{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-04-28", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-32--_1993-04-28.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002126.pdf?ID=150002126", "Checksum": "611a174c49f58e88808ff1dd8e5e3c0c"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.32 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 28.04.1993 JAAC 58.32 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 28.04.1993 JAAC 58.32 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 28.04.1993 JAAC 58.32 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:10", "Checksum": "49a29b6a7155e54f7d7c35edaff60ea7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 28.04.1993 JAAC 58.32 \r\n\n 6\nIm übrigen ergibt sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 16 Abs. 2 AsylG,\ndass verfolgungssichere Staaten, nicht verfolgungssichere Regionen gemeint\nsind (vgl. Gattiker, a.a.O., S. 4; in ähnlichem Sinne auch Achermann Alberto /\nHausammann Christina, Handbuch des Asylrechts, Bern/ Stuttgart, 1991,\nS. 299). Zum gleichen Ergebnis gelangt man aus der gesetzessystematischen\nInterpretation des Begriffs «Verfolgung», der in Art. 16 Abs. 2 nichts anderes\nbedeuten kann als in Art. 13. Aus den Materialien zur Entstehung dieser\nbeiden mit dem Bundesbeschluss über das Asylverfahren (AVB) vom 22. Juni\n1990 (AS 1990 938) eingeführten Bestimmungen ergibt sich eindeutig, dass in\nbeiden Artikeln vom gleichen weiten Begriff der Verfolgung auszugehen ist,\nwelcher nicht nur die im Sinne von Art. 3 AsylG asylrechtlich relevanten\nernsthaften Nachteile umfasst, sondern auch andere Befürchtungen,\nwelche allenfalls nur unter den Aspekten von Art. 3 der Konvention vom\n4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten\n(EMRK, SR 0.101) oder Art. 14a des BG vom 26. März 1931 über Aufenthalt und\nNiederlassung der Ausländer (ANAG, SR 142.20) materiell von Bedeutung\nsind (also insbesondere menschenrechtswidrige Behandlung, private\nVerfolgung, Bürgerkriegsgefahr). Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass\nder heutige Abs. 2 von Art. 16 AsylG in der bundesrätlichen Vorlage zum\nAVB (BBl 1990 II 573 ff.) noch als Abs. 2 von Art. 13 (Definition des Begriffes\n«Asylgesuch») vorgesehen war in folgendem Wortlaut:\n«Kommt der Ausländer aus einem Staat, in dem nach den Feststellungen des\nBundesrates Menschenrechtsverletzungen nach rechtsstaatlichen Grundsätzen\ngeahndet werden, liegt kein Asylgesuch vor.»\nDie Botschaft führte zu dieser Bestimmung folgendes aus (BBl 1990 II 625 f.):\n«Dadurch soll dem Bundesrat die Möglichkeit gegeben werden, für bestimmte\nHerkunftsländer von Asylbewerbern festzustellen, dass dort sowohl\neine Verfolgung nach Art. 3 des Gesetzes als auch eine unmenschliche\nBehandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ausgeschlossen werden und\ndemnach objektiv gesehen kein Asylgesuch vorliegen kann, weil der\nbetreffende Staat Menschenrechtsverletzungen nach rechtsstaatlichen\nGrundsätzen ahndet.» Daraus ergibt sich, dass in beiden Absätzen des\nursprünglichen Art. 13 AVB in der negativen Umschreibung der gleiche\n- weite - Verfolgungsbegriff angesprochen war: Nach Abs. 1 liegt kein\nAsylgesuch vor, weil der Gesuchsteller keine Verfolgung - im weiten Sinne\n- geltend macht, mit der Folge, dass auf das Gesuch nicht eingetreten wird;\nnach Abs. 2 entsteht die gleiche Folge, wenn das Vorhandensein einer\nVerfolgung - im gleichen weiten Sinne - nach der objektiven, vom Bundesrat\nfestgestellten Situation im betreffenden Land ausgeschlossen werden kann.\nIm Verlauf der parlamentarischen Beratung wurde Abs. 2 von Art. 13 aus\ngesetzessystematischen Gründen in Art. 16 umplaziert, wobei indessen\nkeinerlei Änderung bezüglich des weiten Verfolgungsbegriffs bezweckt wurde.\nDie einzige materielle Änderung erfuhr die Bestimmung beim Transfer in\nArt. 16 insofern, als nunmehr die bundesrätliche Bestimmung eines Landes\nals «sicher» zu einer im Einzelfall widerlegbaren Vermutung gemacht wurde.\nBundesrat Koller hat denn auch nach der Umformulierung und Neuplazierung\nder Bestimmung in der Beratung im Nationalrat am 5. Juni 1990 inhaltlich\nauf die alte Version Bezug genommen, indem er von Ländern sprach, wo\nnach Beurteilung des Bundesrates «Menschenrechte nicht verletzt werden\nbzw. deren Verletzungen in rechtsstaatlichen Verfahren geahndet werden»,\n\n"}