{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-09-29", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-55--_1993-09-29.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002204.pdf?ID=150002204", "Checksum": "bf9554c8d9c74bacf2de4aab4961a402"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.55 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 29.09.1993 JAAC 58.55 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 29.09.1993 JAAC 58.55 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 29.09.1993 JAAC 58.55 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:45", "Checksum": "f0981a2d4c3b22d5edd8e444a465b6a6", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 29.09.1993 JAAC 58.55 \r\n\n 12\n(vgl. Kälin, Non-refoulement, S. 91). Rechtsdogmatisch betrachtet steht,\nso klar die Sach- und Rechtslage auch sein mag, erst bei Rechtskraft eines\nablehnenden Asylentscheides fest, dass eine Person nicht Flüchtling ist (so\nausdrücklich Kälin, Grundriss, S. 212). Trotz dieses rechtstheoretischen\nNon-Refoulement-Schutzes für jeden sich noch im Verfahren befindlichen\nGesuchsteller weicht auch der UNHCR, Wächter über die Einhaltung der\nFlüchtlingskonvention der Signatarstaaten, von dieser absoluten Haltung\nab. So hat das Exekutiv-Komitee für das Programm des UNHCR in seinem\nBeschluss Nr. 30 (XXXIV) im Jahr 1983 festgestellt, dass bei offensichtlich\nunbegründeten oder missbräuchlichen Anträgen eine Überprüfung der\nnegativen Entscheidung zwar erfolgen sollte, dass diese aber «in einfacherer\nForm» durchgeführt werden kann. Auch die Tatsache, dass der UNHCR sich\nin der vom Asylgesetz vorgesehenen Form am Verfahren beteiligt, zeigt, dass\nseinerseits keine grundsätzlichen Bedenken gegen das Verfahren bestehen.\nDer vorinstanzliche Entscheid ist zwar insofern missverständlich, als\nsich das Rechtsmittel, dem die aufschiebende Wirkung nicht entzogen\nworden ist, gleichermassen auf alle Dispositivpunkte (inklusive «Die\nWegweisung ist sofort vollstreckbar») zu beziehen scheint, was so verstanden\nwerden könnte, dass die Wegweisung erst sofort nach Ablauf der 30tägigen\nBeschwerdefrist rechtswirksam, das heisst vollstreckbar werde. Dies war\naber offensichtlich nicht die Meinung des Gesetzgebers, welcher dem BFF in\ndiesen Fällen ausdrücklich die Kompetenz geben wollte, auf die Ansetzung\neiner Ausreisefrist gemäss Art. 17a Bst. b AsylG zu verzichten und sofort\nzu vollziehen (vgl. Amtl. Bull. 1990 N 1035; VPB 57.31). Dem aufgezeigten\nMissverständnis vorbeugen würde die Formulierung einer eigenständigen\n(nicht anfechtbaren) Vollstreckungsverfügung, die dem Entscheiddispositiv\nund der dazugehörenden Rechtsmittelbelehrung hintangestellt werden\nkönnte.\nb. Unter dem Aspekt von Art. 13 EMRK ist das fragliche Verfahren im Lichte\ndes Anspruchs auf eine wirksame Beschwerde nicht unproblematisch (vgl.\nKälin, Grundriss, S. 279). Angesichts der von Gesetzes wegen und in der\nPraxis niedrig gehaltenen Anforderungen für einen Einlass in die Schweiz\nund ins Normalverfahren, des Zustimmungserfordernisses seitens des\nUNHCR (bzw. dessen Vetorechts) und der Kompetenz der ARK, von sich\naus oder auf Gesuch hin den Vollzug auszusetzen, darf jedoch mit Fug\ngesagt werden, dass «Verletzungen der Nichtrückschiebung sowie Verstösse\ngegen Art. 3 EMRK ausgeschlossen werden können» (Botschaft, a.a.O., 629).\nDa zudem nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für\nMenschenrechte eine Verletzung von Art. 13 EMRK nur geltend gemacht\nwerden kann im Zusammenhang mit der im konkreten Fall vertretbaren\nRüge einer Menschenrechtsverletzung, wobei eine diesbezügliche blosse\n\n13\nBehauptung beziehungsweise eine offenkundig aussichtslose Rüge nicht\ngenügt, ist die Bestimmung von Art. 13d AsylG und die im vorliegenden Fall\ngeübte Praxis als EMRK-konform zu bezeichnen.\nc. Auch aus den weiteren Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche\ngegen die Anordnung der Wegweisung sprechen oder deren sofortigen Vollzug\nunter dem Gesichtspunkt der landes- und völkerrechtlichen Verpflichtungen\nder Schweiz (Art. 18 Abs. 1 AsylG) als nicht durchführbar erscheinen liessen.\n10. Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen darzutun, inwiefern\ndie angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen\nSachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei\n(Art. 11 Abs. 3 AsylG). Die Verfügung des BFF ist demzufolge, soweit darauf\neinzutreten ist, vollumfänglich zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.\n[27] Entscheid der Präsidentenkonferenz über eine Rechtsfrage von\ngrundsätzlicher Bedeutung, gemäss Art. 12 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom\n18. Dezember 1991 über die Schweizerische Asylrekurskommission (VOARK,\nSR 142.317).\n[28] Décision de la Conférence des présidents sur une question juridique\nde principe, selon l’art. 12 al. 2 let. a de l’Ordonnance du 18 décembre 1991\nconcernant la Commission suisse de recours en matière d’asile (OCRA, RS\n142.317).\n[29] Decisione della Conferenza dei presidenti su una questione giuridica\ndi principio, conformemente all’art. 12 cpv. 2 lett. a dell’Ordinanza del\n18 dicembre 1991 concernente la Commissione svizzera di ricorso in materia\nd’asilo (OCRA, RS 142.317).\n\n14\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 58.55 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission\nvom 29. September 1993\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1994\nAnnée\nAnno\n\nBand 58\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 002 204\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}