{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1992-11-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-30--_1992-11-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002117.pdf?ID=150002117", "Checksum": "5cbe384c6a2051e738b16945463b8ed1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.30 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.11.1992 JAAC 58.30 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 27.11.1992 JAAC 58.30 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 27.11.1992 JAAC 58.30 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:28", "Checksum": "0dc0a1fdfd87daed47d7be52773686b3", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.11.1992 JAAC 58.30 \r\n\n 3\nverbiete Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der\nMenschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) den Vollzug einer\nWegweisung.\n6. Es ist daher im folgenden zu prüfen, wie die vom Beschwerdeführer in der\nTürkei begangene Straftat im Hinblick auf Art. 1 F Bst. b FK sowie Art. 8 AsylG\nzu würdigen ist, und zu klären, in welchem Verhältnis die beiden erwähnten\nBestimmungen zueinander stehen.\na. Gemäss Art. 1 F Bst. b FK sind die Bestimmungen der\nFlüchtlingskonvention nicht anwendbar auf eine Person, für die ernsthafte\nGründe für den Verdacht bestehen, dass sie vor ihrer Aufnahme im\nZufluchtsland ein schweres Verbrechen des gemeinen Rechts begangen hat,\nwelches sich in einer Güterabwägung als besonders schweres Verbrechen\nerweist (vgl. Kälin Walter, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt\nam Main, 1990, S. 178 ff.; Achermann Alberto / Hausammann Christina,\nHandbuch des Asylrechts, 2. Aufl., Bern/ Stuttgart, 1991, S. 161 ff.; Kälin\nWalter, Das Prinzip des Non-Refoulement; Das Verbot der Zurückweisung,\nAusweisung und Auslieferung von Flüchtlingen in den Verfolgerstaat im\nVölkerrecht und im schweizerischen Landesrecht, Bern/Frankfurt am\nMain, 1982, S. 119 ff., 123 ff.). Lehre und Rechtsprechung gehen beim -\naus dem Auslieferungsrecht stammenden - Begriff des politischen Delikts\nvon der Unterscheidung in absolut politische Delikte, komplex politische\nDelikte, konnex politische Delikte und relativ politische Delikte aus (vgl.\nKälin, Grundriss, S. 108; Achermann/Hausammann, a.a.O., S. 162 f.; Kälin,\nNon-Refoulement, S. 213 ff.). Die in der Beschwerdeeingabe vertretene\nAuffassung, die Gefangenenbefreiung, an der der Beschwerdeführer\nbeteiligt war, stelle ein absolut politisches Delikt dar, weshalb die damit\nzusammenhängende Tötung einer Person als konnex politisches Delikt gelten\nmüsse, erweist sich als unhaltbar; absolut politische Delikte sind Straftaten,\ndie sich gegen die politische und soziale Organisation eines Staates richten\nund als Merkmal des objektiven Tatbestandes den Angriff auf den Staat und\ndessen grundlegende Einrichtungen beinhalten (vgl. Kälin, Grundriss, S. 108;\nBGE 106 Ib 308, BGE 110 Ib 284 f.). Jedoch erscheint eine Qualifikation der\ngewaltsamen Gefangenenbefreiung als relativ politisches Delikt nicht von\nvornherein ausgeschlossen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist\neine Straftat dann als relativ politisches Delikt zu betrachten, «...wenn die\nHandlung nach den Umständen, namentlich nach den Beweggründen und\nZielen des Täters, einen vorwiegend politischen Charakter hat. Ein vorwiegend\npolitischer Charakter ist anzunehmen, wenn die strafbare Handlung im\nRahmen eines Kampfes um die Macht im Staate erfolgte oder wenn sie verübt\nwurde, um jemanden dem Zwang eines jede Opposition ausschliessenden\nStaates zu entziehen. Zwischen solchen Taten und den angestrebten Zielen\nmuss eine enge, direkte und klare Beziehung bestehen.» (BGE 106 Ib 309;\nin der Folge verschiedentlich bestätigte Rechtsprechung, vgl. zuletzt BGE\n110 Ib 285). Indessen müssen das vom Täter verfolgte politische Ziel und die\ndurch seine Tat verletzten fremden Rechtsgüter in einem angemessenen\nVerhältnis stehen; die Tat muss angesichts der damit verfolgten Ziele\n«mindestens einigermassen verständlich» (BGE 106 Ib 309 f., BGE 110 Ib 285)\nerscheinen; eine vorsätzliche Tötung kann gemäss den weiteren Ausführungen\nim zitierten Bundesgerichtsentscheid nur dann als relativ politisches Delikt\nangesehen werden, «...wenn die Handlung das einzige Mittel ist, um die\n\n"}