{"Signatur": "CH_VB_024", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-03-20", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_024_JAAC-63-54--_1997-03-20.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004304.pdf?ID=150004304", "Checksum": "9e8357f572e7a1c996d527675ae04ff9"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.54 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Alkoholrekurskommission 20.03.1997 JAAC 63.54 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière d'alcool 20.03.1997 JAAC 63.54 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso dell'alcool 20.03.1997 JAAC 63.54 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Alkoholrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière d'alcool"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso dell'alcool"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière d'alcool, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:53", "Checksum": "1fcfd77f33a1f02fbb7ea207fe76018e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Alkoholrekurskommission 20.03.1997 JAAC 63.54 \r\n\n 9\nArt. 18 FHA richten sich an den schweizerischen Gesetzgeber und an die\nVerwaltung. Da das FHA nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts\nein blosses Handelsübereinkommen darstellt und nicht «self-executing» ist,\nist die Alkoholrekurskommission als Verwaltungsgericht nicht verpflichtet,\ndessen Bestimmungen direkt anzuwenden (vgl. Borer, Grundlagen des\nWarenverkehrs im Freihandelsabkommen Schweiz-EWG, in «recht» 6 (1988),\nHeft 4, S. 109 ff.), auch wenn diese Auffassung zum Teil in der Literatur\nkritisch hinterfragt wurde (vgl. dazu Borer, Massnahmen gleicher Wirkung\nwie mengenmässige Einfuhrbeschränkungen im Freihandelsabkommen\nSchweiz-EWG, Diss. St. Gallen 1988, S. 137 ff.; weitere Nachweise bei\nCottier, Die Bedeutung des GATT im Prozess der europäischen Integration,\nEine Untersuchung aus schweizerischer Sicht, Beihefte zur Zeitschrift für\nschweizerisches Recht [ZSR], Heft 10, Basel 1990, S. 139 ff., insbesondere\nS. 172 f. Fn. 94).\nDie Anpassung des (schweizerischen) Landesrechts an das FHA ist - wie\nerwähnt - primär Sache des Gesetzgebers. Nachdem dies in der Zwischenzeit\ngeschehen ist und die entsprechend geänderten Bestimmungen in absehbarer\nZeit in Kraft treten werden (vgl. vorne E. 2e), kann auch dahingestellt\nbleiben, ob es der Alkoholrekurskommission - in analoger Übernahme der\nbundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 4 Abs. 2 BV (vgl. BGE 116 V\n198 ff., insbesondere 213 ff., mit Hinweisen) - gegebenenfalls zustünde, die\nBestimmung von Art. 18 FHA direkt anzuwenden, wenn sich zeigen sollte, dass\nder Gesetzgeber auf die Dauer hinaus untätig bleibt.\nc. Auch wenn sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde\nnicht ausdrücklich auf das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen\nvom 30. Oktober 1947 (GATT, SR 0.632.21) beruft, ist durch die\nAlkoholrekurskommission im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes\nwegen (Art. 62 Abs. 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember\n1968 [VwVG], SR 172.021) zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin unmittelbar\nanwendbare Bestimmungen dieses internationalen Abkommens für sich\nin Anspruch nehmen kann. Gemäss Art. III Ziff. 2 GATT sollen die in das\nGebiet eines Vertragspartners aus dem Gebiet eines anderen Vertragspartners\neingeführten Erzeugnisse weder direkt noch indirekt mit irgendwie\ngearteten Steuern oder anderen inneren Abgaben belastet werden, welche\nhöher sind als diejenigen, die die gleichartigen Erzeugnisse einheimischen\nUrsprungs direkt oder indirekt belasten. Diese Bestimmung verbietet mithin\nunter anderem die unterschiedliche steuerliche Belastung eingeführter\noder im Inland hergestellter alkoholischer Erzeugnisse. Der Bundesrat\ngriff dieses Problem in der GATT-Botschaft 2 vom 19. September 1994\n(vgl. BBl 1994 IV 950 ff.) auf, als er erklärte, er habe sich verpflichtet, die\nDifferenzen bezüglich Berechnung und Höhe des Steueransatzes zwischen\nImporten und inländischen Erzeugnissen im Alkoholgesetz zu eliminieren\n(a. a. O., S. 1100), und der Gesetzgeber setzte es im Rahmen der Revision der\nAlkoholgesetzgebung in die Tat um (vgl. oben E. 2e).\nMit der unterschiedlichen fiskalischen Belastung von einheimischen und\nimportierten alkoholischen Erzeugnissen ist die auf den vorliegenden\nSachverhalt anzuwendende schweizerische Alkoholgesetzgebung zwar\nGATT-widrig. Diese Feststellung führt jedoch nicht zur Gutheissung der\nBeschwerde. Denn das Bundesgericht hat die direkte Anwendbarkeit des\nGATT verneint (BGE 112 Ib 189), sodass sich die Beschwerdeführerin nicht\n\n"}