{"Signatur": "CH_VB_018", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2005-06-02", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_018_JAAC-70-21--_2005-06-02.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007250.pdf?ID=150007250", "Checksum": "b73afb1e7708bceabefe1b0449296b2d"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.21 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Heilmittel 02.06.2005 JAAC 70.21 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de produits thérapeutiques 02.06.2005 JAAC 70.21 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di agenti terapeutici 02.06.2005 JAAC 70.21 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Heilmittel"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de produits thérapeutiques"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di agenti terapeutici"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de produits thérapeutiques, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:49", "Checksum": "ffa83bee036aac6012e342b04578d983", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Heilmittel 02.06.2005 JAAC 70.21 \r\n\n 9\neingreifende heilmittelrechtliche Massnahmen zum Schutz der öffentlichen\nGesundheit ausgeschlossen wären. Vielmehr können derartige Massnahmen\nangeordnet werden, wenn sie sich auf eine genügende gesetzliche Grundlage\nstützen, im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sind und den\nKerngehalt des Grundrechtes nicht antasten (vgl. Art. 36 BV).\nDas Gebot der Gleichbehandlung der Konkurrenten verbietet staatliche\nMassnahmen, die den Wettbewerb verzerren, indem sie die Bedingungen\nfür den Marktzugang für «Angehörige der gleichen Branche, die sich mit\ndem gleichen Angebot an dasselbe Publikum richten, um dasselbe Bedürfnis\nzu befriedigen», unterschiedlich regeln (BGE 125 II 436; vgl. G. Biaggini,\nWirtschaftsfreiheit, in: D. Thürer/J.F. Aubert/J.P. Müller, Verfassungsrecht\nder Schweiz, Zürich 2001, § 49 Rz. 12). Dieser aus der Wirtschaftsfreiheit\nabgeleitete Anspruch steht - als individualrechtliche Ausgestaltung des\nGrundsatzes der Wettbewerbsneutralität - grundsätzlich unter den selben\nVorbehalten wie andere der Wirtschaftsfreiheit zuzurechnende Ansprüche\n(vgl. etwa R. Rhinow, Grundzüge des Schweizerischen Verfassungsrechts,\nBasel 2003, Rz. 2886; G. Biaggini, a.a.O., § 49 Rz. 13). Die Ungleichbehandlung\nvon Konkurrenten ist nach bundesgerichtlicher Praxis dann zulässig,\nwenn sie durch gewichtige öffentliche Interessen gerechtfertigt ist, wobei\nspürbare Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden sind (vgl. K. A. Vallender,\nKommentar zu Art. 27 BV, Rz. 25, mit Hinweisen auf die Praxis).\nUnter Beachtung dieser verfassungsrechtlichen Vorgaben ist auch Art. 1 Abs.\n3 Bst. c HMG auszulegen, gemäss welchem beim Vollzug des HMG darauf zu\nachten ist, dass «die miteinander im Wettbewerb stehenden Marktpartner\nden gleichen gesetzlichen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen genügen».\nBei dieser Bestimmung handelt es sich um einen Zweckartikel, der zwar bei\nder Anwendung des Gesetzes zu beachten ist, der aber keine selbstständige\nRechtsgrundlage für Befugnisse oder Verpflichtungen des Instituts und der\nZulassungsinhaberinnen bildet. Art. 1 Abs. 3 Bst. c HMG stellt einzig klar, dass\ndie Wirtschaftsfreiheit und insbesondere das Gebot der Gleichbehandlung\nder Konkurrenten auch bei heilmittelrechtlichen Massnahmen zu beachten\nist (vgl. P. Richli, Instrumente des Gesundheits- und Lebensschutzes im\nneuen Heilmittelgesetz vor dem Hintergrund der Grundrechte, in: AJP 2002\nS. 354). Der Bestimmung kommt damit keine selbstständige Bedeutung\nzu. Insbesondere verbietet sie eine unterschiedliche Behandlung von\nKonkurrenten nicht absolut.\n3.2.2. Voraussetzung für eine zulässige Ungleichbehandlung von\nKonkurrenten ist damit in erster Linie, dass die vom Institut getroffene\nMassnahme, in concreto also die Publikation einer staatlichen Empfehlung,\ngesetzmässig ist und keine gesetzes- und insbesondere grundrechtswidrigen\nAuswirkungen zeigt.\nDas Inverkehrbringen von Arzneimitteln setzt in der Regel voraus, dass\ndiese vom Institut zugelassen sind (Art. 9 Abs. 1 HMG). Gemäss Art. 4 Abs.\n1 Bst. d HMG fällt unter den Begriff des Inverkehrbringens das Vertreiben\nund das Abgeben von Heilmitteln. Unter dem Vertrieb von Arzneimitteln ist\ndie entgeltliche oder unentgeltliche Übertragung oder Überlassung eines\nHeilmittels zu verstehen (Art. 4 Abs. 1 Bst. e HMG); die Abgabe umfasst\nseine Weitergabe für die Verwendung durch die erwerbende Person\noder die Anwendung an einer Drittperson (Art. 4 Abs. 1 Bst. f HMG). Die\n\n"}