{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-03-18", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-59-43--_1994-03-18.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002660.pdf?ID=150002660", "Checksum": "00b1ebd4a654e20e8e2d0148032afeb6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.43 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 18.03.1994 JAAC 59.43 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:23", "Checksum": "7552999500453234cf8b3384cd05b462", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 18.03.1994 JAAC 59.43 \r\n\n3. Die Vorinstanz begründet die Abweisung des Gesuchs der\nBeschwerdeführerin um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft der Eltern\nzunächst damit, dass sie vier Monate vor ihren Eltern in die Schweiz gelangt\nsei.\nDie Beschwerdeführerin stellt sich in ihrer Eingabe vom 21. Oktober 1993\ndemgegenüber auf den Standpunkt, es sei purer Zufall gewesen, dass sie vor\nihren Eltern in die Schweiz eingereist sei. Zudem könnten minderjährige\nKinder von Flüchtlingen, welche Asyl erhalten hätten, unabhängig davon,\nob die Familie gemeinsam oder getrennt in die Schweiz eingereist sei, in die\nFlüchtlingseigenschaft ihrer Eltern einbezogen werden. Die Auslegung von\nArt. 3 Abs. 3 AsylG durch die Vorinstanz grenze an überspitzten Formalismus.\nDie Beschwerdeführerin stellt sich zu Recht auf den Standpunkt, dass\nes hinsichtlich des Einbezugs von Kindern in die Flüchtlingseigenschaft\nihrer Eltern keine Rolle spiele, ob die Familie gemeinsam oder getrennt in\ndie Schweiz gelangt sei. Es mag zutreffen, dass in der Mehrzahl der Fälle\nzuerst ein oder beide Elternteile in die Schweiz gelangen, Asyl erhalten und\nanschliessend ein Gesuch um Familiennachzug stellen, oder dass die Familie\ngemeinsam aus ihrem Heimatland ausreist. Das Asylgesetz macht indessen\nkeinen Unterschied zwischen diesen Fällen und dem vorliegenden, in welchem\nzuerst das Flüchtlingskind und erst später der eigentliche Flüchtling in die\nSchweiz kommt. Dies wird auch in der Asylrechtsliteratur entsprechend\nvertreten: Nach Werenfels (Werenfels Samuel, Der Begriff des Flüchtlings\nim schweizerischen Asylrecht, Bern u.a. 1987, S. 381) «(...) spielt (es keine\nRolle), ob die Familie gemeinsam in die Schweiz eingereist ist oder nicht». In\neiner Fussnote weist er allerdings auf die abweichende Meinung Bersiers hin,\nwelcher eine gemeinsame Ankunft in der Schweiz verlange. Die Lektüre\nder zu diesem Zeitpunkt aktuellen ersten Auflage des Werks von Bersier\nzeigt, dass dieser damals in der Tat die Auffassung vertreten hat, die Familie\nmüsse gemeinsam eingereist sein, indem er schrieb: «Ces règles (gemeint\nsind Art. 3 Abs. 3 und Art. 7 AsylG) désignent les personnes qui, entrées avec\nle requérant, auront avec lui la qualité de requérant durant la procédure;\n(...).» (vgl. Bersier Roland, Droit d’asile et statut du réfugié en Suisse, 1. Aufl.,\nLausanne 1985). In der zweiten Auflage seines Werks ist Bersier indessen\nvon seinem früheren Standpunkt abgewichen und hat sich der Auffassung\nWerenfels’ angeschlossen, indem er die obenerwähnte Passage unter Hinweis\nauf die Fussnote bei Werenfels wie folgt abgeändert hat: «Ces règles désignent\nles personnes qui, entrées en Suisse avec le requérant ou s’y trouvant en même\ntemps que lui, auront avec lui la qualité de requérant durant la procédure;\n(...).» (vgl. Bersier Roland, Droit d’asile et statut du réfugié en Suisse, 2. Auflage,\nLausanne 1991, S. 67). Auf Werenfels berufen sich wortgetreu im weiteren\nauch Achermann/Hausammann (Achermann Alberto / Hausammann Christina,\nHandbuch des Asylrechts, 2. Aufl., Bern/Stuttgart 1991, S. 124). Schliesslich\nvertritt auch Kälin keine abweichende Meinung. Er äussert sich zwar\n\n"}