{"Signatur": "CH_VB_028", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-08-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_028_JAAC-59-80--_1994-08-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002786.pdf?ID=150002786", "Checksum": "6a050a78318d2a320df989b89b0bb376"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.80 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 11.08.1994 JAAC 59.80 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie 11.08.1994 JAAC 59.80 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia 11.08.1994 JAAC 59.80 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours du Département fédéral de l'économie; anciennement: Commission de recours ..."}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:55", "Checksum": "3cece5448eb2c4d8c690b88feaa9e23b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 11.08.1994 JAAC 59.80 \r\n\n 4\nDer Gesetzgeber wollte damit offensichtlich verhindern, dass die\nArbeitslosenkassen ungleiches Recht schaffen und Missbräuchen Vorschub\nleisten, indem sie in Einzelfällen auf die Durchsetzung des zwingenden\nArbeitslosenversicherungsrechts verzichten, wenn beispielsweise im\nVerhältnis zum Streitwert finanziell aufwendige Prozesse drohen.\n5.2. Gemäss Art. 102 Abs. 2 Bst. b des Arbeitslosenversicherungsgesetzes in der\nFassung vom 25. Juni 1982 (AS 1982 2184) waren die Arbeitslosenkassen als\nverfügende Instanzen, wie üblicherweise im Verwaltungsprozessrecht, nicht\nbefugt, kantonale Rekursentscheide anzufechten. Diese Beschwerdebefugnis\nwar ausschliesslich den kantonalen Amtsstellen und dem Bundesamt\nvorbehalten. Nach dem damals geltenden Recht waren daher vor allem zwei\nVerfahrensarten denkbar, in denen den Arbeitslosenkassen Verfahrens- oder\nParteikosten im Sinne von Art. 93 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes\nauferlegt werden konnten. In Frage kamen wie heute vorab das\nversicherungsrechtliche Verfahren vor den kantonalen Rekursinstanzen\nund vor dem EVG, sodann vor allem die zivilrechtlichen Verfahren, in\ndenen die Arbeitslosenkassen die Lohnansprüche gegenüber Arbeitgebern\noder einer Konkursmasse, in die sie nach Auszahlung von Arbeitslosenoder Insolvenzentschädigungen gemäss Art. 29 beziehungsweise 54\ndes Arbeitslosenversicherungsgesetzes subrogiert sind, geltend zu\nmachen haben. Seitdem die Arbeitslosenkassen mit Inkrafttreten des\ngeänderten Art. 102 Abs. 2 Bst. b des Arbeitslosenversicherungsgesetzes\nam 1. Januar 1992 (AS 1991 2125, 2131) gegen Entscheide kantonaler\nRekursinstanzen beschwerdeberechtigt sind, gehören zu den von\nArt. 93 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes erfassten Gerichts- und\nParteikosten entsprechend einer objektiv zeitgemässen Auslegung\nzweifellos auch die durch die Arbeitslosenkassen angestrengten\nVerwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren. Aus der zitierten Botschaft des\nBundesrates sowie aus dem bisher Gesagten erhellt, dass der Gesetzgeber bei\nder Regelung von Art. 93 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes die Rekursund Gerichtsverfahren und die damit zusammenhängenden Kostenrisiken der\nKassen vor Augen hatte.\n5.3. Als partei- und beschwerdeberechtigte Behörden geniessen die\nArbeitslosenkassen in bezug auf verfahrensrechtliche Fragen erhebliche\nEntscheidungsmacht. Sie können, wie bereits erwähnt, nach aussen\nin eigenem Namen und vor den Organen der Rechtspflege als Partei\nauftreten (vgl. dazu Gerhards, a. a. O., N. 16 ff. zu Art. 79 bis 80, S. 700). Einer\nArbeitslosenkasse, welche beschwerdebeklagte Partei ist und selbständig\nRechtsmittel einlegen kann, muss folglich grundsätzlich auch das Recht\nzugestanden werden, ein Verfahren mittels Abstandserklärung zur Erledigung\nbeziehungsweise zur Abschreibung zu bringen. Benutzt die Kasse diese\nBefugnisse in leichtsinniger oder mutwilliger Weise, so würde sie in aller\nRegel aufgrund von kantonalen oder bundesrechtlichen (Art. 60 VwVG; Art. 31\nAbs. 2 und Art. 36a Abs. 2 OG) prozessualen Vorschriften, welche als Ausfluss\ndes in der gesamten Rechtsordnung geltenden Verbots missbräuchlicher\nRechtsausübung (Art. 2 ZGB) zu betrachten sind, mit Verfahrenskosten oder\neiner Disziplinarbusse belegt werden. Aus dem Abschreibungsbeschluss des\nkantonalen Verwaltungsgerichts vom 25. März 1993 ist jedoch keine derartig\nbegründete Kostenauflage ersichtlich.\n\n"}