{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-01-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-29--_1993-01-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002111.pdf?ID=150002111", "Checksum": "6cbb3764fb361399c2f756a427d39e99"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.29 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 11.01.1993 JAAC 58.29 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 11.01.1993 JAAC 58.29 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 11.01.1993 JAAC 58.29 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:05", "Checksum": "7ff4fc9d137c02bfe462c1562eea262e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 11.01.1993 JAAC 58.29 \r\n\n JAAC 58.29\n\nAuszug aus einem Entscheid der Schweizerischen\nAsylrekurskommission vom 11. Januar 1993\n\nExtrait de la jurisprudence de la Commission suisse de recours en\nmatière d’asile. Application de la clause d’admission dans un pays\ntiers; examen de la qualité de réfugié.\nArt. 6 al. 1 let. b LA . Application de la clause d’admission dans un pays\ntiers; examen de la qualité de réfugié.\nEn présence d’époux de nationalités différentes, on peut renoncer\nà l’examen de la qualité de réfugié lorsqu’il est possible et\nraisonnablement exigible pour chacun d’eux de se rendre dans l’un\nde leurs pays d’origine où ils peuvent séjourner durablement. En\npareil cas, et en dépit de la teneur de l’art. 6 al. 1 let. b LA, il n’est pas\nnécessaire pour que soit appliquée la clause d’admission dans un pays\ntiers que l’autre conjoint vive déjà dans son pays d’origine.\n\nAuszug aus der Rechtsprechung der Schweizerischen\nAsylrekurskommission. Anwendung der Drittstaatsklausel; Frage\nder Prüfung der Flüchtlingseigenschaft.\nArt. 6 Abs. 1 Bst. b AsylG. Anwendung der Drittstaatsklausel; Frage der\nPrüfung der Flüchtlingseigenschaft.\nBei Ehepaaren gemischter Nationalität kann auf die Prüfung der\nFlüchtlingseigenschaft verzichtet werden, wenn es beiden Ehegatten\nmöglich und zumutbar ist, in einen der beiden Heimatstaaten\nauszureisen und dort gemeinsam dauernden Aufenthalt zu begründen.\nIn solchen Fällen ist es für die Anwendung der Drittstaatsklausel\nim Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. b AsylG - trotz dem Wortlaut - nicht\nnotwendig, dass der andere Ehegatte bereits in seinem Heimatstaat lebt.\n\n1\nEstratto della giurisprudenza della Commissione svizzera di ricorso in\nmateria d’asilo. Applicazione della clausola di ammissione in un Paese\nterzo; esame della qualità di rifugiato.\nArt. 6 cpv. 1 lett. b LA. Applicazione della clausola di ammissione in un\nPaese terzo; esame della qualità di rifugiato.\nIn presenza di coniugi di nazionalità diversa, si può rinunciare\nall’esame della qualità di rifugiato quando per ciascuno di loro sia\npossibile e ragionevolmente esigibile di recarsi in uno dei rispettivi\npaesi d’origine, a condizione che vi possano soggiornare entrambi\ndurevolmente. In simile evenienza, nonostante il tenore dell’art. 6\ncpv. 1 lett. b LA, non è necessario per l’applicazione della clausola\nd’ammissione in un Paese terzo che l’altro coniuge viva già nel suo\npaese d’origine.\n\nZusammenfassung des Sachverhalts\nNachdem der libanesische Beschwerdeführer von einer zweijährigen\nAusbildung in Algerien zurückgekehrt war, verliess er seinen Heimatstaat\nam 18. Juni 1990. Am 25. Juni 1990 stellte er in der Schweiz ein Asylgesuch. Die\nEhefrau des Beschwerdeführers, eine algerische Staatsangehörige, die dieser\nwährend seines Studienaufenthaltes geheiratet hatte, reiste am 21. Juli 1990\nvon Algerien kommend in die Schweiz ein, wo sie sich dem Asylgesuch ihres\nEhemannes anschloss.\nAnlässlich der Anhörung durch die kantonale Fremdenpolizei vom 26. Juni\n1991 führte der Beschwerdeführer aus, dass er aufgrund der gesetzlichen\nBestimmungen keine Aufenthaltsbewilligung für Algerien erhalten könne,\nda Ausländer nach ihrer Ausbildung Algerien verlassen müssten. Auf\nAnfrage durch das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) hielt die schweizerische\nVertretung in Algier in ihrem Schreiben vom 31. Juli 1991 fest, dass\ndiese Angabe grundsätzlich stimme. Aufgrund der Tatsache, dass er eine\nalgerische Staatsangehörige geheiratet habe, werde dem moslemischen\nBeschwerdeführer jedoch zweifelsohne Aufenthalt in Algerien gewährt\nwerden.\nDas BFF lehnt das Asylgesuch ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wird von\nder Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) abgewiesen.\nAus den Erwägungen\n3. (...)\nUngeachtet dessen ist es der Beschwerdeführerin (gemäss eigenen Angaben\nlaut dem kantonalen Befragungsprotokoll) und dem Beschwerdeführer\n(gemäss der nicht in Zweifel zu ziehenden Botschaftsauskunft vom\n17. September 1992) möglich und zumutbar, nach Algerien auszureisen\nund dort dauernden Aufenthalt zu begründen. Ein Asylgesuch ist aber in\nder Regel abzulehnen, wenn der Gesuchsteller in einen Drittstaat ausreisen\nkann, in dem nahe Angehörige oder andere Personen leben, zu denen\n\n2\ner enge Beziehungen hat (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom\n5. Oktober 1979 [AsylG], SR 142.31). Auch abgesehen davon, dass die\nBeschwerdeführerin als algerische Staatsangehörige in ihrem Heimatland\nüber ein Verwandten- und Bekanntennetz verfügt und der Beschwerdeführer\naufgrund seines mehrjährigen Aufenthaltes in Algerien ebenfalls über diverse\nenge Beziehungen zu Bekannten verfügen dürfte, kann im vorliegenden Fall\ngestützt auf die erwähnte Gesetzesbestimmung eine Abweisung erfolgen.\nWenn, wie dies hier der Fall ist, ein Ehegatte zwar noch nicht im sicheren\nDrittstaat lebt, dies für ihn aber ohne weiteres möglich und zumutbar\nist, kann gleichermassen entschieden werden, wie wenn er bereits dort\nleben würde. Eine solche Auslegung von Art. 6 Abs. 1 Bst. b AsylG ist aus\nprozessökonomischen Gründen statthaft. Eine vorgezogene Wegweisung der\nBeschwerdeführerin nach Algerien und deren Vollzug würde nämlich nicht\ngegen den Grundsatz der Familieneinheit (vgl. Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AsylG,\nArt. 8 EMRK) verstossen, da eine Vereinigung der Ehegatten ohne weiteres\nin Algerien möglich wäre. Somit sind in diesem Falle die Voraussetzung\nan eine Anwendung von Art. 6 Abs. 1 AsylG gegeben. Bei Ehepaaren\ngemischter Nationalität rechtfertigt es sich in klaren Fällen bestehender\nHeimreisemöglichkeit und -zumutbarkeit ins Heimatland des einen Ehegatten\nso vorzugehen, wie wenn dessen Heimreise bereits stattgefunden hätte. Das\nheisst, dass in solchen Fällen auf die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft\nverzichtet werden kann.\n\n"}