{"Signatur": "CH_VB_017", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-10-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_017_JAAC-66-4--_2001-10-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005594.pdf?ID=150005594", "Checksum": "44d1ed006634f5c043cc850e0b5c4e3a"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.4 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:14", "Checksum": "3ae76eaaee376000fee198bdfa3f15a8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 11.10.2001 JAAC 66.4 \r\n\n 9\nRechtsweggarantie. Art. 29a BV bestimmt, dass jede Person bei\nRechtsstreitigkeiten Anspruch auf Beurteilung durch eine richterliche\nBehörde hat. In Ausnahmefällen können Bund und Kantone durch Gesetz\ndie richterliche Beurteilung ausschliessen. Art. 29a BV ist am 12. März 2000\nvon Volk und Ständen angenommen worden (vgl. Bundesratsbeschluss über\ndas Ergebnis der Volksabstimmung vom 12. März 2000 [Reform der Justiz;\n...] vom 17. Mai 2000, in: BBl 2000 2990). Die Verfassungsvorlage sieht vor,\ndass die Bundesversammlung den Zeitpunkt des Inkrafttretens bestimmt.\nEine Inkraftsetzung von Art. 29a BV ist bislang noch nicht erfolgt, weshalb\ndiese Verfassungsbestimmung zur Zeit keine Rechtswirkungen zu entfalten\nvermag. Die sogenannte positive Vorwirkung, d. h. die Anwendung eines noch\nnicht in Kraft getretenen Erlasses unter Vorbehalt seines Inkrafttretens, ist\nunzulässig (Häfelin/Haller, a.a.O., Rz. 280 f.; Rhinow/Krähenmann, a.a.O., Nr. 17\nI). Die Frage, ob der Ausschluss der richterlichen Beurteilung für nicht dem\nBoeB unterstehende öffentliche Beschaffungen des Bundes vor Art. 29a BV\ninskünftig standzuhalten vermag, kann deshalb offen bleiben.\nEin Recht auf Zugang zu einem (unabhängigen) Gericht gewährleistet\nauch Art. 6 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und\nGrundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK, SR.0.101). Dieses Recht ist u.\na. dann gegeben, wenn zivilrechtliche Ansprüche streitig sind. Die BRK geht\ndavon aus, dass es sich bei den im Beschwerdeverfahren nach Art. 27 ff. BoeB\nzu beurteilenden Ansprüchen um zivilrechtliche Ansprüche gemäss Art. 6\nAbs. 1 EMRK handelt (vgl. Peter Galli, Rechtsprechung der Eidgenössischen\nRekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen [BRK], Die ersten\nEntscheide und ihre Tragweite, in: Nicolas Michel / Roger Zäch (Hrsg.),\nSubmission im Binnenmarkt Schweiz, Erste praktische Erfahrungen und\nEntwicklungen, Zürich 1998, S. 104; Moser, a.a.O., S. 682 f.). Die Anwendung\ndes «zivilrechtlichen» Teils von Art. 6 Abs. 1 EMRK setzt indessen voraus,\ndass das Recht innerstaatlich gewährt wird. Denn nur wenn und soweit\nRechtsmittel gegeben sind, müssen auch im Rechtsmittelverfahren die\nGarantien des Art. 6 EMRK nach Massgabe der Besonderheiten dieses\nVerfahrens beachtet werden (Jochen Abr. Frowein / Wolfang Peukert,\nEuropäische Menschenrechts-Konvention, EMRK-Kommentar, 2. Aufl.,\nKehl usw. 1996, Art. 6 Rz. 68). Nun kann aber das nationale Recht den\nRechtsanspruch gerade insofern ausschliessen, als es die gerichtliche\nDurchsetzung des Rechts untersagt. Vorausgesetzt wird allerdings, dass\ndie Durchsetzung generell-abstrakt ausgeschlossen wird (Mark E. Villiger,\nHandbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., Zürich 1999,\nS. 242 und 273, je mit Hinweisen). Das Beschaffungsrecht des Bundes schliesst\neine solche gerichtliche Durchsetzung bei nicht dem BoeB unterstehenden\nBeschaffungen ausdrücklich und in generell-abstrakter Weise aus (vgl. E. 3\nhiervor). Demnach können sich nur die Anbieter, deren Angebote sich auf\nin den Geltungsbereich des BoeB fallende Dienstleistungen beziehen, auf die\nGarantien des Art. 6 EMRK berufen (Clerc, a.a.O., S. 254). Im vorliegenden Fall\nlässt sich somit auch aus Art. 6 EMRK kein Anspruch auf Beurteilung durch\neine verwaltungsunabhängige gerichtliche Instanz herleiten.\n5.a. Zusammenfassend steht damit fest, dass es sich beim Auftrag\nzur Umsetzung des Interventionsplans HIV/Aids-Prävention bei\nSub-Sahara-MigrantInnen nicht um eine in den Geltungsbereich des\nBoeB fallende Beschaffung handelt und somit die Zuständigkeit der\n\n"}