{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-05-16", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-60-38--_1995-05-16.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003059.pdf?ID=150003059", "Checksum": "19fb28c4fa7baed563184f4245998ff6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.38 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 16.05.1995 JAAC 60.38 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 16.05.1995 JAAC 60.38 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 16.05.1995 JAAC 60.38 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:45", "Checksum": "98bbe1614dc9a8bea2eb8b4b8040433b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 16.05.1995 JAAC 60.38 \r\n\n 10\ndass das Völkerrecht bei strikter Anwendung des Landesrechts tatsächlich\ntangiert würde. Es genügt daher nicht, dass ein Revisionsführer eine drohende\nVerletzung von Art. 33 FK respektive Art. 3 EMRK lediglich behauptet: Er\nmuss die beachtliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften\nGefahr vielmehr schlüssig nachweisen, wobei allerdings der herabgesetzte\nBeweismassstab des Glaubhaftmachens genügt (vgl. BGE 111 Ib 71 mit\nHinweisen; Entscheide der Europäischen Kommission für Menschenrechte\nNr. 14514/89, 14982/89 und 1840/93; Urteile EGMR Serie A Vol. 161 [= EuGRZ\n1989, S. 314], 201 [= EuGRZ 1991, S. 203], 215 [= Human Rights Law Journal\n1991, S. 432]; Villiger, a. a. O., S. 185, Rn. 304; Kälin, Grundriss, S. 245 ff.;\nEMARK 1993 Nr. 23, S. 155, E. 9.b; Nr. 26, S. 184 f.; 1994 Nr. 3, S. 27 f., E. 5.b). Ein\nAbweichen vom Wortlaut von Art. 66 Abs. 3 VwVG rechtfertigt sich mit andern\nWorten nicht bereits bei Vorliegen von Tatsachen und Beweismitteln, welche\ngeeignet sein können, zu einem anderen Ergebnis als im vorangegangenen\nordentlichen Asylverfahren zu führen, sondern lediglich dann, wenn die\nTatsachen und Beweismittel bei rechtzeitigem Bekanntwerden zu einem\nanderen Beschwerdeentscheid - und zwar zu einer Gutheissung zumindest\nbezüglich der Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges - geführt\nhätten. Die Revisionsinstanz hat also in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die\nvorgebrachten Tatsachen und eingereichten Beweismittel neu im Sinne der\nrevisionsrechtlichen Bestimmungen (Art. 66 Abs. 2 Bst. a bzw. Abs. 3 VwVG)\nsind. Trifft dies zu, so genügt im weiteren als Grundlage für die Gutheissung\ndes Revisionsgesuches die Erfüllung der von der bisherigen Rechtsprechung\nentwickelten Voraussetzungen an die Erheblichkeit der Vorbringen, das\nheisst, sie müssen lediglich geeignet sein, zu einem anderen Ergebnis als\nim ordentlichen Verfahren zu führen (vgl. E. 5 hiervor). Erweisen sich die\nVorbringen indessen als verspätet im Sinne von Art. 66 Abs. 3 VwVG, so\nmuss bereits im Rahmen der Prüfung des Vorliegens der geltend gemachten\nRevisionsgründe eine vorweggenommene materielle Beurteilung ergeben,\ndass die genannten völkerrechtlichen Wegweisungsschranken tatsächlich\nbestehen.\nh. Im weiteren ergibt sich aus dem Umstand, dass das Völkerrecht einem\nFlüchtling kein Recht auf Asyl garantiert, sondern den Staaten lediglich\nein Rückschiebungsverbot auferlegt (vgl. Kälin, Grundriss, S. 3 ff., Ziff. 1.c\nund d), dass einem Revisionsführer, dessen Vorbringen nach nationalem\nProzessrecht als verspätet eingereicht zu qualifizieren sind, auch bei\nGutheissung des Revisionsgesuches nicht Asyl gewährt werden kann. Die\nvölkerrechtskonforme Auslegung von Art. 66 Abs. 3 VwVG hat somit lediglich\nAuswirkungen auf die Fragen der Flüchtlingseigenschaft (Art. 33 Abs. 1 FK)\nund der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges gemäss Art. 14a Abs. 3 des BG\nvom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG,\nSR 142.20) (vgl. auch Kälin, Gutachten, S. 4, Ziff. 2.b in fine).\ni. Nachdem aufgrund der obenstehenden Erwägungen feststeht, dass\nbereits aus völkerrechtlicher Sicht die uneingeschränkte Anwendung\nvon Art. 66 Abs. 3 VwVG nicht statthaft ist, erübrigt es sich, näher auf die\nvom Gesuchsteller unter Berufung auf die bundesgerichtliche Praxis zu\nden sogenannten unverzichtbaren und unverjährbaren Grundrechten\nvorgebrachte These, wonach die drohende Verletzung von Art. 3 EMRK (als\n\n"}