{"Signatur": "CH_VB_028", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-12-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_028_JAAC-59-113--_1994-12-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002402.pdf?ID=150002402", "Checksum": "9c18412638ed883fd3b52a024defd77d"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.113 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 23.12.1994 JAAC 59.113 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie 23.12.1994 JAAC 59.113 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia 23.12.1994 JAAC 59.113 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de l'economie"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale dell'economia"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours du Département fédéral de l'économie; anciennement: Commission de recours ..."}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:26", "Checksum": "b68c7d5bdb4de081925b4b8783f660c1", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 23.12.1994 JAAC 59.113 \r\n\n 9\nauf eine andere Art erreichbar gewesen wäre. Durch Einbezug der\nTaxationspunkte und weiterer Qualitätsmerkmale wurde auch ein\nvernünftiges Verhältnis zwischen Eingriff und angestrebtem Ziel geschaffen.\nDa zudem der Beschwerdeführer die Möglichkeit hatte, durch Leistung\ndes Solidaritätsbeitrages eine Einschränkung seiner Sbrinz-Produktion zu\nvermeiden und erst nach seiner Weigerung seine Produktion eingeschränkt\nwurde, diese Einschränkung überdies lediglich einer Produktion von\nfünf Tagen entspricht, kann ohne weiteres von einer zumutbaren und\nangemessenen Massnahme gesprochen werden.\nIn diesem Zusammenhang ist auch nicht ersichtlich, inwiefern eine\nrechtsungleiche Behandlung vorliegen solle, da für alle Produzenten mit\nguter Sbrinzqualität die gleichen Massnahmen vorgesehen waren.\n6.3. Soweit der Beschwerdeführer rügt, er habe anlässlich seiner\nProduktionsstillegung im Sommerhalbjahr 1992 - im Gegensatz zu den\nbeiden Käsereien, welche ihre Produktion im Sommer 1993 freiwillig\neingestellt hätten - keinen Solidaritätsbeitrag erhalten, womit ebenfalls eine\nrechtsungleiche Behandlung vorliege, kann festgehalten werden, dass frühere\nProduktionseinschränkungen oder -stillegungen nicht angerechnet werden\nkonnten, da dies nicht zur Verkleinerung der bestehenden Lagerbestände\ngeführt hätte und somit - wie das Bundesamt richtig ausführte - das Ziel\neiner genügenden Marktentlastung nicht erreicht worden wäre. Von einer\nrechtsungleichen Behandlung kann somit keine Rede sein. Überdies wurde\nder Stillegung der Sbrinz-Produktion in der Käserei des Beschwerdeführers\nim Sommerhalbjahr 1992 indirekt Rechnung getragen, da die Produktion\nwährend dieser Periode Basis für die angefochtene Einschränkung bildete.\n7. Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, die Weisung des\nZentralverbandes greife zu Unrecht in das Grundrecht der Handels- und\nGewerbefreiheit ein.\nDem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, als er anführt, die\nEinschränkung der Sbrinz-Produktion stelle einen Eingriff in die Handelsund Gewerbefreiheit dar. Der Beschwerdeführer geht aber fehl, wenn\ner behauptet, dieser Eingriff erfolge zu Unrecht. Grundsätzlich dürfen\nGrundrechte eingeschränkt werden, wenn kumulativ die folgenden drei\nVoraussetzungen gegeben sind: gesetzliche Grundlage, öffentliches Interesse\nund Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit. Die Beschränkungen\nmüssen aber - auch wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind - den Kerngehalt\ndes betreffenden Grundrechtes respektieren (Häfelin/ Haller, a. a. O.,\nRz 1128 ff.).\nDa vorliegend für die Einschränkung der Sbrinz-Produktion aufgrund der\ngemachten Erwägungen sowohl eine gesetzliche Grundlage (Ziff. 3 ff.) wie\nauch ein öffentliches Interesse (Ziff. 5 ff.) vorliegt und die Massnahme als\nverhältnismässig erscheint (Ziff. 6 ff.), zudem der Kerngehalt der Handels- und\nGewerbefreiheit - Freiheit der Berufswahl, Freiheit der Berufsausübung und\nFreiheit der Berufsausbildung - nicht tangiert wird, geht der diesbezügliche\nEinwand des Beschwerdeführers fehl.\n(Die Rekurskommission EVD weist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten\nist, ab)\n\n10\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 59.113 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 23.\nDezember 1994 in Sachen S. gegen Zentralschweizerischen Milchverband [MVL] und\nBundesamt für Landwirtschaft; 94/6J-001\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1995\nAnnée\nAnno\n\nBand 59\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 002 402\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}