{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-07-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-28--_1993-07-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002108.pdf?ID=150002108", "Checksum": "06525023953f52f9360fa7d831847e94"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 58.28 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.07.1993 JAAC 58.28 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 27.07.1993 JAAC 58.28 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 27.07.1993 JAAC 58.28 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:19", "Checksum": "fb17c7aefd2e1efa88fd922dfb888cde", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 27.07.1993 JAAC 58.28 \r\n\n 7\ndas Arbeitslosenversicherungsrecht bezogenen Entscheid 106 V 59 ff.\nwird demgegenüber insbesondere auf Schwierigkeiten einer klaren\nBegriffsumschreibung und Abgrenzung des Konkubinats hingewiesen; auf die\nStichhaltigkeit derartiger Befürchtungen ist weiter unten zurückzukommen.\nInsbesondere anerkannt und einer auf einer formellen Ehe gegründeten\nFamilie gleichgestellt wird in der schweizerischen Rechtsprechung schliesslich\ndas Verhältnis von Konkubinatspartnern, welche gemeinsame Kinder haben.\nIn einer im Jahre 1970 (BGE 96 I 425 ff.) beginnenden Rechtsprechung\nanerkennt das Bundesgericht, das Bestehen eines dauerhaften eheähnlichen\nGemeinschaft sei als wichtiger Grund im Sinne von Art. 30 Abs. 1 ZGB\nanzuerkennen, um dem Kind eine Namensänderung und die Annahme des\nNamens des Vaters zu ermöglichen (vgl. BGE 105 II 241 ff., BGE 105 II 247 ff.,\nBGE 107 II 289 ff., BGE 117 II 6 ff.); bereits 1970 führt das Bundesgericht\nin diesem Zusammenhang aus, es würde ein Ignorieren der Realität\nbedeuten, wollte man einer auf einem (in casu seit 18 Jahren dauernden)\nKonkubinatsverhältnis gründenden Familie die Stabilität absprechen; «on\npeut admettre que la stabilité des liens affectifs noués entre ses membres\nest comparable à celle des liens qui unissent généralement les membres\nd’une famille constituée selon la loi.» (BGE 96 I 430) Ähnliche Ausführungen\nmacht das Bundesgericht in seinem Entscheid BGE 106 III 11 ff., wo nicht\nnur die Unterhaltsleistungen eines Konkubinatspartners an seine Kinder,\nsondern auch diejenigen an seine Partnerin - da diesbezüglich zumindest eine\nmoralische Unterhalts- oder Unterstützungspflicht anzuerkennen sei - ins\nbetreibungsrechtliche Existenzminimum gemäss Art. 93 des Bundesgesetzes\nvom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG, SR 281.1)\neinbezogen werden; das Bundesgericht bezeichnet es als realitätsfremd, wenn\nman einen Schuldner betreibungsrechtlich als alleinstehend behandeln wollte,\nder es doch offensichtlich nicht sei, und hält fest, «das Konkubinatsverhältnis,\naus dem Kinder hervorgegangen sind, (sei) somit unter dem Gesichtspunkt der\nNotbedarfsermittlung im wesentlichen gleichzubehandeln wie ein eheliches\nFamilienverhältnis.» (BGE 106 III 17)\nIn seiner Rechtsprechung zum Schutzbereich von Art. 8 EMRK, welcher unter\nanderem die Achtung des Familienlebens garantiert, hatte das Bundesgericht\nbisher keine Veranlassung, den Schutzbereich dieser Bestimmung bezogen auf\nKonkubinatspartner oder Konkubinats-Familienverhältnisse zu umschreiben;\ndie publizierten Entscheide beziehen sich ausnahmslos auf das Verhältnis\nzwischen Ehepaaren, zwischen verheirateten Eltern zu ihrem Kind oder\nzwischen nur einem Elternteil und seinem Kind (vgl. BGE 109 Ib 183 ff.,\nBGE 110 Ib 201 ff., BGE 111 Ib 1 ff., BGE 115 Ib 1 ff., BGE 115 Ib 97 ff., BGE 116\nIb 353 ff., BGE 118 Ib 145 ff., BGE 118 Ib 153 ff.; im Aufsatz von Mock\n[Mock Peter, Mesures de police des étrangers et respect de la vie privée et\nfamiliale, in: Zeitschrift für Schweizerisches Recht, 1993, S. 95 ff.], wird auf\nS. 101 auf einen unveröffentlichten Entscheid hingewiesen, welcher das\nBestehen eines Familienlebens im Sinne von Art. 8 EMRK verneint für ein\nKonkubinatsverhältnis mit einer verheirateten Person). Die Strassburger\nKonventionsorgane fassen unter den Begriff des Familienlebens im Sinne\nvon Art. 8 EMRK nicht nur die auf einer Ehe beruhende, sondern ebenso\ndie natürliche Familie, also beispielsweise unverheiratete Personen mit\nihren Kindern (Wildhaber Luzius, Kommentierung von Art. 8 EMRK, in:\nInternationaler Kommentar zur Europäischen Menschenrechtskonvention,\n\n"}