{"Signatur": "CH_VB_022", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1996-06-28", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_022_JAAC-61-86bis--_1996-06-28.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003629.pdf?ID=150003629", "Checksum": "0eb0c68ab1ecad1dfdfb6707ee910288"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.86bis \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekuskommission des Bundesgerichts 28.06.1996 JAAC 61.86bis \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Tribunal fédéral 28.06.1996 JAAC 61.86bis \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Tribunale federale 28.06.1996 JAAC 61.86bis \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekuskommission des Bundesgerichts"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Tribunal fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Tribunale federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:20", "Checksum": "b7d158b9b2b6980d6a98f440eebfcf00", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekuskommission des Bundesgerichts 28.06.1996 JAAC 61.86bis \r\n\n JAAC 61.86bis\n\nUrteil des Bundesgericht vom 28. Juni 1996\n\nArt. 22 et 23 OM. Responsabilité de la Confédération également pour les\ndommages causés par des inconnus.\n- Un parc de véhicules militaires où est déposée de la benzine hors de\ntout abri fermé constitue en principe un risque d’exploitation; l’armée\na le devoir de prendre les mesures propres à réduire ce risque au strict\nminimum possible.\n- En cas d’omission des mesures requises, la faute d’un tiers ne peut\npas, dans les circonstances de l’espèce, interrompre le lien de causalité\nadéquate (confirmation de JAAC 61.86 par le TF).\n\nArt. 22 und 23 MO. Haftung des Bundes auch für von unbekannter\nTäterschaft verursachten Schaden.\n- Ein militärischer Fahrzeugpark, in dem unverschlossen Benzin\ngelagert wird, bildet grundsätzlich ein Betriebsrisiko; das Militär hat\ndieses durch geeignete Massnahmen so gering wie möglich zu halten.\n- Werden die erforderlichen Massnahmen unterlassen, so vermag\ndas Verschulden eines Dritten unter den vorliegenden Umständen die\nadäquate Kausalität nicht zu unterbrechen (Bestätigung von VPB 61.86\ndurch das BGer).\n\nArt. 22 e 23 OM. Responsabilità della Confederazione anche per danni\ncausati da sconosciuti.\n- Un parco veicoli militare presso il quale è depositata benzina in un\nluogo non protetto, costituisce in principio un rischio d’esercizio;\nl’esercito deve prendere le misure adeguate per ridurre al minimo detto\nrischio.\n\n1\n- In caso di omissione delle misure necessarie, la colpa di un terzo\nnon può, nella fattispecie, interrompere il nesso causale adeguato\n(conferma di GAAC 61.86 del TF).\n\nDie vom Bund gegen den in VPB 61.86 publizierten Entscheid erhobene\nVerwaltungsgerichtsbeschwerde wurde vom Bundesgericht abgewiesen, unter\nanderem mit folgenden Erwägungen:\n3.a. Unter den Parteien ist lediglich noch umstritten, ob der adäquate\nKausalzusammenhang zwischen der Tätigkeit der Truppe und dem\nentstandenen Schaden durch das Verhalten der unbekannten Drittäter\nunterbrochen worden ist. Da sich diese Frage bei Art. 22 wie Art. 23 des\nBundesgesetzes vom 12. April 1907 über die Militärorganisation (MO[40]) in\ngleicher Weise stellt, braucht nicht weiter darauf eingegangen zu werden,\nnach welcher der beiden Bestimmungen der Schadenersatzanspruch\nder Beschwerdegegnerin zu beurteilen ist (zur Rechtsnatur und zum\nAnwendungsbereich von Art. 22 und Art. 23 MO: vgl. Emil W. Oftinger / Karl\nStark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Bd. II/3, 4. Aufl., Zürich 1991, S. 463 ff.).\nb. Die Vorinstanz hat die Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejaht,\nda das - von der Truppe trotz entsprechender Weisungen unterlassene -\nständige Bewachen des Fahrzeugparks geeignet gewesen wäre, den\ndurch die unbekannten Täter bewirkten Schaden zu verhindern. Die\nBeschwerdeführerin stellt dies heute zu Recht nicht mehr in Frage (zur\nKausalität bei Unterlassungen: vgl. BGE 115 II 440 ff.), macht jedoch geltend,\nder Kausalzusammenhang sei durch das vorsätzliche Handeln der Drittäter\nunterbrochen worden. Die Rekurskommission hatte diesen Einwand\nverworfen, weil sich der Bund nach dem Wortlaut des Gesetzes nur durch\nden Nachweis höherer Gewalt oder eines Verschuldens des Geschädigten\nvon seiner Haftung befreien könne; Art. 23 MO führe keine anderen\nUnterbrechungsgründe an, insbesondere nenne er das Drittverschulden nicht.\n4.a.aa. Das Bundesgericht hat bereits in BGE 71 I 48 ff. festgehalten,\ndass der Gesetzgeber versehentlich das Drittverschulden nicht als\nEntlastungsgrund in das Militärorganisationsgesetz aufgenommen hat\n(Art. 27 aMO, der dem heutigen Art. 23 MO entspricht). Das Verhalten\nunbeteiligter Zivilpersonen lasse die Gefährdungshaftung des Bundes\nentfallen, wenn es den Kausalzusammenhang zwischen der militärischen\nÜbung und dem Unfallereignis unterbreche, dieses mithin nicht mehr als\nadäquate Folge der durch die militärische Übung gesetzten Gefahr erscheine.\nDas Drittverschulden müsse dabei aber derart intensiv sein, dass es der\nBetriebsgefahr entspreche oder sie überwiege (E. 2). Diese Ausführungen\ngelten auch heute noch, obwohl der Gesetzgeber 1967 bei der Revision\nder Haftungsbestimmungen des Militärorganisationsgesetzes (vgl. das\nBundesgesetz vom 5. Oktober 1967 über die Änderung der Militärorganisation,\nAS 1968 73 ff.) Gelegenheit gehabt hätte, sein Versehen zu berichtigen\n(Robert Binswanger, Die Haftungsverhältnisse bei Militärschäden, Diss.\nZürich 1969, S. 36, insbesondere Anmerkung 35, und S. 317; widersprüchlich\nOftinger/Stark, a. a. O., Bd. II/3, S. 528 N. 299 [im Resultat ähnlich wie\nBinswanger], gegenüber den allgemeinen Ausführungen in Bd. I, S. 159/160\n\n"}