{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-02-05", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-62-2--_1997-02-05.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003866.pdf?ID=150003866", "Checksum": "009103808596af893bb3ff3bc164ca72"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.2 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 05.02.1997 JAAC 62.2 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 05.02.1997 JAAC 62.2 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 05.02.1997 JAAC 62.2 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:54", "Checksum": "8148be92a58c52f74f9a841ccff88a45", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 05.02.1997 JAAC 62.2 \r\n\n JAAC 62.2\n\nAuszug aus einem Entscheid der Schweizerischen\nAsylrekurskommission vom 5. Februar 1997\n\nDécision de principe de la Commission suisse de recours en matière\nd’asile[2].\nArt. 3 al. 1 LAsi. Persécution quasi étatique.\nLes persécutions imputables aux Talibans doivent être considérées\ncomme «quasi étatiques» dans la mesure où leur groupe exerce un\npouvoir de fait durable et stable (JAAC 60.30) sur la partie du territoire\nafghan qu’il contrôle (y compris Kaboul).\n\nGrundsatzentscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission[1].\nArt. 3 Abs. 1 AsylG. (Quasi-)Staatlichkeit der Verfolgung.\nVerfolgungen durch die Taliban sind als «quasi-staatlich» zu\nbetrachten, da diese Gruppierung auf dauerhafte, stabile und effektive\nWeise (vgl. VPB 60.30) in dem von ihr kontrollierten Teil Afghanistans\n- inklusive Kabul - die faktische Herrschaft ausübt.\n\nDecisione di principio della Commissione svizzera di ricorso in materia\nd’asilo[3].\nArt. 3 cpv. 1 LAsi. Persecuzione quasi-statale.\nLe persecuzioni imputabili ai Taliban devono essere considerate\nsiccome «quasi-statali», nella misura in cui il suddetto raggruppamento\nesercita un potere di fatto, durevole e stabile, nella parte\ndell’Afganistan - compresa Kabul - che controlla (cfr. GAAC 60.30).\n\n1\nZusammenfassung des Sachverhalts:\n\nDer Beschwerdeführer verliess Afghanistan zusammen mit seiner Familie am\n2. Juli 1992 und stellte am 25. September 1992 in der Schweiz ein Asylgesuch,\nwelches die Vorinstanz mit Verfügung vom 11. Mai 1994 vollumfänglich\nabwies.\nMit Beschwerde vom 10. Juni 1994 liessen die Rekurrenten die Verfügung\ndes Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) durch ihren Vertreter bei der\nSchweizerischen Asylrekurskommission (ARK) anfechten. Sie beantragten die\nkostenfällige Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Gewährung\ndes Asyls sowie eventuell die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zum\nneuen Entscheid.\nDie Vorinstanz hob ihren angefochtenen Entscheid im Rahmen des\nVernehmlassungsverfahrens mit Verfügung vom 16. Februar 1995\nwiedererwägungsweise teilweise auf, stellte die Unzumutbarkeit des\nWegweisungsvollzugs fest und ordnete die vorläufige Aufnahme der\nBeschwerdeführer in der Schweiz an.\nDie ARK heisst die Beschwerde gut und weist die Vorinstanz an, den\nRekurrenten in der Schweiz Asyl zu gewähren.\n\nAus den Erwägungen:\n\n5. (...)\nd. Umstritten ist die Frage der Staatlichkeit der erlittenen beziehungsweise zu\nbefürchtenden Nachteile.\naa. Die Vorinstanz ging in der mittlerweile aufgehobenen Verfügung vom\n11. Mai 1994 noch von der Staatlichkeit der Verfolgung aus (...). In der\nVerfügung vom 16. Februar 1995 sowie in seiner Stellungnahme vom 2. April\n1996 führte das BFF hingegen aus, die Situation in Afghanistan sei geprägt\nvon einer totalen Aufsplitterung der hoheitlichen Gewalt auf verschiedene\nMudschaheddin-Fraktionen und der vollständigen Absenz staatlicher oder\nquasi-staatlicher Institutionen.\nbb. Nach Lehre und Praxis (vgl. zum Nachfolgenden: VPB 60.30, sowie\nEntscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission\n[EMARK] 1996 Nr. 28, S. 271 und Nr. 42, S. 370) führt unmittel- oder mittelbare\nstaatliche Verfolgung unter der Voraussetzung des Erfüllens der übrigen\nrechtlichen Voraussetzungen zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft,\nwährend rein private Nachstellungen in dieser Hinsicht grundsätzlich\nunbeachtlich bleiben müssen. Bei fehlender Schutzfähigkeit des Staates,\nbeispielsweise aufgrund einer Bürgerkriegssituation, sind je nach Kategorie\nder Verfolger zwei Konstellationen zu unterscheiden: Sind private Dritte\nfür die Verfolgung verantwortlich, gilt diese - wie im schutzfähigen Staat -\ngrundsätzlich als asylrechtlich irrelevant. Verfolgung durch «private»\nKörperschaften, welche, ohne anerkannte Träger der Staatsordnung zu\n\n"}