{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1992-11-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-30--_1992-11-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002117.pdf?ID=150002117", "Checksum": "5cbe384c6a2051e738b16945463b8ed1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.30 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.11.1992 JAAC 58.30 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 27.11.1992 JAAC 58.30 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 27.11.1992 JAAC 58.30 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:28", "Checksum": "0dc0a1fdfd87daed47d7be52773686b3", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.11.1992 JAAC 58.30 \r\n\n 5\ndie von Art. 1 F FK ebenfalls nicht erfasst würden (vgl. Kälin, Grundriss,\nS. 177 f.; Achermann/Hausammann, a.a.O., S. 161; Achermann Alberto, der\nAusschluss vom Asyl wegen Asylunwürdigkeit, in: ASYL 1989/1, S. 4 f.).\nDie heutige konstante Praxis versteht unter «verwerflichen Handlungen»\nim Sinne von Art. 8 AsylG Straftaten, die mit Zuchthausstrafe bedroht\nwerden und damit unter den Begriff des Verbrechens des schweizerischen\nStrafgesetzbuches (vgl. Art. 9 Abs. 1 des schweizerischen Strafgesetzbuches\nvom 21. Dezember 1937 [StGB], SR 311.0) fallen (vgl. Kälin, Grundriss, S. 174;\nAchermann/Hausammann, a.a.O., S. 164; Achermann, a.a.O., S. 5). Diese\nPraxis wird in der Literatur insbesondere unter dem Gesichtspunkt kritisiert,\ndass sie bezüglich in der Schweiz begangener Straftaten ausserordentlich\nstreng sei; es wird einerseits kritisiert, dass Asylunwürdigkeit nicht nur\ngestützt auf eine rechtskräftige Verurteilung, sondern bereits gestützt auf\nein Geständnis oder eine klare Aktenlage und Anklageerhebung bejaht\nwird; andererseits wird ausgeführt, die schematische Anwendung des\nVerbrechensbegriffes von Art. 9 StGB führe zu unhaltbaren Ergebnissen,\nindem relativ geringfügige Delikte, derentwegen der Betroffene zu nur\nkurzen, bedingten Gefängnisstrafen verurteilt worden sei, bereits als\nverwerfliche Handlungen im Sinne von Art. 8 AsylG anerkannt würden\n(vgl. Kälin, Grundriss, S. 175 f., 178; Achermann/ Hausammann, a.a.O., S. 166;\nAchermann, a.a.O., S. 5 f.). Eine ausführliche Auseinandersetzung mit diesen\nArgumenten kann im vorliegenden Fall unterbleiben; jedenfalls vermögen\ndie Ausführungen in der Beschwerdeeingabe nicht zu überzeugen, es stelle\neine krasse Unverhältnismässigkeit dar, die vom Beschwerdeführer begangene\nTat unter Art. 8 AsylG zu subsumieren. Ein in Mittäterschaft begangenes,\nzumindest eventualvorsätzliches Tötungsdelikt - welches im schweizerischen\nRecht mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren Zuchthaus bedroht wird\n(Art. 111 StGB) - stellt ohne Zweifel eine «verwerfliche Handlung» im Sinne\nvon Art. 8 AsylG dar.\nc. In der Literatur wird allgemein darauf hingewiesen, dass sich die\nFlüchtlingskonvention und das Asylgesetz in ihren Konzeptionen, wie als\ndes flüchtlingsrechtlichen Schutzes für unwürdig erachtete Personen zu\nbehandeln sind, grundlegend unterscheiden. Die Flüchtlingskonvention geht\nin ihrer Dogmatik nicht von einer Asylgewährung aus, sondern statuiert\nMindestrechte, insbesondere das Non-Refoulement-Gebot von Art. 33\nFK, für diejenigen Personen, die ihrem Flüchtlingsbegriff (Art. 1 A Abs. 2\nFK) entsprechen; wer wegen «Unwürdigkeit» des flüchtlingsrechtlichen\nSchutzes nicht teilhaben soll, wird gemäss Art. 1 F FK vom Flüchtlingsbegriff\nals solchem, mithin von der Anwendung der gesamten Konvention,\nausgeschlossen. Demgegenüber unterscheidet das Asylgesetz dogmatisch\nzwischen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 AsylG) und\nder Gewährung von Asyl (Art. 4 AsylG); die Asylunwürdigkeit im Sinne\nvon Art. 8 AsylG schliesst eine Person von der Asylgewährung aus, lässt\nindessen keine Rückschlüsse auf ihre Flüchtlingseigenschaft zu (vgl. Kälin,\nGrundriss, S. 28, 164 ff., 179; Achermann/Hausammann, a.a.O., S. 153 f.;\nAchermann, a.a.O., S. 3, 4, 5; Werenfels Samuel, Der Begriff des Flüchtlings\nim schweizerischen Asylrecht, Bern unter anderem 1987, S. 58, 117, 140 f.).\nDer klare Wortlaut von Art. 8 AsylG, wonach einer asylunwürdigen\nPerson «kein Asyl gewährt» wird, und die Systematik des Gesetzes, welche\nauf einer begrifflichen Unterscheidung zwischen der Anerkennung der\nFlüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung beruht und den Tatbestand\n\n"}