{"Signatur": "CH_VB_018", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2002-09-13", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_018_JAAC-67-31--_2002-09-13.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005963.pdf?ID=150005963", "Checksum": "6d7e53b22f9f63863092c9df0283cefa"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 67.31 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Heilmittel 13.09.2002 JAAC 67.31 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de produits thérapeutiques 13.09.2002 JAAC 67.31 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di agenti terapeutici 13.09.2002 JAAC 67.31 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Heilmittel"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de produits thérapeutiques"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di agenti terapeutici"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de produits thérapeutiques, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:23:19", "Checksum": "65d7350cce1f6d4374ab5243d3bfd446", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Heilmittel 13.09.2002 JAAC 67.31 \r\n\n 6\n(…)\n7.a. Wie bereits dargelegt wurde, erging der angefochtene Befund in\nAnwendung der altrechtlichen Vorschriften der IKV. Die Abweisung des\nRegistrierungsgesuches erfolgte gestützt auf Art. 19 Bst. a und b IKV-Regulativ.\nEs stellt sich damit die Frage, ob im vorliegenden Beschwerdeverfahren\ndiese Vorschriften weiterhin anwendbar sind - oder ob die Beschwerde in\nAnwendung der neuen materiell-rechtlichen Bestimmungen zu beurteilen ist.\nb. Die Übergangsbestimmungen von Art. 95 HMG befassen sich im\nWesentlichen nur mit altrechtlichen Registrierungen und Zulassungen\nsowie mit Arzneimitteln, die nach neuem Recht erstmals zulassungspflichtig\nwerden. Sie enthalten insbesondere keine ausdrücklichen Vorschriften zur\nFrage, ob in hängigen Verfahren, in denen über die erstmalige Zulassung von\nArzneimitteln (oder wesentliche Änderungen der Zulassung) zu befinden ist,\ndas neue Recht angewandt werden muss.\nIn Ermangelung einer klaren gesetzlichen Regelung ist das anwendbare\nmaterielle Recht aufgrund der allgemeinen intertemporalrechtlichen\nGrundsätze zu bestimmen (vgl. BGE 125 II 598 mit weiteren Hinweisen).\nDanach ist die Rechtmässigkeit einer Verfügung grundsätzlich nach der\nRechtslage zur Zeit ihres Erlasses zu beurteilen, im Beschwerdeverfahren\nneues Recht also noch nicht anzuwenden. Eine Ausnahme ist aber dann\nzu machen, wenn zwingende Gründe für die sofortige Anwendung des\nneuen Rechts sprechen (vgl. etwa BGE 125 II 598, BGE 126 II 534 ff., BGE\n120 Ib 319 f., BGE 112 Ib 42, BGE 99 Ib 152 f.). Derartige zwingende Gründe\nanerkannte das Bundesgericht etwa beim Inkrafttreten des Bundesgesetzes\nvom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (GSchG, SR 814.20) und\ndes Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (USG, SR\n814.01). Es wies darauf hin, dass mit diesen Erlassen eine umfassende, relativ\ndetailliert geregelte neue Rechtsordnung geschaffen wurde, die möglichst\nrasch wichtige Rechtsgüter, insbesondere auch die Gesundheit der Menschen\nschützen soll. Unter diesen Umständen müsse - der öffentlichen Ordnung\nwillen - das neue Recht in Anlehnung an Art. 2 SchlT des Schweizerischen\nZivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) auf alle Fälle\nangewandt werden, in denen das Verfahren noch nicht rechtskräftig\nabgeschlossen sei (vgl. BGE 112 Ib 43, vgl. auch BGE 127 III 19, BGE 123 II\n359, BGE 119 Ib 174; VPB 66.2).\nc. Da mit dem Inkrafttreten des HMG die Heilmittelkontrolle umfassend\nund detailliert auf Bundesebene neu geregelt und eine einheitliche, dem\nGesundheitsschutz dienende Ordnung geschaffen wurde, rechtfertigt es sich,\ndas neue Bundesgesetz und die gestützt darauf erlassenen Verordnungen\ngrundsätzlich auch in hängigen Beschwerdeverfahren anzuwenden.\nDie sofortige Anwendung des neuen Heilmittelrechts in hängigen\nZulassungsverfahren entspricht im Übrigen auch dem Grundsatz, wonach\nin Beschwerdeverfahren, in denen über die Erteilung einer Bewilligung zu\nentscheiden ist, mangels anderslautender gesetzlicher Vorschrift neues Recht\nsofort anzuwenden ist, da andernfalls die unterliegende Partei unmittelbar\nnach Eintritt der Rechtskraft ein neues Gesuch stellen, bzw. eine neue\nVerfügung erwirken könnte, die sich auf neues Recht stützen müsste - was\nim Interesse der Verfahrensökonomie verhindert werden soll (vgl. BGE 120 Ib\n317, BGE 118 Ib 149).\n\n"}