{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-07-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-28--_1993-07-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002108.pdf?ID=150002108", "Checksum": "06525023953f52f9360fa7d831847e94"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.28 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.07.1993 JAAC 58.28 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 27.07.1993 JAAC 58.28 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 27.07.1993 JAAC 58.28 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:19", "Checksum": "fb17c7aefd2e1efa88fd922dfb888cde", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.07.1993 JAAC 58.28 \r\n\n 11\nbegründen) mit der Frage, ob die nächsten Angehörigen einer Person,\ndie in der Schweiz zwar als Flüchtling anerkannt wird, jedoch wegen\nAsylunwürdigkeit von der Asylgewährung ausgeschlossen wird, die\nAsylgewährung gestützt auf Art. 3 Abs. 3 und Art. 4 AsylG beanspruchen\nkönnen, und beantworten sie unterschiedlich.\nWerenfels verneint die Frage insbesondere mit einem Hinweis auf die\nAkzessorietät, denn der wegen Asylunwürdigkeit vom Asyl Ausgeschlossene\nkönne seinen Familienangehörigen keinen Rechtsstatus vermitteln, der\nüber seinen eigenen hinausgehe (Werenfels, a.a.O., S. 382). Seine weitere\nArgumentation, in diesen Fällen fehle es zudem an der Voraussetzung einer\nformellen Anerkennung als Flüchtling für diejenige Person, von der die\nAngehörigen ihre Flüchtlingseigenschaft ableiten wollten, geht noch von der -\nheute aufgegebenen - Praxis der schweizerischen Asylbehörden aus, im Falle\nder Asylunwürdigkeit eines Asylgesuchstellers dessen Asylgesuch abzulehnen,\nohne sich indessen über das Bestehen seiner Flüchtlingseigenschaft\nausdrücklich zu äussern (vgl. Werenfels, a.a.O., S. 59, 382).\nZimmermann bejaht demgegenüber eine Asylgewährung gestützt auf Art. 3\nAbs. 3 und Art. 4 AsylG an Angehörige einer als Flüchtling anerkannten,\njedoch asylunwürdigen Person und führt zur Begründung dieser Auffassung\naus, auch wenn dadurch das Ziel, innerhalb der Familie einen einheitlichen\nRechtsstatus zu gewährleisten, nicht erreicht werde, müsse doch der formelle\nAspekt der Akzessorietät hinter den Grundgedanken von Art. 3 Abs. 3 AsylG\nzurücktreten, wonach Familienangehörige eines Verfolgten generell als von\nder Verfolgung mitbetroffen betrachtet werden müssten (Zimmermann,\na.a.O., S. 185 f.). Diese Argumentation wird der hier interessierenden\nFragestellung allerdings insofern nicht gerecht, als eben gerade die Stellung\njener Angehörigen eines asylunwürdigen Flüchtlings interessiert, die -\nentgegen der dem Art. 3 Abs. 3 AsylG zugrundeliegenden Vermutung von\nder Mitbetroffenheit der nahen Angehörigen - die Voraussetzungen der\nFlüchtlingseigenschaft der Abs. 1 und 2 von Art. 3 AsylG in ihrer eigenen\nPerson nicht erfüllen würden; soweit demgegenüber Angehörige eines\nasylunwürdigen Flüchtlings der Vermutung der Mitbetroffenheit in der\nTat entsprechen und in ihrer eigenen Person die Voraussetzungen der\nFlüchtlingseigenschaft erfüllen, kann die hier interessierende Frage\noffenbleiben, da eine Asylgewährung sich hier auf das Darlegen eigener\nAsylgründe stützt (vgl. Entscheid der ARK vom 3. Februar 1993 i.S. C.K. und\nG.K.-A., EMARK 1993 Nr. 23, S. 147 ff.).\nd. Die Asylrekurskommission erachtet den von Werenfels diskutierten\nHinweis auf die Akzessorietät einer Asylgewährung bei Angehörigen eines\nasylunwürdigen Flüchtlings, welche in eigener Person die Voraussetzungen\ndes Flüchtlingsbegriffs von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG nicht zu erfüllen\nvermöchten und ihre Flüchtlingseigenschaft lediglich im Sinne von Art. 3\nAbs. 3 AsylG von ihrem Ehegatten beziehungsweise Vater abzuleiten\nvermögen, als ausschlaggebend und hält deshalb dafür, dass unter diesen\nVoraussetzungen auch die Verweigerung des Asyls bei derjenigen Person,\nvon der die Flüchtlingseigenschaft abgeleitet wird, auf die Angehörigen\nauszudehnen sei.\n\n12\nIn analoger Regelung zum Rechtsstatus ihres Lebenspartners A.M. ist daher\ndie Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin wie auch der beiden\nTöchter anzuerkennen, ihr Asylgesuch gestützt auf Art. 8 AsylG abzulehnen\nund grundsätzlich die Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen, deren\nVollzug indessen durch eine vorläufige Aufnahme zu ersetzen ist.\nDie Beschwerde ist somit in ihrem Hauptbegehren, mit welchem die\nAsylgewährung beantragt wird, abzuweisen; im übrigen ist sie gutzuheissen.\n[1] Entscheid der Präsidentenkonferenz über eine Rechtsfrage von\ngrundsätzlicher Bedeutung, gemäss Art. 12 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom\n18. Dezember 1991 über die Schweizerische Asylrekurskommission (VOARK,\nSR 142.317).\n[2] Décision de la Conférence des présidents sur une question juridique de\nprincipe, selon l’art. 12 al. 2 let. a de l’Ordonnance du 18 décembre 1991\nconcernant la Commission suisse de recours en matière d’asile (OCRA,\nRS 142.317).\n[3] Decisione della Conferenza dei presidenti su questione giuridica\ndi principio, conformemente all’art. 12 cpv. 2 lett. a dell’Ordinanza del\n18 dicembre 1991 concernente la Commissione svizzera di ricorso in materia\nd’asilo (OCRA, RS 142.317).\n\n13\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 58.28 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission\nvom 27. Juli 1993\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1994\nAnnée\nAnno\n\nBand 58\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 002 108\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}