{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-03-18", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-43--_1994-03-18.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002660.pdf?ID=150002660", "Checksum": "00b1ebd4a654e20e8e2d0148032afeb6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.43 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:23", "Checksum": "7552999500453234cf8b3384cd05b462", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 18.03.1994 JAAC 59.43 \r\n\n 9\nnoch nicht zurückgelegt haben; dies ungeachtet der Tatsache, ob sie bei\nihrer Einreise in die Schweiz nach ihrem Heimatrecht bereits volljährig\nwaren oder nicht. Diese Ansicht scheint im übrigen auch die Vorinstanz in\ngewissen Fällen zu vertreten. In dem von der Beschwerdeführerin zitierten\nFall D.S. erteilte das BFF jedenfalls dem beinahe 19jährigen Sohn eines\nbosnischen Flüchtlings gestützt auf Art. 3 Abs. 3 AsylG Asyl; auch in diesem\nFall war also das Flüchtlingskind - wie in casu - nach seinem Heimatrecht\nbereits volljährig, als es in die Schweiz einreiste. Die von der Vorinstanz in\nder angefochtenen Verfügung vertretene Auffassung, wonach die beiden\nFälle Unterschiede aufwiesen und deren verschiedene Behandlung somit\nnicht gegen das Gleichbehandlungsgebot verstössen, hält nicht stand: Der\neinzige Unterschied besteht nämlich lediglich darin, dass in der damaligen\nAngelegenheit zuerst der eigentliche Flüchtling und erst später sein Kind\neingereist war, währenddem es sich in casu gerade umgekehrt verhielt. Dass\ndie Reihenfolge der Einreise jedoch keine Rolle für die Anwendung von Art. 3\nAbs. 3 AsylG spielt, wurde bereits oben gesagt.\ne. Die Beschwerdeführerin ist nach dem Gesagten gestützt auf Art. 3 Abs. 3\nAsylG als Flüchtling anzuerkennen. Im weiteren erlaubt diese Bestimmung -\nwie die ARK bereits in ihrem Grundsatzentscheid vom 27. Juli 1993 in der\nSache H.C. (VPB 58.28, E. 9.a, S. 253) erkannt hat - neben der Anerkennung der\nFlüchtlingseigenschaft auch die Gewährung von Asyl an Personen, welche die\nFlüchtlingseigenschaft selber an sich nicht erfüllen würden, um innerhalb\nder engeren Familie einen einheitlichen Rechtsstatus zu gewährleisten. Da\ngegenüber den Eltern der Beschwerdeführerin keinerlei Asylausschlussgründe\nbestehen, ist ihr deshalb über die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft\nhinaus Asyl zu gewähren.\n5. Aus den obenstehenden Erwägungen ergibt sich, dass das BFF zu Unrecht\ndavon ausgegangen ist, die Beschwerdeführerin sei nicht mehr unmündig\nim Sinne von Art. 3 Abs. 3 AsylG, und mit der angefochtenen Verfügung\nsomit Bundesrecht verletzt hat. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die\nVerfügung der Vorinstanz vom 17. September 1993 aufzuheben und das BFF\nanzuweisen, die Beschwerdeführerin als Flüchtling anzuerkennen und ihr\nAsyl zu gewähren. (...)\n[1] Entscheid der Präsidentenkonferenz über eine Rechtsfrage von\ngrundsätzlicher Bedeutung, gemäss Art. 12 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom\n18. Dezember 1991 über die Schweizerische Asylrekurskommission (VOARK,\nSR 142.317).\n[2] Décision de la Conférence des présidents sur une question juridique de\nprincipe, selon l’art. 12 al. 2 let. a de l’Ordonnance du 18 décembre 1991\nconcernant la Commission suisse de recours en matière d’asile (OCRA,\nRS 142.317).\n[3] Decisione della Conferenza dei presidenti su questione giuridica\ndi principio, conformemente all’art. 12 cpv. 2 lett. a dell’Ordinanza del\n18 dicembre 1991 concernente la Commissione svizzera di ricorso in materia\nd’asilo (OCRA, RS 142.317).\n\n10\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 59.43 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission\nvom 18. März 1994\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1995\nAnnée\nAnno\n\nBand 59\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 002 660\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}