{"Signatur": "CH_VB_017", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-10-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_017_JAAC-66-4--_2001-10-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005594.pdf?ID=150005594", "Checksum": "44d1ed006634f5c043cc850e0b5c4e3a"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.4 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:14", "Checksum": "3ae76eaaee376000fee198bdfa3f15a8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 11.10.2001 JAAC 66.4 \r\n\n 5\nergibt sich aus Art. 5 Abs. 1 Bst. b BoeB bzw. der darin enthaltenen, durch den\nVerweis auf Anhang I Annex 4 ÜoeB eingrenzenden Begriffsumschreibung\ndes Dienstleistungsauftrags selbst. Diesen Schluss legen sowohl\ngesetzessystematische als auch teleologische Überlegungen nahe. Art. 5 BoeB\nbefindet sich im 2. Abschn. «Geltungsbereich und Begriffe», innerhalb von\nein komplexes System bildenden Bestimmungen (Art. 2 - 7 BoeB), die den\nAnwendungsbereich des Gesetzes definieren (vgl. Galli/Lehmann/Rechsteiner,\na.a.O., Rz. 18). Unterstünden dem Gesetz sämtliche Dienstleistungen bzw.\nsämtliche Dienstleistungsaufträge ungeachtet ihres Inhalts oder Gegenstandes,\nergäbe die spezielle Umschreibung des Dienstleistungsauftrags in Art. 5\nAbs. 1 Bst. b BoeB letztlich keinen Sinn. Die Formulierung «In diesem Gesetz\nbedeuten: b. Dienstleistungsauftrag: […];» legt zugleich verbindlich fest,\nfür welche Dienstleistungen das BoeB überhaupt anwendbar sein soll.\nDer Begriff «Dienstleistungsauftrag» ist vom Bundesgesetzgeber mit dem\neindeutigen Ziel eingeschränkt worden, den Geltungsbereich des BoeB nicht\nüber die im Annex 4 ÜoeB aufgelisteten Dienstleistungen hinaus auszudehnen\n(Galli/Lehmann/Rechsteiner, a.a.O., Rz. 130; diese Autoren erachten die\nBeschränkung des Geltungsbereichs des Gesetzes durch eine restriktive\nDefinition der Begriffe «Dienstleistungsauftrag» und «Dienstleistung» zu Recht\nals unglücklich ausgefallen [a.a.O., Rz. 129 ff.]).\nDie von der Beschwerdeführerin verlangte verfassungskonforme Auslegung\ndes Gesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen kann bei dieser\nRechtslage nicht zum Zuge kommen. Es ist unzulässig, den klaren Sinn einer\ngesetzlichen Regelung mit Rückgriff auf die verfassungskonforme Auslegung\nauf die Seite zu schieben (Ulrich Häfelin / Walter Haller, Schweizerisches\nBundesstaatsrecht, 5. Aufl., Zürich 2001, Rz. 155, 157). Eine Erweiterung des\nvom Gesetzgeber eindeutig bestimmten Anwendungsbereichs des BoeB auf\ndem Wege der verfassungskonformen Auslegung ist den rechtsanwendenden\nBehörden folglich verwehrt.\nddd. An der Rechtsprechung der BRK, wonach der Geltungsbereich des BoeB\nauf die in der Positivliste gemäss Anhang I Annex 4 ÜoeB abschliessend\ngenannten Dienstleistungskategorien beschränkt ist, ist demgemäss\nfestzuhalten (vgl. auch Entscheid der Rekurskommission vom 28. September\n2001 [BRK 2001-007], E. 2c/aa).\nc.aa. Es ist im Weiteren zu prüfen, ob der streitige Auftrag eine Dienstleistung\nim Sinne von Anhang I Annex 4 ÜoeB bzw. Anhang 1 zu Art. 3 Abs. 1 VoeB zum\nInhalt hat. Sowohl Anhang I Annex 4 ÜoeB als auch Anhang 1 zu Art. 3 Abs. 1\nVoeB enthalten eine zum Teil vom Wortlaut her unterschiedlich formulierte\nKurzbeschreibung der einzelnen angesprochenen Dienstleistungen. Im\nÜbrigen wird auf die Referenz-Nummern der (provisorischen) Zentralen\nProdukteklassifikation (Central Product Classification; CPC) der UNO\n(Ausgabe 1991) verwiesen, die, obwohl im Jahre 1998 die Version 1.0 der\nCPC verabschiedet worden ist, für die Auslegung des ÜoeB sowie der\nVoeB (entgegen dem Redaktionsversehen im Rahmen der Publikation\ndes Entscheides der Rekurskommission in Sachen S. [BRK 1999-006] in\nVPB 64.30 Fn. 173 zu E. 1d) nach wie vor massgebend ist (Entscheid der\nRekurskommission vom 28. September 2001 [BRK 2001-007] E. 2c/aa). Die\nnähere Prüfung, ob eine Dienstleistung dem BoeB untersteht, ist demnach im\nLichte der entsprechenden CPC-Referenz-Nummer vorzunehmen (VPB 65.41\nE. 3a).\n\n"}