{"Signatur": "CH_VB_017", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-10-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_017_JAAC-66-4--_2001-10-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005594.pdf?ID=150005594", "Checksum": "44d1ed006634f5c043cc850e0b5c4e3a"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.4 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici 11.10.2001 JAAC 66.4 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:14", "Checksum": "3ae76eaaee376000fee198bdfa3f15a8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 11.10.2001 JAAC 66.4 \r\n\n 2\nDas Bundesamt für Gesundheit (BAG) schrieb im Schweizerischen\nHandelsamtsblatt (SHAB) vom 5. März 2001 den Auftrag für die Umsetzung\ndes Interventionsplans HIV/Aids-Prävention bei Sub-Sahara-MigrantInnen\nsowie die Erarbeitung eines Konzepts und Umsetzung mittels geeigneter\npersoneller und infrastruktureller Ressourcen im offenen Verfahren\nöffentlich aus. Gemäss Ausschreibung besonders begrüsst wurden\nBietergemeinschaften, die sich aus Organisationen aus dem HIV/Aids- und\ndem Migrationsbereich zusammensetzten. Die Ausschreibung erfolgte\nausdrücklich nach GATT/WTO-Übereinkommen (Ziff. 11 der öffentlichen\nAusschreibung). Aufgrund der öffentlichen Ausschreibung wurden dem BAG\nzwei Offerten eingereicht. Am 28. Juni 2001 erteilte das BAG den Zuschlag\nan die Bietergemeinschaft S. Im SHAB vom 5. Juli 2001 wurde der Zuschlag\nveröffentlicht.\nAus den Erwägungen:\n1. (…)\nb. Die Eidgenössische Rekurskommission für das öffentliche\nBeschaffungswesen (BRK, hiernach: Rekurskommission oder BRK) prüft\nihre Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Begründung einer Zuständigkeit\ndurch Einverständnis zwischen Behörde und Partei ist ausgeschlossen (Art. 7\ndes Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968\n[VwVG], SR 172.021).\nDas Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche\nBeschaffungswesen (BoeB, SR 172.056.1) erfasst nur Beschaffungen,\nwelche dem GATT/WTO-Übereinkommen vom 15. April 1994 über das\nöffentliche Beschaffungswesen (ÜoeB, SR 0.632.231.422) unterstellt sind,\nalle übrigen Beschaffungen sind in der Verordnung über das öffentliche\nBeschaffungswesen vom 11. Dezember 1995 (VoeB, SR 172.056.11) geregelt.\nDie Beschwerde an die Rekurskommission gemäss dem 5. Abschn. BoeB\nist nur zulässig gegen Beschaffungen, die in den Geltungsbereich des BoeB\nfallen (e contrario Art. 2 Abs. 3 Satz 4 BoeB; vgl. auch Art. 39 VoeB; Evelyne\nClerc, L’ouverture des marchés publics: Effectivité et protection juridique,\nDiss. Fribourg 1997, S. 500; Peter Galli / Daniel Lehmann / Peter Rechsteiner,\nDas öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz, Zürich 1996, Rz. 505 f.,\ninsbesondere Anm. 6; Attilio R. Gadola, Rechtsschutz und andere Formen\nder Überwachung der Vorschriften über das öffentliche Beschaffungswesen,\nin: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 1996, S. 970 f.; vgl. ferner E. 2b/cc/ccc\nhiernach).\n\n3\nZu klären ist somit zunächst, ob die streitige Vergabe in den\nAnwendungsbereich des BoeB fällt und damit die Beschwerde an die BRK\ngegeben ist, wie dies sowohl die Beschwerdeführerin als auch das BAG\nübereinstimmend annehmen.\n2.a. Beim BAG handelt es sich fraglos um eine Auftraggeberin im Sinne von\nArt. 2 Abs. 1 Bst. a BoeB; als Teil der allgemeinen Bundesverwaltung untersteht\ndas Bundesamt dem Beschaffungsrecht des Bundes.\nb. Weiter zu prüfen ist, ob auch der vom BAG vergebene öffentliche Auftrag in\nden Geltungsbereich des Gesetzes fällt.\naa. Auftragsinhalt ist die Umsetzung der vom Institut für Ethnologie der\nUniversität Bern im Auftrag des BAG erarbeiteten Studie «Interventionsplan\nHIV/ Aids-Prävention bei Sub-Sahara-MigrantInnen» vom Dezember 2000.\nDer Auftragnehmer konzipiert partizipativ, d. h. unter direktem Einbezug der\nZielgruppe, ein Projekt zur HIV/Aids-Prävention bei Sub-Sahara-MigrantInnen\nund setzt dieses um. Beim zu offerierenden Grobkonzept sind insbesondere\nAngaben zu den folgenden Rahmenbedingungen der künftigen Interventionen\nzu machen:\n– Vermeiden einer zusätzlichen Stigmatisierung der Sub-Sahara-MigrantInnen\nin der schweizerischen Öffentlichkeit durch die Assoziation mit HIV/Aids\n– Berücksichtigung der Heterogenität der Zielgruppe und Einbezug der\nformellen sowie der informellen Organisations- und Vernetzungsstrukturen\n– Berücksichtigung des geschlechtsspezifischen Zugangs zur Thematik\n– Förderung der Zugangsmöglichkeiten zu Versorgungsdiensten im\nGesundheits- und Sozialbereich\n– Förderung der Enttabuisierung von HIV/Aids und damit Entstigmatisierung\nBetroffener innerhalb der Zielgruppe\n– Zeitplan und Meilensteine\n– Projektmanagement (inklusive Budget und Evaluation).\nbb. Unbestrittenermassen handelt es sich bei der Umsetzung des\nInterventionsplanes HIV/Aids-Prävention bei Sub-Sahara-MigrantInnen sowie\nder Erarbeitung eines Konzepts und Umsetzung mittels geeigneter personeller\nund infrastruktureller Ressourcen um eine öffentliche Beschaffung (vgl. auch\nEntscheid der Rekurskommission vom 3. September 1999, veröffentlicht in\nVPB 64.30 E. 1b). Die Verfahrensbeteiligten gehen dabei übereinstimmend von\neinem Dienstleistungsvertrag aus.\ncc.aaa. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BoeB bedeutet der Begriff\n«Dienstleistungsauftrag» ein Vertrag zwischen der Auftraggeberin\nund einem Anbieter oder einer Anbieterin über die Erbringung\neiner Dienstleistung nach Anhang I Annex 4 ÜoeB. In diesem Anhang\nwerden die unterstellten Dienstleistungen im Sinne einer Positivliste\nabschliessend aufgeführt (vgl. Botschaft zu den für die Ratifizierung\nder GATT/WTO-Übereinkommen [Uruguay-Runde] notwendigen\nRechtsanpassungen - Öffentliches Beschaffungswesen [GATT-Botschaft\n2], in: BBl 1994 IV 1181; Galli/Lehmann/Rechsteiner, a.a.O., Rz. 126; Renate\nScherrer-Jost, Öffentliches Beschaffungswesen, in: Schweizerisches\n\n"}