{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-04-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-62-9--_1997-04-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004103.pdf?ID=150004103", "Checksum": "9e56482732f7d2a9e8bf1abd9d0d762a"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.9 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 30.04.1997 JAAC 62.9 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 30.04.1997 JAAC 62.9 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 30.04.1997 JAAC 62.9 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:52", "Checksum": "bf2a80e83e5573ced65f7ddbcbff458c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 30.04.1997 JAAC 62.9 \r\n\n 5\nBasel 1995, N. 40 ff. und N. 53 ff. zu Art. 2). Das Datenschutzgesetz fixiert\nin Art. 8 ein allgemeines Auskunftsrecht einer Person hinsichtlich der\nüber sie gespeicherten Daten. Dieser Anspruch geht zunächst weiter\nals ein eigentliches Akteneinsichtsrecht, indem ersteres nicht nur die\nMitteilung über den Inhalt eines Dokuments umfasst, sondern auch über\nden Zweck und die Rechtsgrundlage des Bearbeitens sowie über die an\nder Sammlung beteiligten Personen und die Empfänger der Daten (Art. 8\nAbs. 2 DSG); demgegenüber sieht Art. 8 DSG hingegen nur die Mitteilung\nüber die Kategorien der bearbeiteten Daten und nicht direkte Einsicht in\ndieselben vor, welcher Unterschied allerdings faktisch durch die Regelung\nmarginalisiert wird, dass die Mitteilung grundsätzlich schriftlich, in Form\neines Ausdrucks oder einer Fotokopie zu erfolgen hat (Art. 8 Abs. 5 DSG, Art. 1\nAbs. 2 und 3 der Verordnung vom 14. Juni 1993 zum Datenschutzgesetz [VDSG],\nSR 235.11; zum Ganzen: Rhinow, a. a. O., S. 93). Im vorliegend interessierenden\nBereich der Einsicht in Akten ausserhalb - beziehungsweise nach Abschluss -\neines Verfahrens weisen das Auskunftsrecht des Datenschutzes und das\nAkteneinsichtsrecht im engeren Sinn nach dem Gesagten einen gemeinsamen\nAnwendungsbereich auf; in der Lehre wird mit überzeugender Begründung\ndie Meinung vertreten, die beiden Ansprüche stünden diesbezüglich nicht\nin einem Einschränkungs-, sondern in einem Ergänzungsverhältnis, und\nder Betroffene könne im jeweiligen Einzelfall beide Rechte unabhängig\nvoneinander und sogar kumulativ geltend machen (vgl. Dubach, a. a. O.,\nS. 215 ff., insbes. S. 226 f. und S. 233, mit vielen weiteren Hinweisen; Alexander\nDubach, Kommentar zum Datenschutzgesetz, a. a. O., N. 55 zu Art. 8). Dabei\nwürde der demnach faktisch zum gleichen Ergebnis führende Weg über das\nDatenschutzrecht dem Betroffenen den offensichtlichen Vorteil bieten, dass die\nAuskunfterteilung und Einsichtgabe hinsichtlich eigener personenbezogener\nAkten (zur Abgrenzung dieser Personendaten gemäss Art. 3 Bst. a DSG\nvon sogenannten Sachdaten: vgl. Dubach, Das Recht auf Akteneinsicht,\na. a. O., S. 215 f.) anders als beim Akteneinsichtsrecht im eigentlichen Sinne\nan keinerlei Nachweis eines - wie auch immer gearteten - Interesses des\nGesuchstellers gebunden wäre (vgl. Dubach, a. a. O., S. 225 f.).\nc. Nach diesen Ausführungen schliesst sich die Asylrekurskommission der in\nE. 2.a zitierten Lehre und Praxis an: An den Nachweis eines schutzwürdigen\nInteresses an der Einsicht in Personendaten nach abgeschlossenem\n- beziehungsweise ausserhalb eines - Verfahren sind demnach keine hohen\nAnforderungen zu stellen.\nd. Im vorliegenden Verfahren hat der Beschwerdeführer glaubhaft dargelegt,\ndass er Einsicht in seine ihm abhanden gekommenen Akten verlangt, um die\nProzessaussichten eines allfälligen Wiedererwägungsverfahrens abzuklären\nbeziehungsweise abklären zu lassen (Eingaben vom 4. und 18. September\n1995). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz reicht diese Begründung nach\nden vorstehenden Ausführungen in jedem Falle aus, um ein schutzwürdiges\nInteresse an der Einsichtnahme zu dokumentieren.\n\n6\nDas BFF hat dem Rekurrenten die Einsicht in die Akten seines abgeschlossenen\nAsylverfahrens nach dem Gesagten zu Unrecht verweigert. Die vorliegende\nBeschwerde ist damit vollumfänglich gutzuheissen, die angefochtenen\nVerfügungen sind aufzuheben und die Akten dem BFF zur Einsichtgewährung\nzuzustellen.\n[13] Vgl. oben Fussnote 1, S. 19.\n[14] Cf. ci-dessus note 2, p. 20.\n[15] Cfr. sopra nota 3, pag. 20.\n\n7\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 62.9 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom\n30. April 1997\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1998\nAnnée\nAnno\n\nBand 62\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 004 103\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}