{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-05-03", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-52--_1994-05-03.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002690.pdf?ID=150002690", "Checksum": "761d8559ff8c4a35e639e85e54a69194"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.52 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 03.05.1994 JAAC 59.52 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 03.05.1994 JAAC 59.52 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 03.05.1994 JAAC 59.52 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:27", "Checksum": "d5e8ce0655ed0124f734e50d69cd4938", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 03.05.1994 JAAC 59.52 \r\n\n 6\njedoch von keiner Seite - insbesondere auch nicht vom Beschwerdeführer -\nbehauptet (vgl. Kälin, a. a. O., S. 195, sowie Achermann/Hausammann, a. a. O.,\nS. 332).\n3.a. Bezüglich der Zulässigkeit der angeordneten Massnahme ist\nfestzuhalten, dass weder Anhaltspunkte bestehen, noch geltend gemacht\nwird, dass der Beschwerdeführer in Italien unmenschlicher Behandlung\noder Strafe gemäss Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950\nzum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische\nMenschenrechtskonvention [EMRK], SR 0.101) oder einer Gefahr für\nLeib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG\nausgesetzt wäre. Nachdem Italien sowohl das Abkommen vom 28. Juli\n1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch die\nEMRK unterzeichnet hat und den daraus fliessenden völkerrechtlichen\nVerpflichtungen genauso Folge leistet wie die Schweiz, besteht hinreichende\nGewähr dafür, dass der Beschwerdeführer von Italien nicht in ein Land\nausgewiesen wird, in dem für ihn eine derartige Gefährdung bestehen würde.\nDemnach stehen der vorsorglichen Wegweisung keine völkerrechtlichen\nVerpflichtungen der Schweiz entgegen.\nb. Zumutbar ist die Weiterreise namentlich dann, wenn eine der drei\nVoraussetzungen von Art. 19 Abs. 2 Bst. a-c AsylG gegeben ist. Die\nVorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass sich der\nBeschwerdeführer vor seiner Einreise in die Schweiz einige Zeit im Sinne\nvon Art. 19 Abs. 2 Bst. b AsylG in Italien aufgehalten habe. Im Gegensatz\ndazu vertritt der Beschwerdeführer, unter Hinweis auf Kälin, die Auffassung,\neine vorsorgliche Wegweisung gestützt auf Art. 19 Abs. 2 Bst. b AsylG komme\nerst in Betracht, wenn sich der Betroffene während mindestens 20 Tagen im\nDrittstaat, in welchen er nunmehr zurückgeschickt werden solle, aufgehalten\nhabe, da der Begriff «einige Zeit» in Bezug auf eine vorsorgliche Wegweisung\ngleichbedeutend sei, wie dieselbe Wendung in der Drittstaatsklausel von Art. 6\nAsylG. Da er sich aber weniger als 20 Tage in Italien aufgehalten habe, sei diese\nVoraussetzung nicht erfüllt.\naa. Das im vorliegenden Fall zur Diskussion stehende Verhältnis des Begriffes\n«einige Zeit» in Art. 19 Abs. 2 Bst. b AsylG zur gleichlautenden Regel in der\nDrittstaatsklausel von Art. 6 AsylG ist Gegenstand von Kontroversen in\nLehre und Praxis. Die Praxis beruft sich dabei auf die unterschiedlichen\nAuslegungsbestimmungen in der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen\nvom 22. Mai 1991 (Asylverordnung 1 [AsylV 1], SR 142.311); Gemäss Art. 2\nAsylV 1 bedeutet einige Zeit im Sinne von Art. 6 Abs. 2 Bst. a AsylG in der\nRegel 20 Tage, währenddem Art. 17 AsylV 1 bezüglich Art. 19 Abs. 2 Bst. b\nAsylG die Vermutung aufstellt, ein Gesuchsteller habe sich einige Zeit in\neinem Drittstaat aufgehalten, wenn er nicht ohne Verzug in die Schweiz\ngelangt. Art. 17 AsylV 1 wird demgegenüber in der Asylrechtsliteratur als\ngesetzwidrig erachtet (vgl. Kälin, a. a. O., S. 195; Achermann/Hausammann,\na. a. O., S. 331 ff.; Aufsätze von Stöckli Walter / Gattiker Mario in: ASYL 1988/1\nS. 3 ff.; Raess-Eichenberger Susanne , Das Asylverfahren nach schweizerischem\nRecht und Völkerrecht, Dissertation Zürich 1989, S. 169 f.). Auch die Petitionsund Gewährleistungskommission des Nationalrates hat sich den Kritikern der\nheutigen Praxis angeschlossen; sie befand die Anliegen einer unter anderem\nin diesem Zusammenhang eingereichten Petition des Dachverbandes der\nAsylkoordination Schweiz nach Einholung von Stellungnahmen seitens des\n\n"}