{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-02-19", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-57--_1993-02-19.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002705.pdf?ID=150002705", "Checksum": "d8bb001f84e23228fb9d5650a8387142"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.57 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 19.02.1993 JAAC 59.57 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 19.02.1993 JAAC 59.57 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 19.02.1993 JAAC 59.57 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:02", "Checksum": "4894a8bbe60fd40febab4d39a594c135", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 19.02.1993 JAAC 59.57 \r\n\n JAAC 59.57\n\nAuszug aus einem Entscheid der Schweizerischen\nAsylrekurskommission vom 19. Februar 1993\n\nArt. 60 PA. Blâme.\n- L’avocat qui, sans réserve, fait appel à un moyen de preuve dont la\nfalsification était reconnaissable moyennant un minimum d’attention,\nuse d’un procédé téméraire et trouble la marche de l’affaire au sens de\nl’art. 60 PA.\n- La CRA est compétente en dernière instance pour prononcer des\nmesures disciplinaires.\n\nArt. 60 VwVG. Verweis.\n- Das vorbehaltslose Berufen auf Beweismittel, die mit einem\nMindestmass an Sorgfalt als Fälschungen erkannt werden müssen,\nerweist sich bei einem Rechtsanwalt als mutwillige Prozessführung und\nStörung des Geschäftsganges im Sinne von Art. 60 VwVG.\n- Die ARK entscheidet letztinstanzlich über prozessdisziplinarische\nMassnahmen.\n\nArt. 60 PA. Provvedimenti disciplinari.\n- L’avvocato che, senza riserve, invoca documenti che, usando della\ndiligenza che si può ragionevolemente esigere dallo stesso, poteva\nriconoscere come falsificazioni, commette un abuso procedurale e turba\nl’andamento della causa ai sensi dell’art. 60 PA.\n- La CRA decide definitivamente, quindi quale ultima istanza federale,\nanche circa i provvedimenti disciplinari afferenti alla procedura\nd’asilo.\n\n1\nZusammenfassung des Sachverhaltes\n\nRechtsanwalt X legte der Beschwerde gegen einen ablehnenden Entscheid des\nBundesamtes für Flüchtlinge (BFF) ein vom 21. April 1992 datiertes Schreiben\neines pakistanischen Anwaltes als Beweismittel bei. Einige Wochen später\nreichte er im gleichen Fall unter anderem zwei weitere Dokumente ein,\nnämlich ein Schreiben des selben Anwaltes und ein Zeugnis eines Arztes,\nder gemäss Begleitbrief von Rechtsanwalt X den Beschwerdeführer seinerzeit\nin Pakistan behandelt hat. Die zwei Anwaltsschreiben unterscheiden sich\nbezüglich des Briefkopfes und des Datums, und sie tragen, trotz des angeblich\ngleichen Ausstellers, zwei verschiedene Unterschriften. Im übrigen enthalten\nsie den gleichen Inhalt. Das ärztliche Zeugnis bezog sich auf eine Person, die\nmit dem Beschwerdeführer weder identisch war noch in Zusammenhang\nstand.\n\nAus den Erwägungen\n\n4. Unter den Parteirechten sind alle prozessualen Mitwirkungs- und\nEinwirkungsmöglichkeiten zu verstehen, die den Parteien erlauben,\nihre Rechte zu verfolgen, sich Gehör zu verschaffen und den Ausgang\ndes Verfahrens zu ihren Gunsten zu beeinflussen (vgl. Gygi Fritz,\nBundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 57). Als Parteirecht\nergibt sich somit das Mitwirkungsrecht bei der Nennung oder Einlegung\nvon Beweismitteln. Das Mitwirkungsrecht wird zur gleichzeitigen Pflicht,\nwenn die Parteien wie im Asylverfahren gehalten sind, an der Beweisführung\nmitzuwirken und Beweismittel einzureichen (vgl. Art. 12b Abs. 1 Bst. d des\nAsylgesetzes vom 5. Oktober 1979 [AsylG], SR 142.31). Im Rahmen dieser\nMitwirkungspflichten ist die Einreichung der Anwaltsschreiben und des\nArztzeugnisses als Beweismitteleingabe von Rechtsanwalt X zu sehen.\nEs ist den Parteien indes geboten, nach Treu und Glauben zu handeln und sich\ndes Missbrauchs prozessualer Mittel zu enthalten (vgl. Gygi, a. a. O., S. 50). Für\ndas Prozessverhalten der Parteien ergibt sich als Bedeutung von Treu und\nGlauben, dass der Missbrauch prozessualer Rechte unzulässig und zu ahnden\nist, was in analoger Weise auch für die Prozesspflichten der Parteien Geltung\nbeansprucht (vgl. Gygi, a. a. O., S. 50 f.). Denn auch diese können missbraucht\nwerden, so, wenn die Parteien mit unerlaubten Mitteln scheinbar ihrer Pflicht\nnachkommen.\n5.a. Nimmt ein Rechtsvertreter namens und auftrags der von ihm\nvertretenen Partei die Einhaltung von Prozesspflichten wahr, ist er in\nseinem Verhalten nur so weit frei, als dieses nicht dem Grundsatz von Treu\nund Glauben widerspricht. Für die Einreichung von Beweismitteln ergibt\nsich für einen Rechtsvertreter daher eine Sorgfaltspflicht derweise, dass\nentsprechende Eingaben nicht den Verboten mutwilliger Prozessführung,\nunredlicher Prozessverzögerung oder allgemein der Störung des\n\n"}