{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-04-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-56--_1993-04-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002207.pdf?ID=150002207", "Checksum": "053b306533fdf44a1c0ccb618467edaa"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.56 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 23.04.1993 JAAC 58.56 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 23.04.1993 JAAC 58.56 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 23.04.1993 JAAC 58.56 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:09", "Checksum": "6795cc186c664141533d0dc287a2a787", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 23.04.1993 JAAC 58.56 \r\n\n JAAC 58.56\n\nAuszug aus einem Entscheid der Schweizerischen\nAsylrekurskommission vom 23. April 1993\n\nExtrait de la jurisprudence de la Commission suisse de recours en\nmatière d’asile. Défaut d’audition sur les motifs d’asile.\nArt. 15 LA. Défaut d’audition sur les motifs d’asile.\n1. Sauf exception expressément prévue par la loi, une demande d’asile\nne peut être rejetée en l’absence d’une audition conforme à l’art. 15 LA\n(consid. 3.a et b).\n2. Un vice de procédure qui n’a pas été invoqué dans le recours\npeut néanmoins être retenu d’office comme motif de cassation, à\ncondition d’être grave et d’empêcher l’autorité de recours de statuer en\nconnaissance de cause (consid. 3.c).\n\nAuszug aus der Rechtsprechung der Schweizerischen\nAsylrekurskommission. Fehlende Anhörung zu den Asylgründen.\nArt. 15 AsylG. Fehlende Anhörung zu den Asylgründen.\n1. Ohne ausdrückliche gesetzliche Ausnahme kann ein Asylgesuch nicht\nabgelehnt werden, wenn keine Befragung zu den Asylgründen nach\nArt. 15 AsylG stattgefunden hat (E. 3.a und b).\n2. Ein Verfahrensmangel, der in der Beschwerde nicht gerügt\nwurde, kann von Amtes wegen als Kassationsgrund berücksichtigt\nwerden, wenn der Mangel schwerwiegend ist und eine vernünftige\nProzesserledigung in der Rechtsmittelinstanz verunmöglicht (E. 3.c).\n\n1\nEstratto della giurisprudenza della Commissione svizzera di ricorso in\nmateria d’asilo. Mancata audizione sui motivi d’asilo.\nArt. 15 LA. Mancata audizione sui motivi d’asilo.\n1. Salvo eccezioni esplicitamente previste dalla legge, una domanda\nd’asilo non può essere respinta in mancanza di un’audizione sui motivi\nd’asilo giusta l’art. 15 LA (consid. 3.a e b).\n2. Un vizio di procedura non invocato nel ricorso può nondimeno essere\nritenuto d’ufficio come motivo di cassazione, a condizione che il vizio\nsia grave ed ostativo alla pronunzia di un giudizio assennato in sede\nricorsuale (consid. 3.c).\n\nZusammenfassung des Sachverhalts\nDer Beschwerdeführer stellte im April 1992 ein Asylgesuch. Bei der Befragung\nin der Empfangsstelle machte er im wesentlichen geltend, er sei Mitglied der\nGlaubensgemeinschaft der Ahmadiyya und habe deswegen Übergriffe durch\nSunniten erleiden müssen. Im Dezember 1991 sei er einen Monat im Gefängnis\ngewesen und sei dort gefoltert worden. Nach der Tötung eines Sunniten in\nseinem Dorf sei der Beschwerdeführer beschuldigt worden, worauf ihn die\nPolizei des Mordes angeklagt und einen Haftbefehl ausgestellt habe.\nEine Anhörung zu den Asylgründen durch die kantonale Fremdenpolizei\nfand nicht statt. Das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) liess durch führende\nKreise der Ahmadiyya-Bewegung (Lahori-Gruppe) überprüfen, ob\nder Beschwerdeführer Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft sei. Die\nangefragten Kreise bestritten die Zugehörigkeit des Beschwerdeführers\nzur Ahmadiyya-Gemeinschaft. Das BFF gewährte dem Beschwerdeführer\nGelegenheit, zu diesem Abklärungsergebnis schriftlich Stellung zu nehmen.\nMit Verfügung vom 20. August 1992 lehnte das BFF das Asylgesuch mangels\nGlaubwürdigkeit der Vorbringen ab.\nDie Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) heisst die gegen diese\nVerfügung gerichtete Beschwerde gut, hebt den angefochtenen Entscheid\nauf und weist die Sache zur Anhörung des Beschwerdeführers und neuer\nVerfügung an die Vorinstanz zurück.\nAus den Erwägungen\n3.a. Das erstinstanzliche Asylverfahren ist dadurch gekennzeichnet,\ndass zuerst eine kurze Erhebung in der Empfangsstelle (Art. 14 des\nAsylgesetzes vom 5. Oktober 1979 [AsylG], SR 142.31) und später eine\nausführlichere Anhörung zu den Asylgründen (Art. 15 AsylG) stattfindet.\nDer Beschwerdeführer wurde am 30. April 1992 in der Empfangsstelle Genf\nbefragt. Eine weitere Anhörung fand nicht statt. Diese Tatsache wurde\nvom Beschwerdeführer nicht gerügt, es bleibt aber zu prüfen, ob das\nVerfahren gesetzeskonform durchgeführt wurde. Das BFF stellt sich in seiner\nVernehmlassung auf den Standpunkt, es habe sich bei der Befragung in der\nEmpfangsstelle um eine Direktanhörung im Sinne von Art. 15 Abs. 3 AsylG\ngehandelt.\n\n"}