{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-05-24", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-53--_1994-05-24.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002693.pdf?ID=150002693", "Checksum": "b542a0c7b8599d95733df12890611045"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.53 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 24.05.1994 JAAC 59.53 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 24.05.1994 JAAC 59.53 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 24.05.1994 JAAC 59.53 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:30", "Checksum": "8cf99b999e2fa73825ad7361328798d2", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 24.05.1994 JAAC 59.53 \r\n\n 2\nAnspruch auf rechtliches Gehör. Die Behörde hört deshalb die Parteien an,\nbevor sie verfügt (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG). Wer um Asyl ersucht, muss\nnachweisen oder zumindest glaubhaft machen, dass er ein Flüchtling ist\n(vgl. Art. 12 des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979 [AsylG], SR 142.31 in der\nFassung vom 20. Juni 1986). Diese Bestimmung in Verbindung mit Art. 13\nVwVG bewirkt, dass ein Asylbewerber an der Feststellung des massgeblichen\nSachverhaltes mitzuwirken hat. Die Aussagen eines Gesuchstellers zu seinen\nAsylgründen nach Art. 15 AsylG in der Fassung vom 20. Juni 1986 stellen\neine unmittelbare Teilnahme des Asylbewerbers an der Beweiserhebung\ndar. Erachtet das BFF gestützt auf die Protokolle der kantonalen Anhörung\nund einer allfälligen eigenen Befragung den entscheidswesentlichen\nSachverhalt im Sinne von Art. 12 VwVG als erstellt, so beurteilt es die\nAussagen eines Asylbewerbers aufgrund eigener Fachkenntnisse und in freier\nBeweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG und Art. 40 des BG vom 4. Dezember\n1947 über den Bundeszivilprozess [BZP], SR 273). Der verfassungsmässige\nAnspruch auf rechtliches Gehör (Art. 4 BV und Art. 29 VwVG) beschlägt\nnur die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes, nicht aber die\nrechtliche Würdigung desselben; dem Betroffenen ist deshalb in der Regel\nkein Recht auf vorgängige Stellungnahme bezüglich Fragen der rechtlichen\nBeurteilung und Würdigung von Tatsachen einzuräumen, es sei denn, die\nBehörde gedenke, sich in ihrem Entscheid auf einen völlig unüblichen, nicht\nvoraussehbaren Rechtsgrund abzustützen (vgl. BGE 114 Ia 99; Müller Jörg-Paul,\nDie Grundrechte der schweizerischen Bundesverfassung, 2. Aufl., Bern\n1991, S. 273, Fussnote 70, sowie das Urteil der ARK vom 22. Februar 1994\nin der Sache T. A.[11], mit Hinweisen auf: Rhinow René A. / Krähenmann\nBeat, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,\nBasel / Frankfurt a. M. 1990, Nr. 82 B III b, S. 267; Saladin Peter, Das\nVerwaltungsverfahrensrecht des Bundes, Basel 1979, S. 132; Grisel André,\nTraité de droit administratif, Bd. 1, Neuenburg 1984, S. 381; Müller Georg,\nKommentar zur Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft\nvom 29. Mai 1874, Basel u.a. 1990, Art. 4, Rz. 105; Kölz Alfred / Häner Isabelle,\nVerwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1993,\nS. 90). Eine Pflicht zur vorgängigen Anhörung des Beschwerdeführers besteht\ndemzufolge in bezug auf (allenfalls abweichende) Aussagen von Drittpersonen,\nda es sich hierbei um ein dem Beschwerdeführer zuvor nicht bekanntes\nSachverhaltselement handelt (vgl. dazu das soeben zitierte Urteil der ARK).\nKommt das BFF bei der Prüfung der Aussagen des Asylbewerbers zum Schluss,\ndass der entscheidswesentliche Sachverhalt im Sinne von Art. 12 VwVG noch\nnicht erstellt ist, und ordnet es deshalb zusätzliche Beweiserhebungen an,\nan denen Dritte beteiligt sind, so ist dem Asylbewerber das Ergebnis dieser\nweiteren Beweiserhebung bekannt zu geben, und ihm die Möglichkeit zur\nStellungnahme einzuräumen. Mehr lässt sich auch nicht aus dem vom\nBeschwerdeführer zitierten Entscheid des Bundesrates vom 14. Dezember\n1987 (in: ASYL 1988/1, S. 15) ableiten, bezieht sich doch dieser Entscheid nicht\nauf die Frage einer Stellungnahme zu festgestellten Widersprüchen, sondern\nzum Ergebnis einer Botschaftsanfrage.\nOb die vom Asylgesuchsteller gemachten Aussagen in wesentlichen Punkten\nin einer Weise voneinander abweichen, dass sie im Sinne von Art. 12a Abs. 3\nAsylG als Indiz für die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen anzusehen sind, ist\neine Frage der Beweiswürdigung; die Vorbringen des Gesuchstellers anlässlich\nder Befragungen in der Empfangsstelle, durch die kantonale Fremdenpolizei,\n\n"}