{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-03-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-33--_1993-03-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002129.pdf?ID=150002129", "Checksum": "be871bf88f8660fd5c1ac0a6b19edf92"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.33 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 22.03.1993 JAAC 58.33 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 22.03.1993 JAAC 58.33 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 22.03.1993 JAAC 58.33 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:08", "Checksum": "e8b5fd9476c526c0ccf04a00dd71022b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 22.03.1993 JAAC 58.33 \r\n\n 4\nVon der «Anhörung zu den Asylgründen» und insbesondere von deren\nErscheinungsform als direkte Bundesbefragung ist die ergänzende Anhörung\ndurch das BFF zu unterscheiden. Sie ist im revidierten und heute gültigen\nAsylgesetz unter der Überschrift «Weitere Abklärungen» in Art. 16c Abs. 1\ngeregelt. In der am 2. Oktober 1990 in Kraft getretenen Revision der\nAsylverordnung vom 25. November 1987 (Änderung vom 1. Oktober 1990,\nAS 1990 1581) wurde in Art. 16a die grundsätzliche Anwendbarkeit von Art. 15\nAsylG auf das Verfahren für ergänzende Anhörungen im Sinne von Art. 16c\nAbs. 1 AsylG statuiert. Diese Bestimmung wurde in Art. 16 AsylV 1 vom 22. Mai\n1991 (in Kraft seit 5. Juni 1991) unverändert übernommen.\nc. Da es sich vorliegendenfalls bei der Befragung vom 9. Dezember 1992\nvor dem BFF klarerweise nicht um eine Direktbefragung, sondern um\neine ergänzende Anhörung (in Ergänzung zur kantonalen Einvernahme\nvom 31. Januar 1990) handelt, ist der Verweis des Beschwerdeführers\nauf Art. 15 Abs. 3 AsylG unbehelflich. Auch unter Berücksichtigung der\nsofortigen Anwendbarkeit mit der Inkraftsetzung des AVB am 22. Juni 1990\n(Abs. 1 und 2 der Schlussbestimmungen zum AVB, AS 1990 938 ) vermag\nder Beschwerdeführer aus Art. 15 Abs. 3 AsylG keine Protokollierungs- und\nRückübersetzungspflicht bei ergänzenden Anhörungen herzuleiten. Die\nsofortige und uneingeschränkte Anwendbarkeit von Art. 15 Abs. 3 AsylG\nzeitigt in intertemporalrechtlicher Hinsicht nach dem Gesagten die alleinige\n(theoretische) Rechtsfolge, dass ein nach dem 22. Juni 1990 direkt durch das\nBFF befragter Gesuchsteller trotz Gesuchseinreichung vor dem 22. Juni 1990 in\nden Genuss der Verfahrensgarantien von Art. 15 Abs. 1 und 2 AsylG kommt.\n5.a. Wie oben erwähnt richtet sich die ergänzende Anhörung als zusätzliche\nAbklärungshandlung des BFF im Sinne von Art. 16c Abs. 1 AsylG gemäss\nArt. 16 AsylV 1 grundsätzlich nach den Verfahrensvorschriften von Art. 15\nAsylG. Von dieser Verordnungsbestimmung werden indes kraft Abs. 2\nder Schlussbestimmungen zum AVB, welcher den ihr zugrundeliegenden\nArt. 16c AsylG nebst anderen Normen explizit als Ausnahme von der\nuneingeschränkten sofortigen Geltung des neuen Rechts nennt, formell nur\nneue, nach dem 22. Juni 1990 eingeleitete Verfahren erfasst («neue Gesuche»).\nBei der Beurteilung von Asylgesuchen, die vor dem 22. Juni 1990 eingereicht\nwurden, findet folglich die alte Fassung des Asylgesetzes vom 20. Juni 1986\n(aAsylG, in Kraft getreten am 1. Januar 1988) Anwendung im Sinne einer\nNachwirkung (vgl. dazu Kölz Alfred, Intertemporales Verwaltungsrecht,\nZeitschrift für Schweizerisches Recht [ZSR] 102 II, S. 175 ff.). Im folgenden\nist zu prüfen, inwieweit Raum für eine Nachwirkung des alten Rechts besteht.\nb. Seinem Inhalt nach bildet Art. 16c AsylG eine prozessuale Norm,\ndie das BFF «in den übrigen Fällen» - also bei Nichtvorliegen von\nNichteintretensgründen oder offensichtlich negativer oder positiver Fälle\n(Art. 16, 16a und 16b AsylG) - zur Vornahme notwendiger zusätzlicher\nAbklärungen anhält. Das alte Recht regelte in Art. 16 Abs. 2 aAsylG einen\nvergleichbaren Verfahrensschritt, indem es bestimmte, dass das BFF den\nSachverhalt wenn nötig zusätzlich abzuklären und den Gesuchsteller\npersönlich zu befragen hat. Somit besteht zwischen der Bestimmung des\nalten Rechts (Art. 16 Abs. 2 aAsylG) und derjenigen des neuen Rechts (Art. 16c\nAsylG) inhaltlich eine Übereinstimmung. Art. 16 Abs. 2 aAsylG verwies für\ndie Befragung vor dem BFF zusätzlich auf Art. 15 Abs. 3 bis 5 aAsylG. Die\nderart vorgeschriebene sinngemässe Anwendung von Art. 15 Abs. 3 bis 5\n\n"}