{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-04-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-56--_1993-04-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002207.pdf?ID=150002207", "Checksum": "053b306533fdf44a1c0ccb618467edaa"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.56 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 23.04.1993 JAAC 58.56 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 23.04.1993 JAAC 58.56 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 23.04.1993 JAAC 58.56 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:09", "Checksum": "6795cc186c664141533d0dc287a2a787", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 23.04.1993 JAAC 58.56 \r\n\n 3\nInsgesamt bestehen keine Zweifel daran, dass vorliegend nur eine\nsummarische Abklärung im Sinne von Art. 14 Abs. 2 und 3 AsylG stattgefunden\nhat.\nc. Obwohl der Beschwerdeführer die fehlende Anhörung zu den Asylgründen\nin der Beschwerde nicht gerügt hat, muss untersucht werden, ob die\nangefochtene Verfügung von Amtes wegen aufzuheben oder zu kassieren\nsei.\nDie Verfahrensvorschriften von Art. 15 und 15a AsylG stellen eine\nKonkretisierung und Ausweitung des in Art. 4 BV sowie in Art. 29 ff. VwVG\nverankerten Anspruchs auf rechtliches Gehör des Gesuchstellers im\nAsylverfahren dar (vgl. Botschaft zum Asylgesetz, BBl 1977 III 124). Die\nVerletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt aufgrund dessen\nformeller Natur ungeachtet der Erfolgschancen der Beschwerde in der Sache\nselbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (vgl. BGE 115 Ia 10).\nEine blosse Befragung nach Art. 14 Abs. 2 und 3 AsylG kann nicht einzige Basis\neines Asylentscheides sein, da nicht davon ausgegangen werden kann, «dass\nAsylbewerber im Rahmen dieser Kurzbefragung grundsätzlich die Möglichkeit\noder gar die Pflicht hätten, sämtliche Gründe ihres Asylgesuches abschliessend\ndarzulegen» (vgl. VPB 57.30, S. 300 mit weiteren Verweisen).\nDie Tatsache, dass der Gesuchsteller von der Vorinstanz zu seinen\nAsylgründen nicht ausführlich angehört wurde, stellt eine Verweigerung\ndes rechtlichen Gehörs dar und ist damit ein schwerwiegender\nprozessualer Mangel. Aus diesem Grunde und da «die vorausgegangenen\nProzessrechtsverletzungen eine vernünftige Erledigung der Streitsache\nin der Rechtsmittelinstanz praktisch verunmöglichen» (Gygi Fritz,\nBundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 74), ist die angefochtene\nVerfügung aufzuheben und die Sache zur Befragung des Beschwerdeführers\nim Sinne von Art. 15 AsylG und zum Erlass einer neuen Verfügung an das BFF\nzurückzuweisen.\nd. Diese Verletzung wesentlicher bundesrechtlicher Verfahrensvorschriften\nvermag das Schreiben der Vorinstanz vom 23. Juli 1992, in dem der\nBeschwerdeführer aufgefordert wurde, zum negativen Ergebnis der\nAbklärung betreffend seiner Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft der\nAhmadiyya (Gruppe Lahori) Stellung zu nehmen, nicht zu heilen. Der Brief\nhatte nämlich nur einen Teil der kurzen Äusserung des Gesuchstellers in der\nEmpfangsstelle zum Gegenstand, insbesondere wurde seiner Ausführung, er\nsei im Gefängnis gefoltert worden, nicht weiter Beachtung geschenkt. Dieser\nprozessuale Mangel kann auch nicht durch das überprüfende Gericht geheilt\nwerden, weil jeder Gesuchsteller die Möglichkeit haben muss, die Verfügung\ndes BFF durch die Rechtsmittelinstanz beurteilen zu lassen. Dieser rechtliche\nAnspruch würde ihm vorenthalten, wenn das hiesige Gericht die Anhörung\ndurchführen und aufgrund dieser endgültig entscheiden würde.\n\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 58.56 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission\nvom 23. April 1993\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1994\nAnnée\nAnno\n\nBand 58\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 002 207\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}