{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-07-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-60-35--_1995-07-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003050.pdf?ID=150003050", "Checksum": "03b3782b7fc912dc6b486f53c4a25ed1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.35 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:58", "Checksum": "d72c1cc406ce9ae406528f0ee682e227", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r\n\n 9\nHauptmanns. Er habe es nach Kriegsende abgelehnt, der Roten Armee\nbeizutreten. Ebenfalls 1945 sei ihm und der Beschwerdeführerin im Rahmen\nder Agrarreform der Grossteil ihres Landgutes in der Nähe der Stadt Veszprém\nsowie ihr 7-Zimmer-Einfamilienhaus in der Stadt weggenommen und\nverstaatlicht worden. Vier Jahre später seien sie aufgefordert worden, den\nRest des Grundeigentums dem Staat anzubieten, unter der Androhung, dass\nder Beschwerdeführer andernfalls in ein Arbeitslager gehen müsse. Sie hätten\ndem Zwang nachgegeben und es sei ihnen im Gegenzug ein kriegsbeschädigtes\nHaus angeboten worden, welches sie entgegen anderslautender Zusage auf\neigene Kosten hätten reinigen, reparieren und renovieren müssen. Von\nden vier Zimmern, die sie zu neunt bewohnt hätten, hätten sie nach drei\nMonaten ein Zimmer an zwei Soldaten abtreten müssen. Ein Jahr später\nhabe ihnen ein Geheimpolizist mitgeteilt, dass er das Haus übernehme,\nworauf sie innerhalb eines Tages in ein kleines Bauerndorf haben ziehen\nmüssen, wo ihnen zwei Räume in einem Bauernhaus zugewiesen worden\nseien. Da dem Beschwerdeführer nicht einmal die Arbeit in einer Fabrik\nerlaubt worden sei, habe er, nachdem er eine Zeitlang Gelegenheitsarbeiten\nals Trödler verrichtet habe, eine Schlosserlehre gemacht und in der Folge mit\nSchneeschleudermaschinen gearbeitet. Ihrer Tochter sei der Übertritt in die\nMittelschule wegen «klassenfeindlicher Abstammung» nicht bewilligt worden.\nNach dem Tod Stalins sei bekanntgeworden, dass man den Ort wechseln\ndürfe - ohne dass die Deportation formell aufgehoben worden wäre -, worauf\ndie Familie nach Balatonfüred gezogen sei, wo der Beschwerdeführer eine\nWohnung (Wohnrecht) gekauft und in einer staatlichen Bäckerei gearbeitet\nhabe.\nAm 23. Oktober 1956 habe es, nachdem man bereits während des Sommers\nvon Aktivitäten von Schriftstellern und Journalisten in Budapest gehört habe,\nkeine Sendungen im Radio gegeben und entsprechend seien Diskussionen\nund Gerüchte entstanden. Drei Tage später habe es, ausgehend von einem\nMarsch der Schifffabrikarbeiter, eine Versammlung in Balatonfüred\ngegeben, an welcher der Beschwerdeführer - entgegen dem Wunsch der\nBeschwerdeführerin - auch teilgenommen habe. Er sei dann überraschend\naufgrund eines Aufrufes eines Arbeiters ins 30köpfige Revolutionskomitee\ngewählt worden, welches bei dieser Gelegenheit entsprechend der Vorgänge\nim ganzen Land konstituiert worden sei. Aus diesem Komitee habe man ihn\nin ein sechsköpfiges Gremium für die Führung der Stadt gewählt, und er sei\nin der Folge mit der Organisation der Stadt - quasi als Gemeindepräsident -\nbeauftragt worden. In der Nacht 3./4. November 1956 habe er Detonationen\ngehört und darauf einen Telefonanruf von der lokalen Polizei erhalten\nmit der Information, die Russen hätten Ungarn angegriffen und eine\nMunitionsfabrik in der Nähe von Balatonfüred sei in die Luft gesprengt\nworden. Am 8. November, bis zu welchem Tag er im Amt geblieben sei,\nhabe er die Weisung bekommen, die alten kommunistischen Beamten seien\nwieder in ihr Amt einzusetzen. Er habe darauf seine frühere Tätigkeit in der\nBäckerei aufgenommen. Am 20. November habe er bei einer Besorgung in der\nStadt von einem Kollegen erfahren, dass er wegen seiner Führungsfunktion\nim Revolutionsrat verhaftet werden solle. Am gleichen Tag seien sie nach\nÖsterreich geflohen. Im nachhinein habe er erfahren, dass der Schuldirektor,\nwelcher eigentlich als Präsident des Revolutionsrates hätte fungieren\nsollen, dieses Amt dann aber dem Beschwerdeführer überlassen habe,\nverhaftet worden sei. 1988 sei aufgrund veröffentlichter Geheimakten\n\n"}