{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-08-17", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-48--_1993-08-17.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002675.pdf?ID=150002675", "Checksum": "6c56ec4db009d60e865b4b659d735c39"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.48 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 17.08.1993 JAAC 59.48 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 17.08.1993 JAAC 59.48 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 17.08.1993 JAAC 59.48 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:39", "Checksum": "3864b63cbf24a29029e464a151966299", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 17.08.1993 JAAC 59.48 \r\n\n JAAC 59.48\n\nAuszug aus einem Entscheid der Schweizerischen\nAsylrekurskommission vom 17. August 1993\n\nArt. 12b al. 1 et 4, art. 16 al. 1 let. e LA. Violation de l’obligation de\ncollaborer. Requérant s’absentant du lieu de séjour qui lui a été assigné.\nPour qu’il y ait violation du devoir de collaborer, il faut qu’un acte\nde procédure déterminé n’ait pas pu être exécuté concrètement;\nl’impossibilité toute théorique d’accomplir un acte administratif ne\nsuffit pas (consid. 6).\n\nArt. 12b Abs. 1 und 4, Art. 16 Abs. 1 Bst. e AsylG. Verletzung\nder Mitwirkungspflicht. Vorübergehende Abwesenheit des\nAsylgesuchstellers vom zugewiesenen Aufenthaltsort.\nEine Verletzung der Mitwirkungspflicht muss sich auf die Verhinderung\neiner bestimmten, konkret vorgesehenen Verfahrenshandlung beziehen;\ndie Verunmöglichung einer theoretisch denkbaren Amtshandlung reicht\nnicht aus (E. 6).\n\nArt. 12b cpv. 1 e 4, art. 16 cpv. 1 lett. e LA. Violazione dell’obbligo\ndi collaborare. Richiedente che si assenta dal luogo di soggiorno\nassegnato.\nÈ data una violazione dell’obbligo di collaborare allorquando\nviene impedita, in concreto, l’effettuazione di un atto di procedura;\nl’impossibilità solo teorica di effettuare un atto amministrativo non è\nsufficiente (consid. 6).\n\n1\nZusammenfassung des Sachverhalts\n\nDer Beschwerdeführer, aus Kosovo stammend, ersuchte am 16. Januar 1992 in\nder Schweiz um Asyl. Am 4. Februar 1992 fand die kantonale Anhörung statt.\nAm 18. August 1992 teilte die kantonale Fremdenpolizei dem Bundesamt für\nFlüchtlinge (BFF) mit, gemäss Meldung der kommunalen Fürsorgebehörde\nsei der Beschwerdeführer seit dem 28. Juli 1992 verschwunden. Am\n2. September 1992 verfügte hierauf das BFF, auf das Asylgesuch des\nBeschwerdeführers werde nicht eingetreten; einer allfälligen Beschwerde\nwurde die aufschiebende Wirkung entzogen.\nMit Eingabe an die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) vom\n12. September 1992 beantragte der Beschwerdeführer durch seinen Vertreter,\ndie Nichteintretensverfügung des BFF sei aufzuheben und die Vorinstanz\nanzuweisen, das Asylgesuch materiell zu prüfen. Eventualiter sei die\nUnzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen. Die aufschiebende Wirkung\nsei wiederherzustellen. Der Beschwerdeführer bestritt, seine bisherige\nAufenthaltsadresse aufgegeben zu haben; vielmehr habe er sich nur während\nvierzehn Tagen bei Bekannten aufgehalten.\nMit Zwischenverfügung vom 16. September 1992 stellte der Instruktionsrichter\ndie aufschiebende Wirkung wieder her.\nDas BFF hielt in seiner Vernehmlassung am angefochtenen Entscheid fest.\nDie ARK heisst die Beschwerde gut, hebt den vorinstanzlichen Entscheid auf\nund weist das BFF an, das Asylverfahren fortzuführen.\n\nAus den Erwägungen\n\n3. Wer um Asyl ersucht, ist verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhaltes\nmitzuwirken. Der Gesuchsteller, der sich in der Schweiz aufhält, ist\nverpflichtet, sich den kantonalen Behörden oder dem BFF zur Verfügung\nzu halten. Er muss seine Adresse und jede Änderung der kantonalen Behörde\nsofort mitteilen (Art. 12b Abs. 1 und 4 des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979\n[AsylG], SR 142.31).\n4. Das BFF trat auf das Asylgesuch nicht ein, da der Beschwerdeführer seine\nMitwirkungspflicht vorsätzlich in grober Weise verletzt habe. Aufgrund der\nAkten hätten weitere Abklärungen vorgenommen werden müssen. Dies sei\nindes nicht möglich gewesen, da der Beschwerdeführer seit dem 28. Juli 1992\nunbekannten Aufenthaltes sei. Durch sein Verschwinden habe er zu erkennen\ngegeben, dass er an einer Fortsetzung des Asylverfahrens nicht interessiert sei,\nweshalb ihm das erforderliche Rechtsschutzinteresse abzusprechen sei.\nIn der Eingabe an die ARK wird gerügt, das BFF habe den Sachverhalt\nunrichtig festgestellt. Der Beschwerdeführer habe sich lediglich besuchshalber\nwährend vierzehn Tagen bei Bekannten im Tessin aufgehalten, was nicht\neiner Adressänderung entspreche. Eine vorsätzliche Verletzung der\nMitwirkungspflicht in grober Weise liege demzufolge nicht vor. Weiter\nwird ausgeführt, das BFF habe es unterlassen, die Gründe und die Schwere\ndes Missbrauchs gegen die gewichtigen Konsequenzen der Nichtprüfung\ndes Asylgesuches zu überprüfen. Auch wäre das BFF gehalten gewesen,\n\n"}