib 335; Hutter, a.a.O., S. 79 ff. mit\nweiteren Hinweisen; vgl. auch BGE 116 II 4 ff. E. 3 u. 4a).\nbb. Um im vorliegenden Fall beurteilen zu können, ob der Gesetzgeber\nbewusst - durch qualifiziertes Schweigen - von der Aufnahme eines\nRevisionsgrundes im Zusammenhang mit der Gutheissung einer Beschwerde\ndurch das CAT abgesehen hat oder ob vielmehr eine durch gesetzgeberisches\nVersehen entstandene «planwidrige Unvollständigkeit» des VwVG - oder eben\neine «echte» Lücke - vorliegt, ist, da der Wortlaut von Art. 66 Abs. 1 Bst. b\nVwVG selber nicht weiterhilft, hauptsächlich auf die Materialien abzustellen.\nDabei ergibt sich zunächst, dass die hier interessierende Frage weder in\nder Botschaft des Bundesrates vom 30. Oktober 1985 betreffend die FoK\n(BBl 1985 III 285 ff.), noch in derjenigen vom 18. März 1991 betreffend die\nÄnderung des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG, SR\n173.110) - beziehungsweise des VwVG - (BBl 1991 II 465 ff.) explizit erörtert\nwurde. Auch in den einschlägigen parlamentarischen Beratungen wurde\n\n"}