{"Signatur": "CH_VB_028", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-08-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_028_JAAC-60-51--_1995-08-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003104.pdf?ID=150003104", "Checksum": "f57abda75bae91c551b7e65fdb1bc6db"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.51 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 30.08.1995 JAAC 60.51 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie 30.08.1995 JAAC 60.51 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia 30.08.1995 JAAC 60.51 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours du Département fédéral de l'économie; anciennement: Commission de recours ..."}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:00", "Checksum": "6d6988183c1762b2fb245092c234aa58", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 30.08.1995 JAAC 60.51 \r\n\n 4\n1.1. Mit Verfügung vom 14. August 1991 und «Erklärung» hierzu vom\n28. Januar 1992 sicherte das Bundesamt der Beschwerdeführerin für den\nKauf der eingangs erwähnten Liegenschaften eine Bundeshilfe in Form einer\nBürgschaft, einer Grundverbilligung und einer Zusatzverbilligung, beginnend\nab 1. Januar 1991, zu. Die Verfügung vom 14. August 1991 bezeichnet\nunter anderem den «Lastenplan und die Mietzinslisten» als integrierende\nBestandteile der Verfügung. Die durch diese Verfügung geregelten Rechte\nund Pflichten, darunter auch die Verpflichtung, sich der behördlichen\nMietzinskontrolle zu unterwerfen (Art. 45 WEG) und die Mietzinse im\nRahmen des Lastenplans sowie der Mietzinslisten vom 5. Dezember 1991\nzu halten, bilden Gegenstand des öffentlich-rechtlichen Vertrages, den die\nBeschwerdeführerin am 21. August 1991 durch vorbehaltlose unterschriftliche\nAnnahme der Verfügung vom 14. August 1991 unbestrittenermassen mit\ndem Bundesamt geschlossen hat (Art. 56 Abs. 2, Art. 57 Abs. 3 WEG i.V.m.\nArt. 71 der Verordnung vom 30. November 1981 zum Wohnbau- und\nEigentumsförderungsgesetz [Verordnung WEG], SR 843.1).\nBereits hieraus ergibt sich, dass das Bundesamt nicht mehr zuständig war,\ndie zum Verfügungs- und somit zum Vertragsinhalt erklärten Mietzinslisten\neinseitig zum Nachteil der Vertragspartnerin abzuändern. Denn es liegt\nbekanntlich im Wesen eines jeden gültig geschlossenen Vertrages, dass er\n- ausserhalb der gesetzlich vorgesehenen Gestaltungsrechte - von keiner\nbeteiligten Partei nach Belieben einseitig abgeändert werden darf (vgl. BGE\n103 Ia 505 E. 4a und 105 Ia 207 E. 2b). Folgerichtig werden Streitigkeiten über\nöffentlich-rechtliche Verträge im Sinne der vorgenannten Bestimmungen\nvon der Rekurskommission EVD als Schiedskommission und auf Klage\nhin entschieden (Art. 75a Verordnung WEG [eingefügt durch Ziff. 22 des\nAnhangs zur Verordnung vom 3. Februar 1993 über Vorinstanzen des BGer\nund des EVGer, SR 173.51]; Art. 19 Abs. 1 der Verordnung vom 3. Februar\n1993 über Organisation und Verfahren eidgenössischer Rekurs- und\nSchiedskommissionen, SR 173.31). Solche Streitigkeiten liegen somit nicht\nmehr im Verfügungsbereich des Bundesamtes. Die Rekurskommission EVD\nwurde zudem im vorliegenden Verfahren weder als Schiedskommission\nnoch von einer der Vertragsparteien auf dem Klagewege angegangen.\nDemgegenüber hat das Bundesamt die Anpassung der Mietzinse an die\nvon ihm festgelegten Mietzinslisten auf Einsprache der vier Mieter hin mit\nVerfügung vom 26. Mai 1993 «zurückgenommen» und aufgeschoben, womit es\nder Vertragspartnerin und heutigen Beschwerdeführerin vorläufig verwehrt\nwar, von den Einsprechern die in den Mietzinslisten festgelegten Mietzinse\neinzuverlangen. Insoweit hat das Bundesamt den mit der Beschwerdeführerin\ngeschlossenen öffentlich-rechtlichen Vertrag einseitig abgeändert, obwohl\nes hiezu, nachdem es als Partei selbst im Vertrag eingebunden ist, nicht\nzuständig war. Bereits aus diesem Grund ist der angefochtene Entscheid\ndes Bundesamtes vom 26. Mai 1994 mangels Verfügungszuständigkeit\naufzuheben. Ob dieser Entscheid nicht vielmehr als nichtig zu betrachten\nwäre, erscheint der Rekurskommission EVD als fraglich, da im Lichte der - von\nder jüngeren Rechtsprechung befolgten - sogenannten Evidenztheorie der der\nangefochtenen Verfügung anhaftende Mangel wohl kaum als offensichtlich\noder als zumindest leicht erkennbar erachtet werden kann, zumal das\nBundesamt in casu nicht über Fragen entschieden hatte, welche fraglos\nunmöglich in dessen Zuständigkeitsbereich fallen können (vgl. auch 118 Ia 336\n\n"}