{"Signatur": "CH_VB_026", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2003-06-21", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_026_JAAC-68-29--_2003-06-21.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006485.pdf?ID=150006485", "Checksum": "34e5ea44d3d0d3045997799b090f778f"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 68.29 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für medizinische Aus- und Weiterbildung 21.06.2003 JAAC 68.29 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours pour la formation de base et la formation postgrade des professions médicales 21.06.2003 JAAC 68.29 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso per la formazione medica e il perfezionamento 21.06.2003 JAAC 68.29 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für medizinische Aus- und Weiterbildung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours pour la formation de base et la formation postgrade des professions médicales"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso per la formazione medica e il perfezionamento"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Eidgenössische Rekurskomission für medizinische Aus- und Weiterbildung (REKO MAW)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:22:38", "Checksum": "d80d10a4d36c4628e1baad4343e1dd5b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für medizinische Aus- und Weiterbildung 21.06.2003 JAAC 68.29 \r\n\n 8\ndie Weiterbildungsprogramme «ergänzt werden mit den erforderlichen\nOrganisationsstrukturen, Verfahren und Massnahmen» (Botschaft FMPG,\nS. 6384).\nDie entsprechenden Statuten, Reglemente und anderen Vorschriften\nhaben die Trägerorganisationen selbst zu erlassen. Es handelt sich dabei\num eine autonome Rechtsetzung, welche sich nicht auf das Bundesrecht\nstützt, sondern nur dessen Durchsetzung dient. Nach dem Willen\ndes Gesetzgebers soll die Rechtsnatur des Weiterbildungsprogramms\ndurch die Akkreditierung nicht geändert werden; die Befugnis der\nTrägerorganisationen «zum Erlass eines Weiterbildungsprogramms beruht\nweiterhin auf dem Privatrecht und nicht auf einer gesetzlichen Delegation\nöffentlichrechtlicher Rechtsetzungskompetenzen» (Botschaft FMPG, S. 6382).\nIn der nationalrätlichen Beratung der Revision des FMPG im Jahre 1999 wurde\ndarauf hingewiesen, dass in der vorberatenden Kommission ein Antrag, mit\nwelchem den Trägerorganisationen «les compétences réglementaires» hätten\nübertragen werden sollen, klar abgewiesen worden sei (vgl. Votum Nationalrat\nRoth, AB 1999 N 1581). Die Räte haben in der Folge der Gesetzesrevision\nohne Diskussion dieses Punktes zugestimmt. Damit steht fest, dass das FMPG\nnach dem Willen des Gesetzgebers keine Rechtssetzungsdelegation an die\nTrägerschaften akkreditierter Weiterbildungsprogramme enthält. In der\ngestützt auf das FMPG erlassenen Verordnung vom 17. Oktober 2001 über die\nWeiterbildung und Anerkennung der Diplome und Weiterbildungstitel der\nmedizinischen Berufe (im Folgenden: Weiterbildungsverordnung, SR 811.113)\nfindet sich auch keine (Sub-)Delegation.\nNach herrschender Lehre und Praxis bedarf die Übertragung einer\nRechtsetzungskompetenz an Organisationen des Privatrechts einer\nformell-gesetzlichen Grundlage, die im Bereiche der Weiterbildung fehlt\n(vgl. etwa Pierre Moor, Droit administratif, vol. III, Berne 1992, p. 100, mit\nHinweisen). Da die in Art. 13 FMPG vorgesehene Aufgabenübertragung\nund die in Art. 19 FMPG enthaltene Verfügungskompetenz der\nTrägerorganisationen nur die Rechtsanwendung beschlagen, kann aus diesen\ngesetzlichen Bestimmungen keine (stillschweigende) Rechtsetzungsdelegation\nabgeleitet werden. Das autonome Recht der FMH weist damit nicht\nRechtsatzcharakter auf, fehlt doch der FMH die Befugnis, hoheitlich\ngenerell-abstrakte Normen zu erlassen. Die Verletzung von Vorschriften der\nFMH stellt aus dieser Sicht keine Bundesrechtsverletzung dar, die mit der\nVerwaltungsbeschwerde an die REKO MAW gerügt werden könnte.\n2.2.2. Der Umstand, dass die Vorschriften der Trägerorganisationen über\ndie Weiterbildung sich auf das Privatrecht stützen und nicht aufgrund\neiner Delegationsnorm des öffentlichen Rechts des Bundes erlassen worden\nsind, schliesst nach Auffassung der REKO MAW aber nicht aus, dass dieses\nautonome Recht in Beschwerdeverfahren - in analogiam - als öffentliches\nRecht des Bundes behandelt wird.\nIn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird zwar die Zugehörigkeit von\nautonomem Verbandsrecht zum Bundesrecht gemäss Art. 49 Bst. a VwVG\nregelmässig an die Voraussetzung geknüpft, dass die entsprechenden Normen\nauf dem Wege der Rechtsetzungsdelegation geschaffen worden sind und der\nGenehmigung durch eine Bundesbehörde unterliegen (vgl. etwa die Hinweise\nbei Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 289,\n\n"}