{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-11-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-60-37--_1994-11-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003056.pdf?ID=150003056", "Checksum": "eacaf0b4d0aa421512c49cd4586fadb7"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.37 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 11.11.1994 JAAC 60.37 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 11.11.1994 JAAC 60.37 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 11.11.1994 JAAC 60.37 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:02", "Checksum": "a3f80c60f4e9f5564b9116e511b5595b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 11.11.1994 JAAC 60.37 \r\n\n1.a. Es ist vorab die Zuständigkeit der ARK zur Behandlung der vom 9. Mai\n1993 datierten Eingabe der Gesuchsteller zu prüfen. Die Gesuchsteller selber\nbezeichneten ihre Eingabe als Wiedererwägungsgesuch und richteten sie an\ndas BFF. Das BFF verneinte demgegenüber seine Zuständigkeit zur Behandlung\nder Eingabe, welche sich vielmehr als gegen den Entscheid der ARK vom\n13. Januar 1993 gerichtetes Revisionsgesuch darstelle, und überwies das\nGesuch in Anwendung von Art. 8 Abs. 1 VwVG an die ARK.\nb. Der Begriff der Wiedererwägung wird in mehrdeutigem Sinn verwendet; im\nwesentlichen werden damit drei verschiedene, im folgenden näher dargelegte,\nKonstellationen erfasst, bei denen eine verfügende Instanz auf ihre Verfügung\nzurückkommt.\nIn seiner ersten Bedeutung stellt ein Wiedererwägungsgesuch einen\nblossen Rechtsbehelf dar, auf dessen Behandlung durch die verfügende\nBehörde kein Anspruch besteht; die Behörde wird ersucht, auf ihre\nVerfügung zurückzukommen, ohne dass indessen ein Grund angeführt\nwerden könnte, der (im Sinne der beiden anderen, nachfolgend erwähnten\nBedeutungen des Begriffes der Wiedererwägung) zum Zurückkommen\nverpflichten würde. Einer Wiedererwägung in diesem Sinne nicht zugänglich\nsind Rechtsmittelentscheide, auf die zurückzukommen das Vorliegen\neines Revisionsgrundes voraussetzt. Die verfügende Behörde kann mit\nanderen Worten einem als blossen Rechtsbehelf zu charakterisierenden\nWiedererwägungsgesuch nur stattgeben, sofern die ursprüngliche Verfügung\nunangefochten geblieben ist (vgl. zum Ganzen Gygi Fritz, Verwaltungsrecht,\nBern 1986, S. 311, 316 f.; Beerli-Bonorand Ursina, Die ausserordentlichen\nRechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone,\nZürich 1985, S. 49 ff., 56 f., 75, 171).\nIn seiner zweiten Bedeutung meint der Begriff der Wiedererwägung den\nWiderruf einer unangefochten gebliebenen, formell rechtskräftig gewordenen\nVerfügung, die sich als ursprünglich fehlerhaft erweist (vgl. Saladin Peter,\nDas Verwaltungsverfahrensrecht des Bundes, Bern 1979, S. 98 ff.; Imboden\nMax / Rhinow René A., Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I,\nAllgemeiner Teil, Basel/Stuttgart 1976, Nr. 43, S. 260 ff.; Gygi, Verwaltungsrecht,\nS. 307 ff., 316; Beerli-Bonorand, a. a. O., S. 41 f., 79, 171 ff.). Analog zu der\ngesetzlichen Regelung von Art. 66 VwVG leitet die Praxis unmittelbar aus\nArt. 4 BV einen Anspruch auf Wiedererwägung ab, sofern Revisionsgründe\ngeltend gemacht werden können; insbesondere die Verletzung wesentlicher\nVerfahrensvorschriften im ursprünglichen Verfügungsverfahren oder\naber das Bekanntwerden neuer, erheblicher Tatsachen und Beweise im\nrevisionsrechtlichen Sinne, die trotz aller zumutbaren Sorgfalt nicht\nfrüher, namentlich nicht in einem ordentlichen Rechtsmittelverfahren\ngeltend gemacht werden konnten, begründen einen Anspruch auf\nWiedererwägung der fehlerhaften Verfügung. Ein Wiedererwägungsgesuch\nin diesem Sinne stellt sich nicht bloss als Rechtsbehelf, sondern vielmehr als\n\n"}