{"Signatur": "CH_VB_028", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-06-09", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_028_JAAC-59-93--_1994-06-09.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002828.pdf?ID=150002828", "Checksum": "30a5df2c2a74d2ea140626a933b60145"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.93 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 09.06.1994 JAAC 59.93 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie 09.06.1994 JAAC 59.93 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia 09.06.1994 JAAC 59.93 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours du Département fédéral de l'économie; anciennement: Commission de recours ..."}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:14", "Checksum": "234f3151a16b34ffc71c6860e974980d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 09.06.1994 JAAC 59.93 \r\n\n 3\nim Rahmen der Flächenübertragungen keine spezifischen Ziele des Art. 2 des\nMilchwirtschaftsbeschlusses 1988 (SR 916.350.1) anvisieren (Spörri; a. a. O.;\nS. 149, 176 Fn. 98).\n5.2. Die Kompensationsregeln gemäss Art. 18 Abs. 5 respektive\nArt. 20 Abs. 3 der Milchkontingentierung-Bergverordnung 89 sind\nausdrücklich als Spezialnormen zum Abs. 2 Bst. c und d (Art. 18 Abs. 5\nMKBV 89) respektive Bst. d (Art. 20 Abs. 3 MKBV 89) des Art. 18 der\nMilchkontingentierung-Bergverordnung 89 vorgesehen. Sie finden demnach\nnur Anwendung bei der Abgabe von Land, welches der Landübernehmer nicht\nmehr milchwirtschaftlich respektive landwirtschaftlich nutzt.\nIm Gegensatz zu den beiden genannten Kompensationsregeln enthält\nArt. 18 Abs. 3 der Milchkontingentierung-Bergverordnung 89 keine solche\nBeschränkung. Entgegen den Ausführungen des Bundesamtes, wonach\nder Verordnungsgeber die fragliche Bestimmung bloss als Ausnahme zu\nArt. 18 Abs. 2 Bst. c und d der Milchkontingentierung-Bergverordnung 89\ngeschaffen habe, lässt sich aus dem Wortlaut dieser Kompensationsregel\nnichts dahingehendes ableiten. Auch kann nicht behauptet werden,\nder Wortlaut der fraglichen Bestimmung sei unbestimmt gehalten und\nerfordere eine umfassende Auslegung. Folgt man dem Wortlaut, so\nist die fragliche Bestimmung vielmehr ebenso klar gehalten wie die\nanderen Kompensationsregeln und die weiteren Bestimmungen des\nArt. 18 der Milchkontingentierung-Bergverordnung 89. Es wird jeweils\nbestimmt umschrieben, welches die tatbestandsmässigen Voraussetzungen\n(Abgabe von Land zur milchwirtschaftlichen Produktion oder nicht) sind.\nAbgesehen davon ist anzufügen, dass Materialien, welche die aufgeworfene\nFrage erhellen und insbesondere eine teleologische Interpretation\nermöglichen würden, offenbar nicht vorhanden sind. Das Beiziehen der\nVerordnung vom 15. April 1987 über die Milchkontingentierung in der\nTalzone, in der voralpinen Hügelzone und in der Zone I des Berggebietes\n(Milchkontingentierung-Talverordnung 87 [MKTV 87], AS 1987 664) ist nicht\nohne weiteres möglich, da die Kompensationsregeln mit Einführung der 89er\nVerordnungen nicht nur gesetzessystematische, sondern auch inhaltliche\nÄnderungen erfahren haben, was das Bundesamt in seiner Vernehmlassung\nnicht in Abrede stellt. Die vom Bundesamt beigebrachten Weisungen zur\nMilchkontingentierung-Bergverordnung 89 vermögen ebenfalls nichts\nklärendes beizufügen. Aufgrund des gesetzessystematischen Aufbaus von\nArt. 1 der Milchkontingentierung-Bergverordnung 89 ergibt sich ebenfalls kein\ndem Wortlaut widersprechendes Ergebnis: Sollte die fragliche Bestimmung\ntatsächlich nur als Ausnahme zu den Bst. c und d des zweiten Absatzes\ngelten, so hätte der Gesetzgeber einen anderen Aufbau des Art. 18 wählen,\nallenfalls zwischen der Abgabe der gleichen Fläche und einer anderen Fläche\nunterscheiden oder zumindest im Abs. 3 einen klaren Verweis, analog zu den\nfolgenden Abs. 4 bis 6, anbringen müssen.\n5.3. Bei der Auslegung von Art. 18 Abs. 3 der\nMilchkontingentierung-Bergverordnung 89 ist somit auf dessen bestimmt\ngehaltenen Wortlaut abzustützen. Die Kompensationsregel findet demnach\nnicht nur bei der Abgabe von Land Anwendung, welches weiterhin zur\nVerkehrsmilchproduktion genutzt wird, sondern kann auch in jenen Fällen\ngeltend gemacht werden, in denen der Landübernehmer das übernommene\nLand nicht mehr milch- oder landwirtschaftlich nutzt. Diese Auslegung könnte\n\n4\nzwar zu einem Ergebnis führen, welches sachlich nicht immer befriedigt,\nallenfalls sogar als ungerecht empfunden werden kann, so dass mithin eine\nunechte Gesetzeslücke vorliegt (Häfelin Ulrich / Müller Georg, Grundriss des\nAllgemeinen Verwaltungsrechts, 2. Aufl., Rz. 195; Gygi Fritz, Verwaltungsrecht,\nBern 1986, S. 84). Der Legalitätsgrundsatz untersagt jedoch grundsätzlich den\nrechtsanwendenden Organen die Füllung unechter Lücken, diese Aufgabe ist\ndem Gesetzgeber vorbehalten. Das BGer erlaubt das Füllen solcher Lücken\nnur, falls sich der Gesetzgeber offenkundig über gewisse Tatsachen geirrt\nhat, oder wo sich die Verhältnisse seit Erlass des Gesetzes in solchem Masse\ngewandelt haben, dass die Vorschrift unter gewissen Gesichtspunkten nicht\nmehr befriedigt und ihre Anwendung rechtsmissbräuchlich wird (Rhinow\nRené A. / Krähenmann Beat, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,\nErgänzungsband, Nr. 23 B II). Solche Voraussetzungen sind aber hier nicht\ngegeben.\n6. (...)\n(Die Rekurskommission EVD heisst die Beschwerde, soweit darauf einzutreten\nist, teilweise gut)\n[1] Vgl. oben S. 756.\n[2] Vgl. oben S. 758\n\n5\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 59.93 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid vom 9. Juni 1994 in Sachen C. gegen\nS. und Regionale Rekurskommission Nr. 5; 93/8C-003\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1995\nAnnée\nAnno\n\nBand 59\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 002 828\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}