{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-04-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-62-9--_1997-04-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004103.pdf?ID=150004103", "Checksum": "9e56482732f7d2a9e8bf1abd9d0d762a"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.9 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 30.04.1997 JAAC 62.9 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 30.04.1997 JAAC 62.9 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 30.04.1997 JAAC 62.9 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:52", "Checksum": "bf2a80e83e5573ced65f7ddbcbff458c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 30.04.1997 JAAC 62.9 \r\n\n 4\nim Jahre 1969 einen entsprechenden Einsichtsanspruch erstmals direkt aus\ndem in Art. 4 BV verankerten Grundsatz der Rechtsgleichheit ab, machte\nihn jedoch vom Glaubhaftmachen eines besonderen «schutzwürdigen\nInteresses» abhängig (BGE 95 I 103; vgl. zum Ganzen: René A. Rhinow,\nÖffentliches Prozessrecht und Grundzüge des Justizverfassungsrechts des\nBundes, Basel / Frankfurt a. M. 1994, S. 90 f.; Alfred Kölz / Isabelle Häner,\nVerwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtsprechung des Bundes, Zürich\n1993, S. 41 und 87; Alexander Dubach, Das Recht auf Akteneinsicht, Zürich\n1990, S. 62 und 81 ff.; Willy Huber, Das Recht des Bürgers auf Akteneinsicht,\nSt. Gallen 1980, S. 48 ff.; Peter Saladin, Das Verwaltungsverfahrensrecht des\nBundes, Basel und Stuttgart 1979, S. 127 f. und 133).\nBei der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur Einsicht in Akten\neines abgeschlossenen Verfahrens ist in zweifacher Hinsicht eine\ndeutliche Liberalisierung der mit BGE 95 I 103 eingeleiteten Praxis\nfestzustellen: Einerseits fällt auf, dass die in den beiden publizierten\nFolgeentscheiden BGE 110 Ia 85 und 112 Ia 101 enthaltene Akzentuierung des\nAusnahmecharakters eines solchen Einsichtsanspruchs («exceptionnellement»\nbzw. «ausnahmsweise») in der neueren Rechtsprechung weggefallen ist\n(vgl. etwa BGE 113 Ia 4, 113 Ia 261 f.); dies offensichtlich als Reaktion auf\ndie breite Zustimmung der Lehre zur erwähnten Praxisänderung sowie auf\ndie vielfach geäusserten Forderungen nach einer noch weitergehenden\nLiberalisierung des Einsichtsrechts nach abgeschlossenem Verfahren\n(vgl. Dubach, a. a. O., S. 84 ff., mit vielen Hinweisen auf die Lehre). Zum\nanderen ging das BGer im Leitentscheid BGE 95 I 103 noch davon aus, dass\nunter «schutzwürdigen» nur «rechtlich geschützte» Interessen zu verstehen\nseien, was in der (Regesten-)Formulierung zum Ausdruck kommt, «der\nBürger (müsse) seine Rechte stetsfort mit allen von der Rechtsordnung\nzugelassenen Mitteln wahren können» (BGE 95 I 108, E. 2.a; vgl. das Gutachten\ndes Bundesamtes für Justiz vom 30. April 1990, VPB 55.29, FN 12); in den\nneueren publizierten Urteilen lässt das BGer in dieser Hinsicht jedoch bereits\neine «faktische Betroffenheit» als «schutzwürdiges Interesse» genügen und\nverlangt das Geltendmachen rechtlich geschützter Interessen nicht mehr (BGE\n112 Ia 97, 113 Ia 5; Bundesamt für Justiz, Gutachten vom 30. April 1990, a. a. O.;\nT. Cottier, Urteilsanmerkung zu BGE 112 Ia 97, recht 1996/4, S. 138). Auch diese\nLiberalisierung wurde von der Lehre begrüsst, welche bereits zuvor verlangt\nhatte, an den Nachweis eines schutzwürdigen Interesses seien zumindest im\nFalle der Einsichtnahme in über die eigene Person erstellte Akten keine hohen\nAnforderungen zu stellen (Bundesamt für Justiz, Gutachten vom 22. Januar\n1981, VPB 48.34, S. 227 [die Gutachter empfehlen im interessierenden Kontext\n«eine weitherzige Praxis zu Anfragen auf Akteneinsicht, soweit dies jedenfalls\nmit einer rationellen Verwaltungsführung vereinbar» sei]; Bundesamt für\nJustiz, Gutachten vom 30. April 1990, a. a. O., S. 30; Dubach, a. a. O., S. 86;\nHuber, a. a. O., S. 49 f.).\nb. In diesem Zusammenhang ist zudem auf das am 1. Juli 1993 in Kraft\ngetretene Bundesgesetz vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG, SR\n235.1) hinzuweisen: Mit Ausnahme erstinstanzlicher Verwaltungsverfahren\nfindet es auf Rechtspflegeverfahren keine Anwendung, solange diese\nhängig sind; nach Verfahrensabschluss ist das Datenschutzgesetz hingegen\ngrundsätzlich uneingeschränkt anwendbar (Art. 2 Abs. 2 Bst. c DSG; vgl.\nMarc Buntschu, Kommentar zum Schweizerischen Datenschutzgesetz,\n\n"}