{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-09-06", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-61--_1993-09-06.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002225.pdf?ID=150002225", "Checksum": "690f5f07128957d9f8785ffd7142a4b4"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.61 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 06.09.1993 JAAC 58.61 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 06.09.1993 JAAC 58.61 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 06.09.1993 JAAC 58.61 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:43", "Checksum": "9c4c83e3a1f155e80752b322537ad5bc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 06.09.1993 JAAC 58.61 \r\n\n 2\nund vollumfänglich ersetzt hat. Aus all diesen Gründen rechtfertigt es sich,\ndie Akteneinsichtsentscheide vom 12. beziehungsweise 23. Juli 1993 den\nZwischenverfügungen im Sinne des Gesetzes zuzuordnen und zu behandeln.\n2.a. Gemäss Art. 45 Abs. 2 Bst. e VwVG stellt die Verweigerung der\nAkteneinsicht (Art. 27 VwVG) eine selbständig anfechtbare Zwischenverfügung\ndar, sofern die Verweigerung der Akteneinsicht für den Betroffenen einen\nnicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken könnte. «Das besondere\nRechtsschutzinteresse, das die sofortige Anfechtbarkeit begründet, liegt\nim Nachteil, der entstünde, wenn die Anfechtung der Zwischenverfügung\nerst zusammen mit der Beschwerde gegen die Endverfügung zugelassen\nwäre (Art. 45 Abs. 3 VwVG )» (Gygi Fritz, Bundesverwaltungsrechtspflege,\n2. Aufl., Bern 1983, S. 142). Das Asylverfahren richtet sich nach dem\nVerwaltungsverfahrensgesetz und dem Bundesrechtspflegegesetz, soweit\ndas Asylgesetz vom 5. Oktober 1979 (AsylG, SR 142.31) nichts anderes\nbestimmt (Art. 12 AsylG). In concreto ist festzustellen, dass gemäss Art. 46a\nAsylG Zwischenverfügungen, die in Anwendung der Art. 13 bis 19 des\nGesetzes ergehen, nur durch Beschwerde gegen die Endverfügung\nangefochten werden können; selbständig anfechtbar sind, sofern sie einen\nnicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, vorsorgliche\nMassnahmen sowie Verfügungen, mit denen das Verfahren sistiert wird. Diese\nGesetzesbestimmung ist im Rahmen des Bundesbeschlusses vom 22. Juni 1990\nüber das Asylverfahren (AVB) ins Asylgesetz aufgenommen worden (AS 1990\n938). Sie ist gestützt auf Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderungen vom\n22. Juni 1990 auf das vorliegende Asylverfahren anwendbar und schliesst im\nAsylverfahren als lex specialis die Anwendung von Art. 45 VwVG aus.\nb. Zu prüfen ist, ob die angefochtene Zwischenverfügung in Anwendung\nvon Art. 13 bis 19 AsylG ergangen ist oder nicht. Bei den Art. 13 bis 19\nAsylG handelt es sich ausschliesslich um Bestimmungen des Kapitels 2 des\nAsylG, welche das Asylverfahren in seiner Gesamtheit von der Einreichung\ndes Asylgesuches (2. Abschnitt) bis zur Wegweisung und dem Vollzug\n(4. Abschnitt) eines ablehnenden Asylentscheids regeln. Das erstinstanzliche\nVerfahren (3. Abschnitt) wird von den erwähnten Bestimmungen ebenfalls\nvollumfänglich erfasst. Da der Gesetzestext von Art. 46a AsylG die vorliegend\ninteressierende Frage des Grades der Einschränkung der selbständigen\nAnfechtbarkeit von Zwischenverfügungen im Asylverfahren explizit nicht\nzu klären vermag, ist bei der Auslegung auf die Materialien und nicht zuletzt\nauch auf die Zielsetzungen des AVB zurückzugreifen. Gemäss zugehöriger\nBotschaft (BBl 1990 II 661) müssen Rügen gegen die Verfahrensführung\nder ersten Instanz, worunter auch die Verweigerung der Akteneinsicht zu\nsubsumieren ist, durch Beschwerde in der Hauptsache eingebracht werden.\nMit Ausnahme der in Art. 46a Bst. a und b AsylG abschliessend aufgeführten\nFälle sind Zwischenverfügungen im Asylverfahren nicht selbständig\nanfechtbar und ein «Prozess im Prozess» (Gygi, a.a.O., S. 141) im Sinne\nder Zielsetzung des AVB, nämlich Beschleunigung des Verfahrens, gerade\nnicht möglich. Die Expertenkommission (Botschaft, a.a.O.) stellt in diesem\nZusammenhang zudem fest, dass trotz dieser im Vergleich mit Art. 45 Abs. 2\nVwVG im Asylverfahren auf zwei Ausnahmen beschränkten selbständigen\nAnfechtbarkeit von Zwischenverfügungen auch verfassungsmässig geschützte\nRechte dennoch nicht zum Nachteil des betroffenen Asylbewerbers\ntangiert werden. Denn stellt die Beschwerdeinstanz eine Verletzung\n\n3\nverfassungsmässig garantierter Rechte fest und kann diese im Verfahren\nvor der Rechtsmittelinstanz nicht geheilt werden, führt dies zur Kassation des\nerstinstanzlichen Entscheids und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung.\nc. Da es sich bei der Zwischenverfügung über ein Akteneinsichtsgesuch\nnicht um eine vorsorgliche Massnahme oder das Verfahren sistierende\nVerfügung handelt, ergibt sich aus dem Gesagten, dass die angefochtene\nZwischenverfügung vom 12. Juli 1993 nur durch Beschwerde gegen die\nEndverfügung angefochten werden kann. Auf die einzig gegen diese\nZwischenverfügung erhobene Beschwerde ist somit nicht einzutreten.\n[30] Entscheid der Präsidentenkonferenz über eine Rechtsfrage von\ngrundsätzlicher Bedeutung, gemäss Art. 12 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom\n18. Dezember 1991 über die Schweizerische Asylrekurskommission (VOARK,\nSR 142.317).\n[31] Décision de la Conférence des présidents sur une question juridique\nde principe, selon l’art. 12 al. 2 let. a de l’Ordonnance du 18 décembre 1991\nconcernant la Commission suisse de recours en matière d’asile (OCRA, RS\n142.317).\n[32] Decisione della Conferenza dei presidenti su una questione giuridica\ndi principio, conformemente all’art. 12 cpv. 2 lett. a dell’Ordinanza del\n18 dicembre 1991 concernente la Commissione svizzera di ricorso in materia\nd’asilo (OCRA, RS 142.317).\n\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 58.61 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission\nvom 6. September 1993\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1994\nAnnée\nAnno\n\nBand 58\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 002 225\n\n"}