{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-03-18", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-43--_1994-03-18.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002660.pdf?ID=150002660", "Checksum": "00b1ebd4a654e20e8e2d0148032afeb6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.43 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:23", "Checksum": "7552999500453234cf8b3384cd05b462", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 18.03.1994 JAAC 59.43 \r\n\n 4\nEltern einbezogen (die Beschwerdeführerin verweist unter anderem auf N 258\n298 in der Sache D.S.; N 257 058 in der Sache N.B.; N 257 113 in der Sache D.D.);\ndie rechtliche Ungleichbehandlung im Vergleich zu diesen Fällen sei stossend.\nb. Gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und ihre\nminderjährigen Kinder ebenfalls als Flüchtlinge anerkannt, sofern keine\nbesonderen Umstände dagegen sprechen. Es stellt sich dabei jedoch die von\nden Parteien aufgeworfene Frage, ob sich das Kriterium der Minderjährigkeit\nnach schweizerischem Recht - wonach die Volljährigkeit abgesehen von\nHeirat und Mündigerklärung grundsätzlich mit Ablauf des 20. Altersjahres\nerlangt wird (vgl. Art. 14 und 15 ZGB) -, oder nach dem Heimatrecht der\njeweils betroffenen Person bemisst. Die Beantwortung dieser Frage ist\ninsofern von Bedeutung, als die Beschwerdeführerin, wie die Vorinstanz\nzutreffend festgestellt hat, nach heimatlichem Recht, nicht aber nach\nschweizerischem Recht, bereits als volljährig galt, als sie in die Schweiz\neinreiste (vgl. Bergmann Alexander / Ferid Murad, Internationales Ehe- und\nKindschaftsrecht, Bosnien-Herzegowina, Unterkapitel C, Dritter Teil, Abschnitt\nI/6 (2), S. 62-10). Art. 3 Abs. 3 AsylG ist somit bezüglich des Begriffes der\nMinderjährigkeit auslegungsbedürftig.\naa. Der Wortlaut dieser Bestimmung liefert selber keinen Lösungsansatz.\nAuch aus den Materialien ergeben sich keine Hinweise auf die Intention\ndes Gesetzgebers: In der parlamentarischen Diskussion wurde im\nZusammenhang mit Art. 3 Abs. 3 AsylG einzig die Frage, ob neben dem\nEhegatten eines Flüchtlings auch der unverheiratete Lebenspartner in dessen\nFlüchtlingseigenschaft einbezogen werden sollte, diskutiert (vgl. dazu das\nGrundsatzurteil der ARK vom 27. Juli 1993 in der Sache H.C., VPB 58.28,\nE. 8, S. 246 ff.). In der Asylrechtsliteratur wird von den meisten Autoren -\nmit Ausnahme von Alexandra Gerber / Béatrice Métraux, welche sich mit\ndem obenerwähnten Entscheid des EJPD vom 6. Oktober 1989 befassen\nund diesen als ersten und richtigen Schritt in Richtung einer Emanzipation\ndes Asylrechts gegenüber dem internationalen Privatrecht bezeichnen (vgl.\nGerber Alexandra / Métraux Béatrice, Le regroupement familial des réfugiés,\nrequérants d’asile et des personnes admises provisoirement; in: Walter Kälin\n[Hrsg.], Droit des réfugiés, Fribourg 1991, S. 99 f.) - auf Werenfels verwiesen,\nwelcher das Problem eingehender behandelt. Er vertritt die Auffassung, dass\nsich das Erreichen der Volljährigkeit für Ausländer in der Schweiz in der\nRegel nicht nach schweizerischem, sondern nach Heimatrecht bestimme\nund hält für Fälle wie den vorliegenden fest: «Wurde ein Flüchtlingskind\nnach Heimatrecht volljährig, bevor es in die Schweiz einreiste, gilt es in der\nSchweiz als volljährig, auch wenn es das 20. Altersjahr noch nicht vollendet\nhat, und es kann sich nicht mehr auf Art. 3 Abs. 3 AsylG berufen» (Werenfels,\na. a. O., S. 385 f.). An gleicher Stelle (a. a. O., Fussnote 27) weist er allerdings\ndarauf hin, dass sich die Materialien und die Praxis bisher mit der Frage der\nMündigkeit von Flüchtlingskindern nicht auseinandergesetzt hätten und somit\nanzunehmen sei, dass einheitlich die Grenze des vollendeten 20. Altersjahres\nangewandt worden sei. Schliesslich verweist er auf das - im Zeitpunkt der\nDrucklegung seines Werks noch nicht in Kraft stehende - IPRG, welches, mit\ngewissen Vorbehalten, für die Frage der Handlungsfähigkeit die Geltung\ndes schweizerischen Rechts vorsehe (a. a. O., Fussnote 26). Einen anderen\nAnsatzpunkt liefert lediglich Wolfang Eckert, welcher mit Blick auf Art. 12\ndes Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge\n\n"}