{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-07-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-60-35--_1995-07-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003050.pdf?ID=150003050", "Checksum": "03b3782b7fc912dc6b486f53c4a25ed1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.35 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:58", "Checksum": "d72c1cc406ce9ae406528f0ee682e227", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r\n\n 7\n(Einrückung des zweiten Absatzes) und die unter Ziff. 6 Abs. 2 bezüglich der\nStaatenlosen wiederholte Formulierung (sich beziehend auf Ziff. 6 Abs. 1)\nzeigen, dass es sich bei der Pluralform von «Bestimmungen» um eine falsche\nÜbersetzung handelt.\nb. Die Ausnahmeregelung beschränkt sich, zufolge des Verweises auf Art. 1 A\nZiff. 1 FK, grundsätzlich auf sogenannte statutäre Flüchtlinge, das heisst solche\nPersonen, die aufgrund früherer Vertragswerke am 28. Juli 1951 bereits als\nFlüchtlinge galten. Damit wäre sie für die Beschwerdeführer nicht anwendbar.\nDie Flüchtlingskonvention selbst, das Statut des UNHCR vom 14. Dezember\n1950 sowie die Doktrin zu diesen beiden Vertragswerken lassen allerdings\ndiese Einschränkung in einem anderen Licht erscheinen. Während das Statut\ndie Begrenzung auf statutäre Flüchtlinge gar nicht kennt (§ 6 A Bst. e), wird\nin der Literatur zur Flüchtlingskonvention diese Ausnahmeregelung als\nAusdruck eines weiterreichenden humanitären Grundsatzes verstanden,\nder folgerichtig auch für alle anderen Flüchtlinge zu gelten habe (vgl.\ninsbesondere Handbuch des UNHCR über Verfahren und Kriterien zur\nFeststellung der Flüchtlingseigenschaft [UNHCR-Handbuch], Genf 1979/1993,\n§ 136; Goodwin-Gill Guy S., The Refugee in International Law, Oxford 1983,\nS. 52; D’Aoust E., La mise en oeuvre des clauses de cessation du statut de\nréfugié au vu de la doctrine, de la jurisprudence et des recommandations\ndu United Nations High Commissioner for Refugees / Haut Commissariat\ndes Nations Unies pour les réfugiés [HCR], Documentation-Réfugiés,\nsupplément au N° 241, S. 8; Köfner G. / Nicolaus Peter, Grundlagen des\nAsylrechts in der Bundesrepublik Deutschland, Mainz/München 1986, Bd. 2,\nS. 605; anderer Meinung: Grahl-Madsen Atle, The Status of Refugees in\nInternational Law, Leyden 1966, Bd. I, S. 407, welcher die weitergehende\nBedeutung alleine auf das Statut des UNHCR abstützt). Die Empfehlungen\ndes Exekutiv-Komitees für das Programm des Hohen Flüchtlingskommissars\nder Vereinten Nationen, in welchem auch die Schweiz vertreten ist, gehen in\ndie selbe Richtung (Ex-Com-Beschluss Nr. 69 [XLIII] von 1992; Document de\ntravail sur l’application des clauses de cessation dans la Convention de 1951,\n20. Dezember 1991, Ziff. 15).\nDie ARK ist diesbezüglich zum gleichen Ergebnis gekommen und wendet,\nallerdings aus einem im schweizerischen Asylrecht liegenden Grund,\ndie Beschränkung auf statutäre Flüchtlinge in der Schweiz nicht an; die\nAusnahmebestimmung hat demnach ebenfalls Geltung für diejenigen\nPersonen, die später als Flüchtlinge anerkannt worden sind (vgl.\nEntscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission\n[EMARK] 1993 Nr. 31). Der Grund für diese Praxis liegt in der Formulierung\nvon Art. 3 AsylG, der über die begründete Furcht hinaus (Art. 1 A Ziff. 2 FK)\nauch die Relevanz sogenannter Vorverfolgung in die Flüchtlingsdefinition\naufgenommen hat. Aus dem erwähnten Urteil ist abzuleiten, dass dieser\nErweiterung nur dann eine eigenständige Bedeutung - ohne in Widerspruch\nmit den Widerrufsgründen zu geraten - zukommt, wenn bei festgestellter\nVorverfolgung «die Rückkehr in den Verfolgerstaat aus triftigen Gründen, die\nauf frühere Verfolgung zurückgehen, nicht zugemutet werden kann».\nBeide Argumentationen führen zum Resultat, dass die Ausnahmebestimmung\nvon Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK für alle Flüchtlinge anwendbar ist. Sie stehen\nauch in Übereinstimmung mit der jahrzehntelangen Praxis der Schweiz, die\n\n"}