{"Signatur": "CH_VB_028", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-06-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_028_JAAC-60-54--_1995-06-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003113.pdf?ID=150003113", "Checksum": "93ed43eba977f644c2ae4783cf697f17"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.54 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 30.06.1995 JAAC 60.54 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie 30.06.1995 JAAC 60.54 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia 30.06.1995 JAAC 60.54 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours du Département fédéral de l'économie; anciennement: Commission de recours ..."}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:58", "Checksum": "fa0a375edee161b419142384b4e5f765", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 30.06.1995 JAAC 60.54 \r\n\n 4\nroher Bodenprodukte im Sinne von Art. 28 ZV eine schriftliche Deklaration\nerforderlich. Für die Richtigkeit der Deklaration haftet der Zollmeldepflichtige\n(Art. 35 Abs. 3 ZG und Art. 47 Abs. 2 ZV), denn es entspricht dem Wesen der\nschweizerischen Zollordnung, dass der Zollmeldepflichtige unter eigener\nVerantwortung bei der Veranlagung mitwirkt (BGE 112 IV 55 mit Hinweis\nauf die Botschaft des Bundesrates, BBl 1924 36). Durch Beisetzung des\nAmtsstempels wird die Annahme der Zolldeklaration bestätigt (Art. 35 Abs. 1\nZG) und für den Aussteller verbindlich. Gleichzeitig bildet die angenommene\nZolldeklaration, vorbehältlich der Revisionsergebnisse, die Grundlage für die\nFestsetzung des Zolls und der weiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 ZG). Da sich\ndas schweizerische Zollrecht grundsätzlich auf die Deklaration stützt (Art. 31\nZG), die Revision für die Zollämter nur fakultativ ist (Art. 36 Abs. 1 ZG, vgl.\nauch BBl 1924 37) und bereits aus Praktikabilitätsgründen nur ein kleiner\nTeil aller Sendungen revidiert werden kann, müssen an die Deklaration hohe\nAnforderungen gestellt werden (BGE 112 IV 55 mit Hinweis auf BGE 87 IV 27\nE. 3).\n6.2. Im vorliegenden Fall deklarierte der Beschwerdeführer den von\nihm eingeführten Silomais als «granturco insilato» mit der auf dem\nDeklarationsformular zugehörigen Tarifnummer 2308 beziehungsweise 2306,\nund nicht als «granturco da granella» mit der Tarifnummer 1005 (vgl. die\nverschiedenen «documento giustificativo e dichiarazione per l’importazione»).\nDurch Beisetzung des Amtsstempels wurde die Annahme der Zolldeklaration\nbestätigt und für den Aussteller verbindlich. Sie bildet die Grundlage für\ndie Festsetzung des Zolls und der weiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 ZG). Eine\nRevision im Sinne von Art. 36 ZG wurde nicht durchgeführt. Die Tarifierung\nder vom Beschwerdeführer eingeführten Ware ist somit rechtskräftig\ngeworden und deshalb für das vorliegende Verfahren verbindlich. Zudem\nfällt auf, dass der Rekurrent seine Rüge, die Einfuhr von Silomais sei unter\ndie falsche Tarifnummer subsumiert worden, in seiner Beschwerdeschrift in\nkeiner Weise begründet.\n7. (...)\n8. Der Beschwerdeführer führt zudem an, er habe jahrelang Silomais\neingeführt, was er den Zollbehörden immer gemeldet habe. Es verletze somit\nden Grundsatz von Treu und Glauben, wenn nachträglich Preiszuschläge\nverlangt würden.\n8.1. Nach der Rechtsprechung des BGer beinhaltet der aus Art. 4 der\nBundesverfassung vom 29. Mai 1874 (BV, SR 101) abgeleitete Grundsatz\nvon Treu und Glauben das Gebot redlichen, vertrauenswürdigen und\nrücksichtsvollen Verhaltens. Der Rechtsverkehr zwischen dem Bürger\nund der Verwaltung muss von gegenseitigem Vertrauen getragen sein und\nberechtigtes Vertrauen Schutz verdienen (Max Imboden / René A. Rhinow,\nSchweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 6. Aufl., Basel 1986, S. 458). Der\nGrundsatz von Treu und Glauben richtet sich dabei sowohl an die Behörden\nwie auch an den Bürger (BGE 110 V 155; 108 Ib 36; 108 V 88). Den Bürger\ntrifft dabei ebenfalls das Verbot des Rechtsmissbrauchs. Der Vertrauende\nkann aus einer «fehlerhaften» Vertrauensgrundlage, für deren Entstehung er\nselbst verantwortlich ist, keine Rechte für sich ableiten. Wer beispielsweise -\nabsichtlich oder nicht - aufgrund irreführender Angaben eine gesetzeswidrige\nBewilligung erhalten hat, kann sich nicht auf den Vertrauensschutz berufen.\n\n"}