{"Signatur": "CH_VB_020", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-02-15", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_020_JAAC-70-73--_2006-02-15.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007418.pdf?ID=150007418", "Checksum": "9a37b2d1a8150dc99bb05613ab7e2659"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.73 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für die Staatshaftung 15.02.2006 JAAC 70.73 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de responsabilité de l'Etat 15.02.2006 JAAC 70.73 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017)  Commissione federale di ricorso in materia di responsabilità dello Stato 15.02.2006 JAAC 70.73 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für die Staatshaftung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de responsabilité de l'Etat"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017)  Commissione federale di ricorso in materia di responsabilità dello Stato"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de responsabilité de l'Etat, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:11", "Checksum": "8a60bf9cd0dbe9ee51916b8f25da18b9", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für die Staatshaftung 15.02.2006 JAAC 70.73 \r\n\n 5\n16. Dezember 1943 [OG], SR 173.110), noch die Gleichstellung der Geschlechter\n(Art. 100 Abs. 2 Bst. b OG) betraf, erwuchs der Entscheid mit seiner Ausfällung\nin Rechtskraft (Art. 27 VRSK). Damit war auch die Rechtshängigkeit des\nVerfahrens beendet.\nb. Die Rechtsgrundlage einer allfälligen Schadenersatzpflicht des Bundes\nfindet sich in Art. 3 Abs. 1 VG, wonach der Bund für den Schaden, den ein\nBeamter in Ausübung seiner amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich\nzufügt, ohne Rücksicht auf das Verschulden des Beamten haftet. Die Pflicht zur\nLeistung einer Geldsumme als Genugtuung ist in Art. 6 Abs. 2 VG geregelt.\nArt. 3 Abs. 2 VG bestimmt jedoch, dass bei Tatbeständen, welche unter\ndie Haftpflichtbestimmungen anderer Erlasse fallen, sich die Haftung\ndes Bundes nach jenen besonderen Bestimmungen richtet. Diese Norm\nwird nach einhelliger Lehre und Rechtsprechung so verstanden, dass jene\nEntschädigungsregeln in ihrem Anwendungsbereich die allgemeine Regelung\ndes Verantwortlichkeitsgesetzes verdrängen (Urteil des Bundesgerichts\nvom 18. Februar 2000 [5A.27/1999] E. 3, BGE 115 II 243 E. 2, BGE 112\nIb 356 E.3a, BGE 93 I 292 E. 2a). Voraussetzung für diese Verdrängung\ndes Verantwortlichkeitsgesetzes durch andere Haftungsnormen des\nBundes ist jedoch, dass solche Normen, welche die Haftpflicht in einem\nbestimmten Gebiet regeln, auch effektiv existieren (u.a. Tobias Jaag, Staatsund Beamtenhaftung, in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli [Herausg.],\nSchweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Basel und Frankfurt 1996, Teil\n5, S. 8, Ziff. 25; ferner André Grisel, Traité de droit administratif, Bd. II,\nNeuenburg 1984, S. 807; Jost Gross, Schweizerisches Staatshaftungsrecht,\n2. Aufl., Bern 2001, S. 21 ff.). Das Datenschutzgesetz regelt die Ansprüche und\ndas Verfahren bei Verletzung des Datenschutzgesetzes durch Bundesorgane\nin Art. 25. Erwähnt werden ausdrücklich der Anspruch auf Unterlassen der\nwiderrechtlichen Bearbeitung (Art. 25 Abs. 1 Bst. a), die Beseitigung der Folgen\neines widerrechtlichen Bearbeitens (Art. 25 Abs. 1 Bst. b) und die Feststellung\nder Widerrechtlichkeit (Art. 25 Abs. 1 Bst. c). Hingegen enthält das DSG keine\neigenen Bestimmungen zu Schadenersatz und Genugtuung. Damit kommt für\ndiese Ansprüche das VG zur Anwendung (Hans Bättig, in: Maurer/Vogt, a.a.O.,\nN 48 zu Art. 25).\nc. Nicht umstritten ist, dass die Richter und Richterinnen sowie\nGerichtsschreiber und Gerichtsschreiberinnen der Eidgenössischen\nRekurskommissionen Beamte bzw. übrige Arbeitskräfte des Bundes im\nSinne von Art. 1 Abs. 1 Bst. e VG sind. Ihre Handlungen können somit zur\nVerantwortlichkeit der Eidgenossenschaft nach den Art. 3 Abs. 1 und Art. 6\nAbs. 2 VG führen.\n4.a. Zur Begründung einer Schadenersatzpflicht müssen bei der Staatshaftung\nanalog zum privaten Haftpflichtrecht folgende Tatbestandmerkmale erfüllt\nsein (Heinz Rey, Ausservertragliches Haftungsrecht, 3. Aufl., Zürich 2003, N\n117):\n- Verhalten (Tun oder Unterlassen) eines Bundesbeamten in Ausübung seiner\namtlichen Tätigkeit;\n- Widerrechtlichkeit dieses Verhaltens;\n- Schaden;\n- Adäquate Kausalität zwischen dem Verhalten des Beamten und dem Schaden.\n\n"}