{"Signatur": "CH_VB_028", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1996-05-20", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_028_JAAC-61-39--_1996-05-20.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003470.pdf?ID=150003470", "Checksum": "7e0fbd161e0514d9e310d6714f2e99d0"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.39 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 20.05.1996 JAAC 61.39 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie 20.05.1996 JAAC 61.39 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia 20.05.1996 JAAC 61.39 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours du Département fédéral de l'économie; anciennement: Commission de recours ..."}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:21", "Checksum": "361f97cb1a26b0b76eec1d09bd3d7af0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 20.05.1996 JAAC 61.39 \r\n\n 4\nMietzinsplan nicht gedeckten, zu hohen Mietzins verlange. Damit stellte\ndas Bundesamt implizit auch fest, dass die Beschwerdeführerin in casu dem\nSubventionszweck nicht vollständig nachlebe, indem es die im öffentlichen\nInteresse liegende und in den Mietzinslisten festgehaltene Verbilligung\ndes Mietzinses von S. nicht rechtzeitig weitergegeben und damit einen\nungerechtfertigten Ertrag erzielt habe.\nDie Einhaltung der Lasten- und Mietzinspläne - durch ihre Nennung in der\nSubventionsverfügung vom 9. Januar 1992 zum Vertragsbestandteil erhoben -\nist ohne weiteres als vertragliche Verpflichtung der Beschwerdeführerin\nim Rahmen des öffentlichrechtlichen Subventionsvertrages vom 20. Januar\n1992 zu sehen. Für die vorliegend zu beurteilende Hauptfrage der\nVerfügungszuständigkeit ist entscheidend, dass die genannten Pläne\nund Listen grundsätzlich als Bestandteile des öffentlichrechtlichen\nSubventionsvertrages zu betrachten sind und insofern kein Raum dafür bleibt,\ndie «Mietzinsüberwachung» als primär hoheitliche Verwaltungsaufgabe\naufzufassen, die dem Bundesamt Verfügungskompetenz zur Durchsetzung\nder in den amtlichen Mietzinslisten festgelegten Mietzinse gewähren würde.\nDie in Art. 45 WEG vorgesehene Kontrollaufgabe des Bundesamtes dient wohl\ndem Mieterschutz, kann jedoch nicht als dem eigentlichen Vertragszweck\n(Bundessubventionsgewährung) übergeordnet gewertet werden. Insofern\nkann keine dem Bundesamt zustehende Verfügungsbefugnis zur Durchsetzung\nder Mietzinspläne angenommen werden. Dies gilt um so mehr, als der\nMieterschutz auch im Klageverfahren hinreichend wahrgenommen werden\nkann.\nUnter diesen Umständen hätte das Bundesamt das in Art. 17 Abs. 3\nVerordnung WEG vorgeschriebene Verfahren wählen müssen und der\nBeschwerdeführerin gegebenenfalls eine Frist von drei Monaten zur\nRückzahlung der seiner Meinung nach zuviel bezogenen Mietzinsbeträge\nan S. ansetzen müssen. Nach fruchtlosem Fristablauf hätte dem Bundesamt\noffengestanden, den Betrag samt Zinsen zuhanden der Mieterin bei der\nRekurskommission EVD als Schiedskommission einzuklagen. Hieraus\nfolgt, dass das Bundesamt nicht befugt war, eine einseitig hoheitliche\nFeststellung des im Streite stehenden Rechtsverhältnisses zu treffen.\nDer angefochtene Entscheid ist bereits deshalb mangels sachlicher und\nfunktioneller Verfügungszuständigkeit des Bundesamtes aufzuheben\nund die Beschwerde, wenn auch mit einer anderen als der von der\nBeschwerdeführerin vorgebrachten Begründung, gutzuheissen. Dazu ist\nanzumerken, dass die Rekurskommission EVD in casu - wie im bereits zitierten\nBeschwerdeentscheid vom 30. August 1995 - die angefochtene Verfügung des\nBundesamtes nicht als nichtig erachtet, zumal der ihr anhaftende Mangel\nim Lichte der Evidenztheorie nicht als offensichtlich oder als zumindest\nleicht erkennbar erscheint (vgl. den Beschwerdeentscheid vom 30. August\n1995, a. a. O., E. 1.1 mit weiteren Hinweisen sowie René A. Rhinow / Heinrich\nKoller / Christina Kiss-Peter, Öffentliches Prozessrecht, Basel 1994, N. 863;\nUlrich Häfelin / Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts,\n2. Aufl., Zürich 1993, N. 776; Max Imboden / René A. Rhinow, Schweizerische\nVerwaltungsrechtsprechung, Basel 1986, Nr. 40 V a/1, S. 242; vgl. aber\nimmerhin: Fritz Gygi, Verwaltungsrecht, Bern 1986, S. 43).\n\n"}