{"Signatur": "CH_VB_017", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2003-03-06", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_017_JAAC-67-67--_2003-03-06.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006080.pdf?ID=150006080", "Checksum": "409ab067af3f9b19c15e100b510e9658"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 67.67 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 06.03.2003 JAAC 67.67 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006 06.03.2003 JAAC 67.67 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici 06.03.2003 JAAC 67.67 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:23:12", "Checksum": "a969fa74623842d966211facc36ce2ea", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 06.03.2003 JAAC 67.67 \r\n\n 4\nEinzelsubmissionen) die vollumfängliche Aufhebung des im SHAB vom (…)\npublizierten Abbruchs beantragt, ist auf die Beschwerde dagegen mangels\nLegitimation nicht einzutreten.\nd. (…)\n2. Strittig ist, ob die X. befugt war, das Vergabeverfahren in Bezug auf\ndas Leistungspaket Nr. 08 (Ausbau 1 und 2, umfassend im Wesentlichen\nBrandschutz, Fugen, Gipser- und Malerarbeiten, Boden- und Wandbeläge,\nDeckenverkleidungen, Schlosser- und Schreinerarbeiten) abzubrechen, ohne\neinen Zuschlag an eine der Anbieterinnen zu erteilen.\na. Für das Vergaberecht des Bundes hält Art. 30 Abs. 1 der Verordnung\nvom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen (VoeB, SR\n172.056.11) fest, dass die Auftraggeberin das Verfahren abbricht, wenn sie\ndas Projekt nicht verwirklicht. Im Gegensatz zu diesem endgültigen Abbruch\ndes Verfahrens folgt bei den Sachverhalten gemäss Abs. 2 und 3 von Art. 30\nVoeB dem Abbruch des Verfahrens ein neues Verfahren. Nach Art. 30 Abs. 2\nVoeB kann die Auftraggeberin das Verfahren abbrechen und wiederholen,\nwenn kein Angebot die Kriterien und technischen Anforderungen erfüllt, die\nin der Ausschreibung und in den Ausschreibungsunterlagen aufgeführt sind\n(Bst. a) oder wenn günstigere Angebote zu erwarten sind, weil technische\nRahmenbedingungen ändern oder Wettbewerbsverzerrungen wegfallen\n(Bst. b). Die Auftraggeberin kann sodann ein neues Vergabeverfahren\ndurchführen, wenn sie das Projekt wesentlich ändert (Art. 30 Abs. 3 VoeB).\nArt. 30 VoeB ist staatsvertragskonform auszulegen (Entscheid der\nRekurskommission vom 26. Januar 2001, veröffentlicht in VPB 65.77 E. 3a/aa).\nNach Art. XIII Ziff. 4 Bst. b des WTO-Übereinkommens vom 15. April 1994\nüber das öffentliche Beschaffungswesen (ÜoeB, SR 0.632.231.422) kann eine\nBeschaffungsstelle im öffentlichen Interesse («in the public interest», «pour\ndes raisons d’intérêt public») beschliessen, keinen Auftrag zu vergeben.\nEinen Katalog von zulässigen Gründen für den Abbruch enthält das\nAbkommen nicht. Das Erfordernis eines öffentlichen Interesses stellt ein\nverfassungsmässiges Prinzip dar, das ausdrücklich in Art. 5 Abs. 2 der\nBundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April\n1999 (BV, SR 101) festgehalten ist. Zur Konkretisierung des öffentlichen\nInteresses im Einzelfall bedarf es dabei einer Abwägung der in Betracht\nzu ziehenden Interessen (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller, Allgemeines\nVerwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002, Rz. 536 ff.). Für den Fall des Abbruchs\neines Vergabeverfahrens heisst dies - wie die Rekurskommission im\nZusammenhang mit einem endgültigen Abbruch ausgeführt hat (Entscheid der\nRekurskommission vom 16. November 2001, veröffentlicht in VPB 66.39 E. 2a)\n- eine Abwägung zwischen dem von der Vergabebehörde geltend gemachten\nöffentlichen Interesse am Abbruch und dem Interesse der Submittenten vorab\nan der Fortsetzung des Vergabeverfahrens. Das öffentliche Interesse, das einen\nAbbruch des Vergabeverfahrens zu rechtfertigen vermag, hängt dabei stark\nvon den Umständen des Einzelfalles ab, so dass eine allgemeine, abstrakte\nAufzählung kaum zuverlässig vorgenommen werden kann. Es muss sich\naber jedenfalls um ein das Interesse der Submittenten an der Fortsetzung des\nVerfahrens überwiegendes öffentliches Interesse handeln.\n\n"}