{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-09-29", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-47--_1993-09-29.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002672.pdf?ID=150002672", "Checksum": "1d841738a8701a02d6038934ee2da370"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.47 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 29.09.1993 JAAC 59.47 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 29.09.1993 JAAC 59.47 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 29.09.1993 JAAC 59.47 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:39", "Checksum": "95efcdd2433907428a8128861734270f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 29.09.1993 JAAC 59.47 \r\n\n1. Gemäss Art. 11 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979 (AsylG,\nSR 142.31) entscheidet die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)\nendgültig über Beschwerden gegen Entscheide des Bundesamtes für\nFlüchtlinge über Verweigerung von Asyl und Wegweisung.\nHandelt es sich um Beschwerden wegen Verweigerung entsprechender\nVerfügungen des Bundesamtes, ergibt sich indes nicht die Zuständigkeit\nder ARK in analoger Weise. Eine Partei kann jederzeit gegen die Behörde,\ndie eine Verfügung unrechtmässig verweigert, Beschwerde wegen\nRechtsverweigerung an die Aufsichtsbehörde führen (Art. 12 AsylG in\nVerbindung mit Art. 70 VwVG). Die Beschwerde geht also nicht an die\nBeschwerdeinstanz, die zuständig wäre, wenn nicht Rechtsverweigerung,\nsondern eine Verfügung der säumigen Behörde beanstandet würde (vgl. Gygi\nFritz, Bundesverwaltungsrechspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 226).\n2. Die Beschwerdeeingabe ist als «Rechtsverweigerungsbeschwerde»\nbezeichnet. Für die Frage der Zuständigkeit ist daher zuerst zu prüfen,\nob vorliegend auf die Bezeichnung des Rechtsmittels abzustellen ist. Die\ngesetzlichen Anforderungen an eine Beschwerde bezüglich Inhalt und Form\nergeben sich aus Art. 52 Abs. 1 VwVG, wozu allein die blosse Bezeichnung\ndes Rechtsmittels nicht gehört. Allfällig falsche Bezeichnung eines formgültig\nabgefassten Rechtsmittels schadet deshalb nicht.\nParteierklärungen sind nach dem erkennbaren wirklichen Sinn\nauszulegen, was sich auch daraus ergibt, weil die urteilende Instanz im\nVerwaltungsverfahren an die Parteianträge gebunden ist (vgl. Gygi, a. a. O.,\nS. 50, 191). Auszugehen ist vorab von den Rechtsbegehren, weil sie Aufschluss\ngeben, was die Parteien beabsichtigen. Die Rechtsbegehren geben an, welche\nEntscheidung die angerufene Instanz fällen soll.\nGemäss Ziff. 1 des Rechtsbegehrens ist das Bundesamt zum Eintreten auf\ndas Gesuch des Beschwerdeführers vom 30. Juni 1993 zu veranlassen\nbeziehungsweise zum Erlass einer Verfügung anzuweisen. Damit wird\nersichtlich, dass nicht die Aufhebung oder Abänderung einer Verfügung\nder Vorinstanz, sondern überhaupt ein Tätigwerden derselben gefordert\nwird. Der Beschwerdeführer beanstandet sinngemäss, dass das Bundesamt\nin einer Sache, in welcher Anspruch auf Erlass einer Verfügung bestünde, ein\nentsprechendes Ansuchen nicht behandeln wolle. Damit wird nichts anderes\ngerügt als eine Bundesrechtsverletzung in Form der Rechtsverweigerung\n(Art. 11 Abs. 3 Bst. a AsylG). In den Ausführungen der Eingabe an die ARK\nhält der Beschwerdeführer denn auch unmissverständlich fest, das Verhalten\ndes Bundesamtes für Flüchtlinge («diese Verweigerung») stelle «klar eine\nRechtsverweigerung dar».\n3. Ob das Verhalten des Bundesamtes als Rechtsverweigerung\nzu werten ist, bildet Gegenstand der materiellen Prüfung der\nRechtsverweigerungsbeschwerde; wofür sich - wie vorstehend ausgeführt -\n\n3\ndie Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde und damit des Eidgenössischen Justizund Polizeidepartementes ergibt. Auf die zufolge Fehlens der Zuständigkeit\nund damit einer Prozessvoraussetzung offensichtlich unzulässige Beschwerde\nist daher vom Einzelrichter nicht einzutreten (Art. 10 Bst. b in Verbindung\nmit Art. 25 Abs. 2 der V vom 18. Dezember 1991 über die Schweizerische\nAsylrekurskommission [VOARK], SR 142.317). Gestützt auf Art. 8 Abs. 1\nVwVG sind die Akten dem Beschwerdedienst des Eidgenössischen Justiz- und\nPolizeidepartementes zu überweisen.\nDas Rechtsbegehren gemäss Ziff. 2 (Aussetzung des Vollzugs der\neidgenössischen Wegweisungsverfügung) folgt als Prozessantrag der\nStreitsache.\nDie Schweizerische Asylrekurskommission veröffentlichte ausserdem folgende\nMitteilung:\n\nMeinungsauschverfahren nach Art. 8 Abs. 2 VwVG\n\nDie bisher zwischen der ARK und dem EJPD durchgeführten\nMeinungsaustauschverfahren gemäss Art. 8 Abs. 2 VwVG haben für drei\nSachverhalte die folgende Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen ARK und\ndem EJPD ergeben:\na. Beschwerde gegen einen Entscheid des BFF über die Verlängerung der\nAusreisefrist: Zuständig ist das EJPD (Beschluss der Präsidentenkonferenz vom\n4. Januar 1993 in der Sache T. G., Schreiben des EJPD vom 1. April 1993).\nb. Beschwerde gegen die Weigerung des BFF, einen positiven Asylentscheid\nmit einer Begründung zu versehen: Zuständig ist das EJPD (Beschlüsse der\nPräsidentenkonferenz vom 22. Februar 1993 und 10. mai 1993 in der Sache F.\nX.; Schreiben EJPD vom 21. April 1993).\nc. Beschwerde gegen einen Entscheid des BFF über die Akteneinsicht nach\nabgeschlossenem Verfahren: Zuständig ist die ARK (Schreiben des EJPD vom\n5. August 1993 in der Sache F. P.; Beschluss der Präsidentenkonferenz vom\n23. August 1993).\n\nEchange de vues selon l’art. 8 al. 2 PA\n\nLes échanges de vues auxquels ont procédé la CRA et le DFJP en application de\nl’art. 8 al. 2 PA, dans trois procédures, ont abouti à l’attribution de compétence\nsuivante:\na. En cas de recours contre une décision de l’ODR relative à la prolongation\ndu délai de départ, le DFJP est compétent (décision de la Conférence des\nprésidents du 4 janvier 1993 dans la cause T. G., lettre du DFJP du 1er avril\n1993).\nb. En cas de recours contre le refus de l’ODR de motiver une décision d’octroi\nd’asile, le DFJP est compétent (décisions de la Conférence des présidents des\n22 février 1993 et 10 mai 1993 dans la cause F. X., lettre du DFJP du 21 avril\n1993).\n\n4\nc. En cas de recours contre une décision de l’ODR refusant la consultation\ndes pièces du dossier après la clôture de la procédure, la CRA est compétente\n(lettre du DFJP du 5 août 1993 dans la cause F.P., décision de la Conférence des\nprésidents du 23 août 1993).\n\nScambio d’opinioni ex art. 8 cpv. 2 PA\n\n"}