{"Signatur": "CH_VB_017", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1999-09-03", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_017_JAAC-64-30--_1999-09-03.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004703.pdf?ID=150004703", "Checksum": "3aac8f032a9ff4e561105b376bc65257"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 64.30 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 03.09.1999 JAAC 64.30 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006 03.09.1999 JAAC 64.30 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici 03.09.1999 JAAC 64.30 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:25:49", "Checksum": "dcab58fb60dc963e205dff8a984b1bc1", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 03.09.1999 JAAC 64.30 \r\n\n 8\nDie BRK prüft im Rahmen der Eintretensfrage, ob das Bundesrecht,\neinschliesslich der unmittelbar anwendbaren Normen in Staatsverträgen,\ndie Zuständigkeit des angerufenen Richters begründet (André Moser, in:\nMoser/Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen Rekurskommissionen,\nBasel / Frankfurt a.M. 1998, Rz. 2.65). Ausländisches (öffentliches) Recht ist\ngrundsätzlich nicht zu prüfen, doch kann etwa bei der völkerrechtskonformen\nAuslegung des Landesrechts die Berücksichtigung desselben insofern\nangezeigt erscheinen, als damit der Sinn bzw. der Inhalt des Staatsvertrages\nzusätzlich erhellt werden kann (vgl. auch Ulrich Häfelin / Georg Müller,\nGrundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Aufl. 1998, Rz. 190a, welche\ndie Pflicht aller rechtsanwendenden Organe zur völkerrechtskonformen\nAuslegung des Landesrechts aus Art. 27 des Wiener Übereinkommens vom\n23. Mai 1969 über das Recht der Verträge [VRK], SR 0.111 ableiten). Kein Staat\nkann sich demnach auf innerstaatliches Recht berufen, um die Nichterfüllung\neines Staatsvertrags zu rechtfertigen (BGE 117 Ib 367, 372 f.).\nNichts für ihren Standpunkt zu gewinnen vermag die Gegenpartei zunächst\nmit ihrem Hinweis darauf, dass das österreichische Bundesgesetz über die\nVergabe von Aufträgen (Bundesvergabegesetz [BVergG], Bundesgesetzblatt\n[BGBl.] I Nr. 56/1997) «Verträge über Dienstleistungskonzessionen» aus\nseinem Anwendungsbereich ausschliesse. Aus der Regelung von § 3 Abs. 2\nBVergG folgt nicht zwingend, dass «Dienstleistungskonzessionen» aus dem\nAnwendungsbereich des ÜoeB ausgeschlossen wären, zumal auch nicht\nansatzweise dargetan wird, ob der Begriff der Dienstleistungskonzession\nim österreichischen Recht gleich verstanden wird wie im schweizerischen.\nMit Bezug auf die Ausführungen der Gegenpartei zum Gemeinschaftsrecht\nder Europäischen Union ist zunächst festzuhalten, dass bei demselben - im\nGegensatz zur Rechtslage in der Schweiz - das ÜoeB, auch soweit es sich um\nNormen mit self-executing-Charakter handelt, keine unmittelbare Geltung hat\n(vgl. Abs. 1 des Ingresses der Richtlinie 97/52/EG des Europäischen Parlaments\nund des Rates vom 13. Oktober 1997 zur Änderung der Richtlinie 92/50/EWG,\n93/36/EWG und 93/37/EWG über die Koordinierung der Verfahren zur\nVergabe öffentlicher Dienstleistungs-, Liefer- und Bauaufträge [Amtsblatt der\nEuropäischen Gemeinschaften, ABl., Nr. L 328 vom 28. November 1997]; vgl.\nzur diesbezüglichen Rechtslage in der Schweiz: Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 126\nund die dort wiedergegebene bundesgerichtliche Rechtsprechung). Diese\nunterschiedlichen Umsetzungsregeln für das Beschaffungsübereinkommen in\nden beiden Rechtssystemen sind beim Anstellen von Vergleichen im Auge\nzu behalten. Die Kommission der Europäischen Union (EU-Kommission)\ndifferenziert in ihrem von der Gegenpartei herangezogenen Entwurf\neiner Mitteilung zu Auslegungsfragen im Bereich Konzessionen und\ngemeinschaftsrechtliche Bestimmungen zum öffentlichen Auftragswesen (ABl.\nNr. C 94/4 vom 7. April 1999) verschiedene Formen von öffentlich-privaten\nPartnerschaften sowie ihr Verhältnis zum öffentlichen Beschaffungswesen\nund erklärt gerade etwa für den Fall, dass «eine Behörde einen Dritten mit\nder Durchführung von Dienstleistungen unter Teilnahme an der Ausübung\nder Hoheitsgewalt» betraue (was gemäss Gegenpartei infolge der Einräumung\neines Verfügungsrechts an die private Organisation in casu der Fall zu sein\nscheint) «diese Mitteilung zu Auslegungsfragen» für nicht anwendbar. Auf der\nanderen Seite hält die Mitteilung der EU-Kommission fest, dass auch bei der\nEinräumung von Konzessionen und analogen Formen der öffentlich-privaten\nPartnerschaften gestützt auf den Vertrag der Europäischen Gemeinschaft\n\n"}