{"Signatur": "CH_VB_022", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-03-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_022_JAAC-61-62II--_1997-03-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003548.pdf?ID=150003548", "Checksum": "73d10a5e77206412b4edf4081d0dedf7"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.62II \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekuskommission des Bundesgerichts 26.03.1997 JAAC 61.62II \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Tribunal fédéral 26.03.1997 JAAC 61.62II \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Tribunale federale 26.03.1997 JAAC 61.62II \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekuskommission des Bundesgerichts"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Tribunal fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Tribunale federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:07", "Checksum": "121124984250987b05b210d87c8d1f57", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekuskommission des Bundesgerichts 26.03.1997 JAAC 61.62II \r\n\n 5\nverfassungsrechtliche Pflicht, die Bewertung in beiden Abteilungen gleich zu\ngestalten. Die unterschiedliche Ausgestaltung der beiden Reglemente verletzt\ndemnach Art. 4 BV nicht.\n4. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anspruchs auf Treu\nund Glauben, da er im Vertrauen auf ein von der Abteilung erhaltenes\nMerkblatt davon ausgegangen sei, die Allgemeine Prüfungsverordnung sei\ndem Diplomprüfungsreglement übergeordnet.\na. Die Rekurskommission hat den Anspruch auf Vertrauensschutz schon\ndeshalb abgelehnt, weil nicht ersichtlich sei, welche nachteiligen Dispositionen\nder Beschwerdeführer getroffen haben soll. Diese Auffassung erscheint\nfragwürdig, hat doch der Beschwerdeführer nach dem nicht bestandenen\nersten Teil noch den zweiten Teil der Fachprüfungen absolviert und eine\nDiplomarbeit verfasst, was notorisch einen erheblichen zeitlichen und\nfinanziellen Aufwand mit sich bringt. Hingegen ist zu prüfen, ob die übrigen\nVoraussetzungen des Vertrauensschutzes gegeben sind.\nb. Damit ein Anspruch auf Vertrauensschutz besteht, muss in der Regel eine\nkonkrete Auskunft an eine bestimmte Person erteilt worden sein (BGE 116 Ib\n185 E. 3c, S. 187; 115 Ia 12 E. 4a, S. 18). Wohl vermögen ausnahmsweise auch\nallgemein gehaltene Informationen wie Merkblätter und dergleichen einen\nVertrauenstatbestand zu begründen (BGE 113 Ia 225 E. Ib/bb, S. 228 f.; 101\nIa 116 E. 2b, S. 120 f.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i. S.\nL. vom 24. Februar 1994, publiziert in: Sozialversicherungsrecht [SVR], 1994\nAHV 11 25, E. 4b). Kriterium ist, ob die erhaltene Auskunft derart bestimmt\nwar, dass sich der Empfänger in guten Treuen darauf verlassen durfte (Georg\nMüller, Kommentar zu Art. 4 BV, Überarbeitung 1995, Rz. 63).\nc. Das fragliche Merkblatt enthält den Satz: «Dem Diplomprüfungsreglement\nunserer Abteilung ist die Allgemeine Prüfungsverordnung der ETHZ (APrV\nETHZ) vom 17. September 1986 übergeordnet». Dieser Satz bezieht sich nicht\nauf die Bewertung der Schlussprüfung, sondern steht im Zusammenhang\nmit der Regelung, innert welcher Frist eine nicht bestandene Prüfung oder\nPrüfungsstufe wiederholt werden kann. Angesichts der klaren Regelung im\nDiplomprüfungsreglement IIIC, welches eine separate Bewertung der beiden\nPrüfungsteile vorsieht, durfte der Beschwerdeführer nicht ohne weiteres\ndavon ausgehen, dass seine Interpretation richtig war. Wollte er sich auf eine\nso allgemeine und unpräzise Aussage in einem Merkblatt verlassen, hätte\ner zumindest die zuständigen Stellen auf die fehlende Übereinstimmung\nhinweisen und um eine verbindliche Auskunft nachsuchen sollen. Dass\ner das getan hätte, bringt er nicht vor. Im Gegenteil räumt er ein, dass in\nden Gesprächen, die er nach seinem erstmaligen Nichtbestehen führte,\ndas Verhältnis zwischen der Allgemeinen Prüfungsverordnung und dem\nDiplomprüfungsreglement nicht bzw. «nur am Rande» zur Sprache gekommen\nsei.\nd. Das Merkblatt war unter diesen Umständen nicht geeignet, ein\nschutzwürdiges Vertrauen zu begründen. Es kann deshalb offenbleiben,\nob - was eine weitere Voraussetzung für den Vertrauensschutz wäre - die\nAnnahme, die Prüfungen würden gesamthaft bewertet, für die Dispositionen\ndes Beschwerdeführers kausal war.\n5. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich daher als unbegründet.\n(...)\n\n6\nPage d’accueil du Tribunal fédéral\n\n7\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 61.62II - Auszug aus einem Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 26. März\n1997\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1997\nAnnée\nAnno\n\nBand 61\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 003 548\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}