{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-07-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-60-35--_1995-07-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003050.pdf?ID=150003050", "Checksum": "03b3782b7fc912dc6b486f53c4a25ed1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.35 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:58", "Checksum": "d72c1cc406ce9ae406528f0ee682e227", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r\n\n 11\nGruppenzugehörigen) vor seiner Flucht so schlecht behandelt - insbesondere\ngefoltert - worden ist (bzw. sind), dass sich dies als Langzeit-Trauma\nausgewirkt haben dürfte.\n2. Andauernde feindselige Haltung weiter Teile der einheimischen\nBevölkerung (insbesondere Diskriminierung) gegenüber Staatsangehörigen,\ndie die gleiche politische Anschauung, Religion usw. haben wie der\nbetreffende Flüchtling; dessen andauernde starke oppositionelle Haltung\ngegenüber dem gegenwärtigen Regime; psychologische Blockade des\nFlüchtlings, sich aufgrund der Verfolgung und der seither verstrichenen\nlangen Zeit als Mitglied seines Heimatstaates zu betrachten (vgl. Grahl-Madsen,\na. a. O., S. 411; Köfner/Nicolaus, a. a. O., S. 605; D’Aoust, a. a. O., S. 9; alle\nunter Berufung auf Robinson, a. a. O., S. 61 f.). Diese Ausnahmebestimmung\nder Konvention kann nach Grahl-Madsen (a. a. O.) zudem unter gewissen\nUmständen auch ein Flüchtling geltend machen, der als Folge der Verfolgung\nund der Flucht ohne Wohnung und Beruf und ohne irgendetwas, das ihn mit\nseinem Heimatland verbindet, dasteht.\n3. Weitere Gründe des persönlichen Wohlbefindens: Gemäss negativer\nUmschreibung im § 6 A Bst. e des Statuts des UNHCR vom 14. Dezember\n1950 fällt der Flüchtling nicht mehr unter das Statut, wenn er keine anderen\nGründe anrufen kann «que de convenance personnelle», wobei solche\nrein ökonomischer Natur ausgeschlossen sind (vgl. Grahl-Madsen, a. a. O.,\nS. 407 ff.).\nDie ersten zwei Kategorien sind als zwingende Gründe gemäss\nFlüchtlingskonvention zu verstehen, die dritte beruht allein auf dem Statut\ndes UNHCR. Die dort verwendete Formulierung wurde bei der Erarbeitung\nder Flüchtlingskonvention bewusst abgelehnt (vgl. den Ausgangstext, von dem\ndie Bevollmächtigtenkonferenz im Juli 1951 ausging [A/CONF.2/1], welcher\nnoch die Formulierung gemäss Statut enthielt, die Änderungsvorschläge des\nisraelischen Vertreters [A/CONF.2/81 und 82] und die Schlussabstimmung\n[A/CONF.2/SR.29, S. 4]). Bei der Ausnahmebestimmung von Art. 1 C Ziff. 5\nAbs. 2 FK geht es um «den Schutz ihres Heimatlandes» («la protection du\npays dont il a la nationalité»), den Flüchtlinge aus zwingenden Gründen\nablehnen können, und nicht um «die Rückkehr in das Land ihres früheren\nWohnsitzes» («de retourner dans le pays dans lequel il avait sa résidence\nhabituelle»), welche Formulierung aus dem für staatenlose Flüchtlinge\ngeltenden Art. 1 C Ziff. 6 Abs. 2 FK stammt. Damit ist klargestellt, dass\ngrundsätzlich auch der blossen Konsequenz, nicht mehr als Flüchtling mit\nAufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, sondern nur noch als Ausländer\nmit entsprechender Bewilligung zu gelten, zwingende Gründe entgegenstehen\nkönnen. Fraglich ist allerdings, ob bei Verbleib im Asylland der gleiche\nMassstab an die Bedeutsamkeit der Gründe anzulegen ist wie im Falle der\nRückkehr-Konsequenz. Grahl-Madsen hat sich dazu (im Zusammenhang\nmit § 6 A Bst. e des Statuts des UNHCR, der zwar die gleiche Unterscheidung\nzwischen Flüchtlingen mit und solchen ohne Staatsangehörigkeit macht, aber\nstatt von zwingenden Gründen von «grounds other than those of personal\nconvenience» spricht) wie folgt geäussert: «In the context of § 6 A (e) it\nmust be remembered, however, that the emphasis is on availing oneself of\nprotection rather than on returning to the country of origin. Therefore, the\n\n"}