{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-07-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-60-35--_1995-07-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003050.pdf?ID=150003050", "Checksum": "03b3782b7fc912dc6b486f53c4a25ed1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.35 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 04.07.1995 JAAC 60.35 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:58", "Checksum": "d72c1cc406ce9ae406528f0ee682e227", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35 \r\n\n 2\nArt. 41 cpv. 1 lett. b LAsi in relazione all’art. 1 C n. 5 cpv. 1 e 2 Conv.\nsullo statuto dei rifugiati (Conv.). Revoca dell’asilo in virtù di un\ncambiamento della situazione. Ragioni imperiose.\n1. Si può ritenere che negli ultimi anni sia intervenuto in Ungheria,\nPolonia e nella Repubblica Ceca un mutamento effettivo e\nduraturo della situazione generale - in particolare nel senso della\ndemocratizzazione del potere, dell’instaurazione e difesa dei principi\nfondamentali di uno Stato di diritto e del rispetto dei diritti dell’uomo -,\nche giustifica la revoca dell’asilo in applicazione dell’art. 1 C n. 5 cpv. 1\nConv. (consid. 5.a).\n2. L’eccezione prevista all’art. 1. C n. 5 cpv. 2 Conv. - secondo la quale\nnon può essere privato dello statuto di rifugiato colui che possa\ninvocare «motivi imperiosi» derivanti da persecuzioni precedenti -, non\ntrova applicazione in caso di perdita dello status giusta l’art. 1 C n. 1-4\nConv., ma esclusivamente in relazione al motivo di cessazione di cui\nall’art. 1 C n. 5 cpv. 1 Conv. (consid. 6.a).\nL’eccezione di cui all’art. 1 C n. 5 cpv. 2 Conv. è valida per tutti i\nrifugiati, e non solo per quelli statutari (consid. 6.b, conferma della\ngiurisprudenza, cfr. GAAC 58.25).\n3. La formulazione secondo la quale i motivi imperiosi (o gravi che\ndir si voglia) devono riferirsi a precedenti persecuzioni, significa\nche gli stessi devono essere in correlazione con i fondati timori\nd’essere perseguitato provati dall’interessato al momento della fuga\n(consid. 6.c).\n4. (concerne unicamente la versione tedesca).\n5. Vanno considerati quali motivi imperiosi ai sensi della citata\ndisposizione, in primo luogo gli eventi profondamente traumatici. In\nsiffatta evenienza, la revoca dell’asilo e la privazione della qualità\ndi rifugiato non si giustificano nemmeno ove l’interessato non sia\ncomunque obbligato a far rientro nel suo Paese d’origine. Secondo\nla dottrina, esistono altri motivi imperiosi; tuttavia s’impone\nun’interpretazione restrittiva di quest’ultimi allorquando il rifugiato\npossa comunque restare in Svizzera (consid. 6.d).\n\nZusammenfassung des Sachverhalts:\n\nDie Beschwerdeführer reisten am 29. November 1956 in die Schweiz ein,\nwo sie aufgrund eines Bundesratsbeschlusses und gestützt auf das BG vom\n26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG,\nSR 142.20) sowie das Abk. vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der\nFlüchtlinge (Flüchtlingskonvention [FK], SR 0.142.30) im Rahmen der\nUngarn-Aktion als Flüchtlinge anerkannt wurden, unter Gewährung des\ndauernden Aufenthaltes.\n\n3\nMit Schreiben vom 20. Mai 1994 stellte das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF)\nfest, dass es die Voraussetzungen des Widerrufsgrundes von Art. 1 C Ziff. 5\nFK als erfüllt erachte, und lud die Beschwerdeführer zu einer Stellungnahme\nein. Die Beschwerdeführer nahmen dazu am 14. Juni 1994 schriftlich Stellung\nund beantragten, es sei ihnen der Status als politische Flüchtlinge weiter zu\nbelassen.\nDas BFF widerrief am 8. Juli 1994 gestützt auf die genannte\nKonventionsbestimmung sowie Art. 41 Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom\n5. Oktober 1979 (AsylG, SR 142.31) das den Beschwerdeführern in der Schweiz\ngewährte Asyl und erkannte ihnen die Flüchtlingseigenschaft ab.\nMit Eingabe vom 2. August 1994 stellten die Beschwerdeführer den Antrag,\nes sei ihnen das Asylrecht weiterhin zu gewähren, und beantragen damit\nsinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. Zur Begründung\nnannten sie im wesentlichen die damaligen Fluchtgründe, den langen\nAufenthalt in der Schweiz, die fehlenden Kontakte mit dem Heimatland,\ndie heutigen politischen Verhältnisse in Ungarn und den Umstand, dass sie\nin der Schweiz von allem Anfang an keiner Unterstützung bedurften. Sie\nwiesen darauf hin, dass zufolge der damaligen kollektiven Aufnahme nie eine\nBefragung zu den Fluchtgründen stattgefunden habe, und stellten den Antrag\nauf persönliche Anhörung.\nDas BFF beantragte in seiner Vernehmlassung vom 29. November 1994 die\nAbweisung der Beschwerde.\nAm 11. Januar 1995 wurde eine Instruktionsverhandlung vor dem\nInstruktionsrichter durchgeführt. Die Beschwerdeführer wurden befragt über\nihre damaligen Fluchtgründe, ihre Beurteilung der gegenwärtigen Verhältnisse\nin Ungarn sowie ihre Gründe, weshalb sie es ablehnen, den Schutz ihres\nHeimatlandes in Anspruch zu nehmen. Ihr für die Verhandlung beigezogener\nRechtsvertreter nahm zum Verhandlungsergebnis Stellung.\nDie Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) weist die Beschwerde ab.\n\nAus den Erwägungen:\n\n3.a. Die Beschwerdeführer sind gestützt auf das ANAG im Rahmen der\nKollektivaufnahme ungarischer Staatsangehöriger als Flüchtlinge im Sinne der\nFlüchtlingskonvention anerkannt und in der Schweiz aufgenommen worden.\nGemäss Art. 53 AsylG (Übergangsbestimmung) gelten diejenigen Personen,\ndie am 1. Januar 1981 bereits als Flüchtling in der Schweiz anerkannt sind,\nfortan als Flüchtlinge im Sinne des Asylgesetzes. Damit ist auch gesagt,\ndass die Beschwerdeführer mit Inkrafttreten des Asylgesetzes Asyl im\nSinne von Art. 4 AsylG erhalten haben und dass die Aberkennungs- und\nWiderrufsklauseln nach Art. 41 AsylG auch für die Gesuchsteller gelten.\nDem steht folgende Aussage des Bundesrates in seinem Schlussbericht\nüber die Ungarn-Aktion nicht entgegen: «Die aufgenommenen ungarischen\nFlüchtlinge können so lange in der Schweiz bleiben, als sie es wünschen,\nimmer unter der Voraussetzung, dass sie sich korrekt verhalten. Es soll auf\nsie kein Druck ausgeübt werden, weder zur Weiterreise noch zur Heimkehr.»\n(Die schweizerische Asylpraxis in neuester Zeit, Bericht des EJPD vom 7. März\n1957, Anhang zum Ludwig-Bericht, S. 415, in Bericht des Bundesrates an die\n\n"}