{"Signatur": "CH_VB_017", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-11-16", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_017_JAAC-66-38--_2001-11-16.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005555.pdf?ID=150005555", "Checksum": "0d06349377bcdd0a275d9f8a6c8bbfa9"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.38 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 16.11.2001 JAAC 66.38 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006 16.11.2001 JAAC 66.38 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici 16.11.2001 JAAC 66.38 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:16", "Checksum": "41228c49a4803aa0f3d8d3a676e29729", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 16.11.2001 JAAC 66.38 \r\n\n 6\nzu verstehen ist und hier auch die Ausschreibungsunterlagen mitumfasst. In\nder Botschaft zu den für die Ratifizierung der GATT/WTO-Übereinkommen\n(Uruguay-Runde) notwendigen Rechtsanpassungen vom 19. September\n1994 (GATT-Botschaft 2, BBl 1994 IV 1200) wird lediglich festgehalten, dass\nin Art. 29 BoeB alle Entscheide bezeichnet werden, die im Rahmen des\nBeschaffungsverfahrens als Verfügungen ausgestaltet werden müssen, und\nes wird ausdrücklich auf den abschliessenden Charakter der Aufzählung\nhingewiesen (vgl. dazu kritisch Evelyne Clerc, L’ouverture des marchés\npublics: Effectivité et protection juridique, Diss. Fribourg 1997, S. 501; Attilio R.\nGadola, Rechtsschutz und andere Formen der Überwachung der Vorschriften\nüber das öffentliche Beschaffungswesen, in: AJP 1996, S. 972; Peter Galli /\nDaniel Lehmann / Peter Rechsteiner, Das öffentliche Beschaffungswesen in\nder Schweiz, Zürich 1996, Rz. 501 und 509 Anm. 10). Auch dieser eindeutig\nerkennbare Wille des Gesetzgebers, die selbständig anfechtbaren Verfügungen\nin ihrer Anzahl zu beschränken, steht einer extensiven Auslegung des\nAusschreibungsbegriffs gemäss Art. 29 Bst. b BoeB im Sinne der Ausdehnung\nauf die Ausschreibungsunterlagen entgegen.\nc. Zugunsten der selbständigen Anfechtbarkeit auch der\nAusschreibungsunterlagen wird vor allem auf die effiziente Abwicklung der\nöffentlichen Beschaffungen (Entscheid des Verwaltungsgerichts Luzern vom\n25. August 2000, E. 4c, veröffentlicht in LGVE 2000 II Nr. 13), also auf ein vorab\npraxisorientiertes Argument, hingewiesen. Auf der andern Seite lassen sich\nverschiedene Überlegungen ins Feld führen, die ebenfalls eher praktischer\nNatur sind und die durchaus gegen eine selbständige Anfechtung sprechen.\naa. Unklar ist zunächst schon der Beginn der Anfechtungsfrist. Die\nAusschreibung ist innert 20 Tagen seit Eröffnung anzufechten (Art. 29\nBst. b in Verbindung mit Art. 30 BoeB). Für den Beginn des Fristenlaufs\nmassgebend ist bei der öffentlichen Ausschreibung das Datum der Publikation\n(vgl. den Entscheid der Rekurskommission vom 29. Oktober 1999 i.S. T. AG\n[BRK 1999-007], E. 2a). Für die Anfechtung der Ausschreibungsunterlagen,\ndie von den Interessenten in der Regel aufgrund der öffentlichen\nAusschreibung bezogen werden (können), kann das Publikationsdatum\nindessen nicht entscheidend sein, ansonsten für die Anfechtung\nder Unterlagen regelmässig nur eine verkürzte Beschwerdefrist zur\nVerfügung stünde. Die Anfechtungsfrist dürfte folglich erst mit der\nZustellung der Ausschreibungsunterlagen ausgelöst werden (so BGE\n125 I 206); andernfalls käme es zu einer unzulässigen Verkürzung einer\nbundesrechtlichen Rechtsmittelfrist. Für die öffentliche Ausschreibung und\ndie Ausschreibungsunterlagen müssten somit zwangsläufig unterschiedliche\nAnfechtungsfristen gelten. Dies kann zu Verfahrensverzögerungen sowie zu\nRechtsunsicherheiten führen.\nbb. Ein weiteres Argument gegen die selbständige Anfechtbarkeit der\nAusschreibungsunterlagen ist der Umstand, dass die Minimalfrist für\ndie Einreichung der Angebote im Grundsatz doppelt so lang ist wie die\nzwanzigtägige Beschwerdefrist (vgl. Art. 17 BoeB in Verbindung mit\nArt. 19 VoeB und Art. XI Ziff. 2 und 3 des GATT/WTO-Übereinkommens\nvom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen [ÜoeB], SR\n0.632.231.422). Die Erfahrung zeigt, dass die Offerten zum überwiegenden\nTeil erst gegen das Ende bzw. am Ende der Eingabefrist bei der Vergabestelle\neintreffen. Die Eingabefristen werden von den Anbietenden in aller Regel voll\n\n"}